Es ist nun ein Vierteljahr ohne meinen Mika vergangen....
Große und lange Trauer, sowie viele Veränderungen waren die Folge.
Die Tatsache, dass mein kleines Bärchen so früh von mir gehen musste, war wie eine große, dunkle, schwere Türe, die für immer ins Schloss gefallen ist, durch den Luftzug jedoch gleichzeitig ein kleines Fenster zu Neuem geöffnet hat.
Nach einigen Tagen der Zweifel, Hoffnung und Schwankung, haben mein Lebensgefährte und ich uns Anfang letzter Woche ausgesprochen und es steht nun fest, dass sich unsere Wege trennen.
Mir geht es seit dieser Entscheidung besser, weil nun Klarheit herrscht, da auch er der Meinung ist, dass wir zu verschieden sind und auch er die immer heftiger werdenden Streitereien nicht mehr möchte.
Im Grunde hatte ich ja schon seit Jahren das Bedürfnis in mir, ihn zu verlassen - doch ich wollte meinen Mika nicht aus seiner gewohnten Umgebung reißen. Nun, da meine kleine Sonne für immer sein Licht verloren hat, gibt es im Grunde nichts mehr, das mich hier hält...
Ich schaue verstärkt nach einer kleiner Wohnung in meiner Heimatstadt.
Die Weichen sind gestellt.
Ich spüre ein wenig Vorfreude in mir - ein Leben alleine in einer kleinen Wohnung bringt so viel Neues und die Vorstellung von einem völlig anderen Leben ist aufregend und spannend - macht aber gleichzeitig auch Angst! Meine Geschwister haben ihre Unterstützung zugesagt.
Allerdings bleibt ein bitterer Beigeschmack.
Ich habe hier immerhin rund zehn Jahre gelebt, hatte Mika sieben Jahre und fünf Monate an meiner Seite, bin in meiner Routine festgefahren und es wird sicher nicht sehr einfach - zumindest die ersten Wochen und Monate - nun völlig alleine zu leben.
Alles wir neu und anders sein. Hin und wieder wird es einsame Abende und Wochenenden geben...
Der Gedanke daran, eines Tages - sofern es die Umstände zulassen - wieder Katzen zu halten, ist ein Trost. Vielleicht kann ich mein Herz eines Tages wieder einer Fellnase öffnen....
Durch die vielen Dinge, die derzeit zu erledigen sind, die Suche nach einer Wohnung und den Gedanken über das, was ich alles noch zu besorgen habe, bin ich in letzter Zeit von meiner Trauer über Mika an manchen Tagen sehr abgelenkt.
Nach wie vor schalte ich abends die kleine Laterne auf seinem Grab ein und am nächsten Morgen wieder aus.
Es gab und gibt immer noch ab und zu noch Tränen, ich denke oft an mein Bärchen und vermisse ihn immer noch unbeschreiblich - aber es ist tatsächlich leichter geworden.
Ich schaffe es sogar - wenn auch selten - mit einem Lächeln im Gesicht an Mika zu denken oder von ihm zu sprechen....
Der Platz, den er in meinem Herzen hat, wird für ewig ihm gehören und die Erinnerung an dieses wundervolle Geschöpf wird mich für immer begleiten.