Vergesellschaftung von zwei Senioren

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gesmon

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Hallo zusammen



Ich bin schon seit einiger Zeit stille Mitleserin und würde nun gerne meine Situation bezüglich Vergesellschaftung von zweier älterer Katzen in den Raum werfen, da ich selbst sehr wenig Erfahrung mit Katzen habe und an einem Punkt bin, wo ich nicht weiss, wie es weiter gehen soll.

Ich weiss auch, dass nicht alles ideal abgelaufen ist und hoffe nun, konstruktive Kritik zu erhalten und nicht zerfleischt zu werden ;-) Ich muss dazu sagen, dass ich beide Katzen sehr gerne habe, ich aber im Sinne der Katzen handeln möchte.

Ich weiss ebenfalls, dass im Grunde für eine Vergesellschaftung sehr wenig Zeit vergangen ist und dass sowas dauert. Aber ich weiss nicht, ob diese Konstellation Sinn macht und habe Angst, dass es in eine Schlägerei ausarten wird.



Vorgeschichte:



Im Februar 19 habe ich eine 13 jährige Katze übernommen. Sie wurde von einer Familie mit 4 kleinen Kindern an eine Bekannte von mir abgegeben zusammen mit ihrem Bruder. (Abgabegrund war Allergie eines Kindes, anscheinend war die Katze auch dauergestresst)

Die Bekannte hat einen Reitstall, in dem eine Katzenkolonie von abgegebenen Katzen lebt (für die Katzen eigentlich eine sehr gute Lösung, die werden dort betreut von einer Katzenliebhaberin und haben ein interessantes Leben in einer verkehrsarmen Gegend).

Der Bruder von meiner Katze hat sich dort auf Anhieb wohlgefühlt und sich gut eingelebt. Meine Katze allerdings war völlig erstarrt (ich habe es selbst nicht gesehen, aber sie war vorher ja bei einer Familie und so ein Reithof, auf dem viel Betrieb herrscht, war wohl einfach zu viel für sie.

Darum kam sie erst einmal bei ihr ins Büro (das war nicht anders möglich, wegen anderen Tieren im Haus) und seit dem Moment hat sie sich für einen ruhigen Platz umgehört, wohin sie diese Katze vermitteln kann.

Ich wohne in einer 3 1/2 Zimmer Wohnung mit gesichertem Balkon zusammen mit meinem Freund. Arbeite nur 60%, von dem her habe ich Zeit, mich um eine Katze zu kümmern.

Eigentlich wollte ich die Katze nicht, weil ich der Meinung war, dass eine 3 1/2 Zimmer Wohnung zu klein ist für eine Katze, wenn sie nicht in den Freigang darf, aber eben, bin weich geworden und habe sie natürlich auch lieb gewonnen in der Zeit.



1. Katze: Epilepsie und sieht schlecht



Es hat sich dann herausgestellt, dass diese Katze bei der Familie in den Freigang durfte (ob es nur ein kleiner Garten war oder so richtig raus, weiss ich nicht). Ich hatte einerseits das Gefühl, dass sich die Katze bei uns sehr wohl fühlt, andererseits war sie in der Nacht aktiv und irgendwie hatte ich kein gutes Gefühl dabei, diese Katze alleine zu halten, nachdem sie ihr ganzes Leben lang mit ihrem Bruder gelebt hatte. Also habe ich eine Adoption in die Wege geleitet und mich für eine 11-jährige, laut Beschreibung sehr ruhige Katzendame aus dem Ausland entschieden, die für Wohnungshaltung geeignet sei. Habe sie mir reservieren lassen.

Je länger ich mit Katze 1 zusammenlebte, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass sie sehr schlecht sieht. Die Tierärztin meinte auch, dass sie beim „Wattebäuschchen-Test“ kaum reagierte, aber ich habe es nicht genau abklären lassen, wie viel sie tatsächlich noch sieht.

Relativ bald danach, im April hat meine Katze epileptische Anfälle bekommen (2. Katze war noch im Ausland), also ca. 4 Tage hintereinander je einen, weshalb sie seither Medikamente bekommt. Es folgten noch vereinzelte Anfälle, mittlerweile ist sie aber anfallfrei. Auch da hatte sich herausgestellt, dass sie bei der Familie 4 Jahre zuvor eine Phase mit epileptischen Anfällen hatte, nach 1 Jahr Medikamentengabe sei das aber nie mehr aufgetreten. Das hatte sie wohl bei der Abgabe vergessen zu erwähnen… Kann gut sein, dass die Anfälle stressbedingt auftraten, da sie ja schon einiges mitgemacht hatte.

