Oh, Geschwister können schon charakterlich und auch optisch sehr unterschiedlich sein.
Unsere Akasha wurdemit der Zeit zu einer eher kleinen, kompakten und breiten kräftigen Katze mit fast perfektem
BKH- Gesicht (obwohl kein
BKH mitgemischt haben soll). Sie hatte schöne grüne Augen.
Ihr Bruder ist schlank und hochgewachsen, hat ein schmales, elegantes Geischt und quietschgelbe Augen

, die Zwei könnten also unterschiedlicher nicht sein, auch vom Charakter her.
Geschichten kann man sich nun viele ausdenken...
Vielleicht waren die beiden ja die Lieblinge von jemandem, und ein "böser" Freund oder Lebensgefährte, ein Vermieter oder was auch immer hat sie "entsorgt", weil sie gestört haben?
Wir werden es nie erfahren.
Durch verschiedene anlangen verarbeiten die beiden ihre schlechten Erlebnisse halt auch unterschiedlich. Wir Menschen können da ja auch sehr verschieden sein.
Die beiden sind jetzt wirklich erst sehr kurze Zeit bei dir.
Eine Katze, die schlechte Erlebnisse in ihrem Vorleben machen musste, braucht oft Monate, Jahre bis sie darüber hinweg ist. So ganz wird man es vielleicht niemals aus ihr heruasbekommen.
Hab einfach Geduld und Verständnis mit ihm, was immer er auch erlebt hat, bevor er zu dir kam.
Das Verhalten kommt mir von unserem Odin EXTREM bekannt vor.
Er hatte die ersten Jahre seines Lebens nichts gutes vom Menschen mitbekommen, und natürlich merkte man es.
Man merkt bei deinem Kater, ER WILL so gerne... Aber er kann einfach noch nicht so recht über seinen Schatten springen.
Aber das wird er irgendwann, ganz bestimmt

. Besonders wenn er jetzt bei dir immer nur noch positive Erfahrungen macht.
Das kann in einer Woche sein, vielleicht aber auch in 6 Monaten oder 2 Jahren. Das kann niemand sagen, er bestimmt den Zeitpunkt.
Aber glaube mir, wenn es soweit ist, wird es das absolut grösste für dich sein das du je erlebt hast!
Der Tag, an dem Odin das erste Mal auf meinen Schoss gesprungen kam, als ich am PC saß- Das war das grösste.
Da war er ca. 1 Jahr bei uns, hochnehmen kann und konnte man ihn nie, und ich dachte eigentlich, alles wäre schon optimal...
Das es aber immer noch langsam weiter geht, zeigt er uns auch heute, nach 2 Jahren, immer noch in wenizig kleinen Schritten, Verbesserungen, Vertrauensbeweisen.
Wir fordern sie niemals, wir denken nichtmal daran, das er sie irgendwann bringen könnte, er tut es einfach, ab genau dem Moment, ab dem ER soweit ist.
Unser Odin hatte Anfangs oft Angst. Angst vor sich bewegenden Menschen, besonders vor Füssen und vor Männern.
Da Odin ja taub ist, konnte ich nicht beruhigend auf ihn einreden.
Ich habe mir für uns ein Ritual einfallen lassen, das ich/wir immer dann durchgeführt haben, wenn er sich verschreckt Richtung Bett verzog.
Schon sehr bald signalisierte es ihm "Alles OK, komm her dir passiert nichts" und erkam dann auch tatsächlich wieder maunzend an.
Ich habe mich in solchen Momenten hingekniet, mit Augenkontakt, und meine Hand offen nach oben zu ihm gehalten, dabei war es egal, ob ich 3 m oder 50 cm von ihm entfernt war.
Er hatte es sehr bald verstanden.
Katzen lieben Routine und Rituale, vielleicht lässt du dir auch eines einfallen, einfacherweise kann es bei euch ja auch ein lieb und immer gleich gesprochener Satz sein. Ich bin mir sicher, er wird recht bald darauf reagieren.
Wenn ihn etwas ängstigt und er will weg von dir- Lass ihn weg.
Geh zu ihm, führ euer neues Ritual durch.
Das machst du von nun an immer, wenn er sich erschreckt und wegrennt.
Irgendwann wird er nicht mehr wegrennen, sondern vielleicht sogar deinen Schutz geniessen. Aber bis dahin lass ihn- Das ist wichtig für euer Vertrauensverhältnis.
Ich bin mir ganz sicher, das auch du einen wundervollen langsamen Verlauf zum positiven sehen wirst, und sicher wird er, wie unser Odin, zu etwas ganz besonderem für dich werden.
LG
Sandra