Unterschiedliche Brüder

Diskutiere Unterschiedliche Brüder im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Meine beiden Kater (schätzungsweise Geboren Anfang Juni) habe ich als Brüder aus dem Tierheim geholt und ich vertraue auch darauf, dass es Brüder...
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Muna

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Meine beiden Kater (schätzungsweise Geboren Anfang Juni) habe ich als Brüder aus dem Tierheim geholt und ich vertraue auch darauf, dass es Brüder sind. Angeblich soll sie jemand in einem Müllbeutel auf einem Abfallplatz gefunden haben und dann ins Tierheim gebracht haben, das war Anfang August.

Beide sind überaus gut sozialisiert und stubenrein, deshalb nehme ich an, dass sie recht lang mit der Mutter zusammen waren und auch den Menschen gewöhnt sind. Nun frage ich mich, weshalb lässt ein Mensch die Tiere so lange bei sich und tut sie erst dann in den Müll, wenn sie schon selbstständig sind ... mir fehlt da der Sinn. Wenn jemand Katzenkinder auf die Weise loswerden will, dann vernichtet er sie doch schon früher ... ob das mit dem Abfallplatz nicht nur eine Ausrede war, um die Katzen im Tierheim unbeschadet abzugeben, frage ich mich ...

Die Beiden sind also sehr lieb, aber vollkommen unterschiedlich in ihrer Art.

Der Eine ist sehr zart und neugierig, dazu sehr zutraulich. Er reagiert auf Alles und hört auch auf das Wort "komm", er ist verschmust und sehr verspielt. Obwohl er der Kleinere ist, ist er seinem Bruder überlegen und wird entweder jetzt schon oder später die Rangordnung übernehmen, es sieht jedenfalls so aus.

Der Andere ist wie gesagt größer (200 g schwerer), somit auch stabiler. Er ist zwar neugierig, aber dabei auch total ängstlich. Er reagiert auch aufs Ansprechen, kommt aber nur, wenn sein Bruder vor geht. Er ist verspielt, aber auch dabei bleibt er immer ängstlich und schreckhaft ... er ist im Grunde ausgiebiger Verschmust, als der Kleine, nur kommt er nicht von alleine schmusen, sondern man muss ihn zu sich nehmen und das geht auch nur, wenn er irgendwo liegt ... Wenn man ihn allerdings dann auf dem Arm oder Schoß hat, kann er nicht genug Streicheleinheiten bekommen. Er legt sich freiwillig auf den Rücken usw. Dann ist alle Scheu wie weg geweht.

Sie sind also total unterschiedlich in ihrer Art und ich stelle mir die ganze Zeit über die Frage, sind sie das von Natur aus oder hat der Große nur einfach schlechte Erfahrungen gemacht und schreckt deshalb vor so vielem zurück. Er weiß doch, dass er streicheln überaus gerne mag und es das größte für ihn ist, wenn man ihn auf dem Schoß hat. Weshalb läuft er dann immer ängstlich weg, wenn man ihn berühren will? (Außer halt, wenn er irgendwo liegt)

Und wie geht man mit einer scheuen Katze richtig um, wenn sie Angst hat? Beispiel ... er ist auf dem Arm oder Schoß und irgendetwas aus der Umgebung verängstigt ihn, so dass er sich irgendwo verstecken will, er will also von mir weg ... lasse ich ihn dann los und danach kommt er über lange Zeit nicht mehr freiwillig aus seinem Versteck oder halte ich ihn fest und beruhige ihn, was auch bisher immer sehr schnell ging? Ist das Festhalten nicht vielleicht doch ein Fehler und verängstigt ihn dann noch mehr zu einem zu kommen, weil er ja erstmal festgehalten wird oder empfindet er das so, dass da jemand ist, der ihn beschützt?
 
  • Unterschiedliche Brüder Beitrag #2
Oh, Geschwister können schon charakterlich und auch optisch sehr unterschiedlich sein.

Unsere Akasha wurdemit der Zeit zu einer eher kleinen, kompakten und breiten kräftigen Katze mit fast perfektem BKH- Gesicht (obwohl kein BKH mitgemischt haben soll). Sie hatte schöne grüne Augen.

Ihr Bruder ist schlank und hochgewachsen, hat ein schmales, elegantes Geischt und quietschgelbe Augen ;), die Zwei könnten also unterschiedlicher nicht sein, auch vom Charakter her.

Geschichten kann man sich nun viele ausdenken...
Vielleicht waren die beiden ja die Lieblinge von jemandem, und ein "böser" Freund oder Lebensgefährte, ein Vermieter oder was auch immer hat sie "entsorgt", weil sie gestört haben?
Wir werden es nie erfahren.

Durch verschiedene anlangen verarbeiten die beiden ihre schlechten Erlebnisse halt auch unterschiedlich. Wir Menschen können da ja auch sehr verschieden sein.

Die beiden sind jetzt wirklich erst sehr kurze Zeit bei dir.
Eine Katze, die schlechte Erlebnisse in ihrem Vorleben machen musste, braucht oft Monate, Jahre bis sie darüber hinweg ist. So ganz wird man es vielleicht niemals aus ihr heruasbekommen.

