Hallo zusammen,
ich mache mir zur Zeit einige Gedanken und würde gern mal eure katzenerfahrene Meinung dazu hören.
Ich weiß, aus der Ferne irgendetwas zu beurteilen ist so gut wie unmöglich, aber ich versuche es genau zu erklären und vielleicht hat ja jemand noch einen Gedankenanstoß für mich, der mir bisher nicht kam.
Ausgangssituation: ich habe zwei Pflegekatzen, sehr jung, aus Russland. Noch nicht lange, seit dem 24. April. Die eine, Grischa, ist mittlerweile völlig aufgetaut, sie schmust, sie spielt, sie ist offen, selbstbewusst und angstfrei. Ganz anders dagegen die zweite Katze, Romy. Sie lebt nach wie vor unter meinem Sessel und kommt nur in der Nacht heraus. Gerade erst in den letzten Tagen (gestern und vorgestern) ist es zum ersten Mal passiert, das sie sich im Zimmer bewegte, während ich auch drin war. Miteinander scheinen die beiden gar keinen Kontakt zu haben. Grischa schaut zwar interessiert, wenn Romy sich mal regt, das war es aber auch.
Adoptionssituation: zufällig hat mich vor kurzem mein Bruder mit seiner Freundin besucht. Und sie haben sich sofort in Grischa verliebt, die natürlich ein echter Charmebolzen war und sogar mit ihnen im Bett schlief. Am liebsten hätten sie sie sofort eingepackt, aber Grischa ist noch nicht kastriert und das soll noch hier in Berlin gemacht werden. Und danach muss sie sich ja auch noch etwas erholen. Sie soll also Ende Juni umziehen. Da die beiden mir als Paar übergeben wurden, habe ich von ihnen immer als Paar gedacht. Als mein Bruder nur eine wollte (Grischa), sagte ich, ich bin sicher die Tierschützerin (ich bin nur PS) möchte die beiden zusammen abgeben, vor allem auch, um der schüchternen Romy eine Chance zu ermöglichen. Mein Bruder und seine Freundin, beide sehr tierschützerisch eingestellt, entschieden sich daraufhin beide zu nehmen, auch wenn sie Romy zu diesem Zeitpunkt noch nie gesehen hatten.
Dilemma: während ich Grischa nun beschmuse, die sehr viel Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten einfordert, frage ich mich, ob ich damit nun wirklich das beste für die beiden mache. Für Grischa, die vielleicht mit einer aktiveren und offeneren Katze als Spielkamerad glücklicher wäre? Und für Romy, die nun in kürzester Zeit schon wieder umziehen soll. Wieder eine lange Zugfahrt, eine neue Wohnung, neue Leute. Sollte ich ihr vielleicht mehr Zeit einräumen, um aus ihrer selbstgewählten Isolation zu kommen und Vertrauen zu fassen? Oder verstelle ich ihr den Weg zur Adoption, wenn ich sie nicht an eine charmant-offene Katze "ranhänge"? Ich habe eine sehr kleine Wohnung (1 Raum), mein Bruder dagegen nicht (plus katzensicheren Balkon), ist das für die scheue, rückzugsuchende Romy vielleicht besser?
Fragen über Fragen.
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