Hab einfach Geduld und Verständnis mit ihm, was immer er auch erlebt hat, bevor er zu dir kam.

Das Verhalten kommt mir von unserem Odin EXTREM bekannt vor.
Er hatte die ersten Jahre seines Lebens nichts gutes vom Menschen mitbekommen, und natürlich merkte man es.

Man merkt bei deinem Kater, ER WILL so gerne... Aber er kann einfach noch nicht so recht über seinen Schatten springen.
Aber das wird er irgendwann, ganz bestimmt ;). Besonders wenn er jetzt bei dir immer nur noch positive Erfahrungen macht.

Das kann in einer Woche sein, vielleicht aber auch in 6 Monaten oder 2 Jahren. Das kann niemand sagen, er bestimmt den Zeitpunkt.
Aber glaube mir, wenn es soweit ist, wird es das absolut grösste für dich sein das du je erlebt hast!

Der Tag, an dem Odin das erste Mal auf meinen Schoss gesprungen kam, als ich am PC saß- Das war das grösste.
Da war er ca. 1 Jahr bei uns, hochnehmen kann und konnte man ihn nie, und ich dachte eigentlich, alles wäre schon optimal...
Das es aber immer noch langsam weiter geht, zeigt er uns auch heute, nach 2 Jahren, immer noch in wenizig kleinen Schritten, Verbesserungen, Vertrauensbeweisen.
Wir fordern sie niemals, wir denken nichtmal daran, das er sie irgendwann bringen könnte, er tut es einfach, ab genau dem Moment, ab dem ER soweit ist.

Unser Odin hatte Anfangs oft Angst. Angst vor sich bewegenden Menschen, besonders vor Füssen und vor Männern.

Da Odin ja taub ist, konnte ich nicht beruhigend auf ihn einreden.
Ich habe mir für uns ein Ritual einfallen lassen, das ich/wir immer dann durchgeführt haben, wenn er sich verschreckt Richtung Bett verzog.
Schon sehr bald signalisierte es ihm "Alles OK, komm her dir passiert nichts" und erkam dann auch tatsächlich wieder maunzend an.
Ich habe mich in solchen Momenten hingekniet, mit Augenkontakt, und meine Hand offen nach oben zu ihm gehalten, dabei war es egal, ob ich 3 m oder 50 cm von ihm entfernt war.
Er hatte es sehr bald verstanden.

Katzen lieben Routine und Rituale, vielleicht lässt du dir auch eines einfallen, einfacherweise kann es bei euch ja auch ein lieb und immer gleich gesprochener Satz sein. Ich bin mir sicher, er wird recht bald darauf reagieren.

Wenn ihn etwas ängstigt und er will weg von dir- Lass ihn weg.
Geh zu ihm, führ euer neues Ritual durch.
Das machst du von nun an immer, wenn er sich erschreckt und wegrennt.
Irgendwann wird er nicht mehr wegrennen, sondern vielleicht sogar deinen Schutz geniessen. Aber bis dahin lass ihn- Das ist wichtig für euer Vertrauensverhältnis.

Ich bin mir ganz sicher, das auch du einen wundervollen langsamen Verlauf zum positiven sehen wirst, und sicher wird er, wie unser Odin, zu etwas ganz besonderem für dich werden.

LG
Sandra
 
  • Unterschiedliche Brüder Beitrag #3
@ Ajur .. du meinst also, dass ich ihn lieber flüchten lassen sollte, aber dann versuchen, dass er wieder hervor kommt? Und das ist besser, als wenn ich ihn festhalte und beruhige?
 
  • Unterschiedliche Brüder Beitrag #4
Das kommt natürlich auf das Tier an, viele eher ängstliche Katzen mögen es aber gar nicht, bei Angst festgehalten zu werden.

Wenn er sich erschreckt und du ihn dann festhälst, will er weg?
Dann würde ich ihn lassen.

Wenn er sich an dioch kuschelt und sicher fühlt, dann natürlich nicht.

Ich halte so oder so keine unserer Katzen jemals auf meinem Schoss fest, sie können kommen und gehen wann und wie sie wollen, deshalb ist mir der Gedanke etwas fremd.

Eine ängstliche Katze braucht einen Rückzugspunkt, und sicher hat er sich den schon ausgesucht. Von da aus kannst du ihn wieder hervorlocken.
Er fühlt sich dort sicher, die "Angstsituation" ist beendet und du lockst ihn mit deinen Worten oder wie auch immer du es machen möchstest hinaus.

Meine Erfahrung mit Odin sagt mir, das in dem Moment dann alles vergessen und wieder gut ist.

Natürlich gibt es immer viele Wege die nach Rom führen, das war und ist eben unserer und er hat sehr gut funktioniert.
Bei Katzen erreicht man mit (Entscheidungs-)Freiheit und in Ruhe lassen allermeistens viel mehr, als mit (Kuschel-)zwang.

Eine Katze kommt immer irgendwann von alleine, und wenn es auch sehr lange dauert. Dann geht es allein vonm ihr aus, ist gut und OK für sie.
Wenn man sie festhält verfälscht man das und festigt am Ende noch ein negatives Bild vom auf dem Schoss sitzen- nämlich das "festgestreichelt" werden.
 
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