Zeitweise war sie so ruhig gestellt von dem Medikament (Phenobarbital), dass ich das mit der zweiten Katze heraus geschoben habe. Ich konnte die Dosis aber wieder etwas reduzieren, weshalb sie sich eigentlich wieder relativ normal verhält.





Katze 2: Ist eigentlich ein Kater/ Katze 1 ist beim Anblick von Katze 2 immer auf Rückzug



Ich war wohl einfach zu stur oder naiv, aber ich wollte das mit der zweiten Katze doch noch versuchen. Sie ist seit dem 7.Juni bei uns. Ich habe den Fehler gemacht, dass ich die Transportbox zuerst im Wohnzimmer abgestellt hatte, weil ich dachte, so kann unsere Erstkatze die zweite Katze wahrnehmen und weiss, dass da jemand ist. Sie hat natürlich gefaucht. Im Nachhinein weiss ich, dass es eine dumme Idee war. Danach kam die zweite Katze zu uns ins Büro. Das ist Katzenfreundlich eingerichtet mit Kratzbaum/Klo/Näpfe/verschiedene Schlafplätzchen und Zugang zum gesicherten Balkon.



Ich habe mir Rat bei einer Katzenverhaltensberaterin geholt, die mir anriet, die Katzen erst einmal zu separieren und mit Gittertüre zu arbeiten.

Das hat aber nicht wirklich funktioniert. Unsere 1. Katze hat sich diesen Übungssessions je länger je mehr entzogen. Hat auch manchmal gefaucht, wenn ich sie streicheln wollte und noch nach der anderen Katze roch. Das höchste der Gefühle war, wenn sie ca. im Abstand von 5m voneinander mit Gittertüre gefressen haben. Katze 2 ist sehr interessiert an ihr, Katze 1 wie gesagt nicht wirklich, meidet sie. Das heisst, zeitweise hat sie schon mal den Hals gestreckt, die 2. Katze fast schon neugierig angeschaut, ist dann aber meist gleich wieder ins Schlafzimmer gegangen.

Sie hat sich eigentlich seit diesen Übungen in unser Schlafzimmer zurück gezogen, sodass jeglicher Sichtkontakt vermieden werden kann. Das ging 3 Wochen so.



Zwischendurch habe ich die 2. Katze zum Tierarzt gebracht für einen Check up, wo sich dann herausgestellt hat, dass die Katze eigentlich ein Kater ist, was im Nachhinein auch einiges erklärte (Das Verhalten war irgendwie so grobmotorisch). Aber ich wollte es trotzdem mit den beiden versuchen, weil Katze 2 wirklich sehr lieb und anhänglich ist und mit vielen Katzen offenbar relativ konfliktfrei im Tierheim lebte.



Also nach 3 Wochen (das war am letzten Mittwoch 3.7.) habe ich den Kater das erste mal in die Wohnung gelassen. Alleine, damit er alles anschauen kann. Das habe ich nochmals wiederholt und dann am letzten Freitag habe ich in die Wohnung gelassen, als Katze 1 auf dem Kratzbaum im Wohnzimmer war. Das war schon spät Abends, die Schlafzimmertüre ist bei uns in der Nacht zu. Ich weiss, dass das nicht ideal ist, schon deshalb, weil das Schlafzimmer ja eigentlich der neue Rückzugsort der Katze 1 ist, aber mein Freund hat da auch noch mitzureden und er möchte in der Nacht keine Katzen im Schlafzimmer.



Protokoll:



Da ich Notizen gemacht habe, werde ich diese jetzt einfügen, um nicht alles noch einmal zu schreiben. Katze 1 heisst Minna, der Kater heisst Igor. Noch eine Info: Der Kater lebt bei mir seit seiner Ankunft im Büro und hat sehr oft Zugang zum gesicherten Balkon übers Bürofenster. So haben beide Katzen zeitweise Zugang nach draussen. Das soll selbstverständlich keine Dauerlösung sein.



Mi 3.7. Wohnzimmer

Habe Igor das erste Mal in die Wohnung gelassen, als Minna im Schlafzimmer war (Türe zu), damit er sich die Wohnung alleine anschauen kann. Spät Abends, ca. 1/2 bis 1 h. Danach kam er wieder ins Büro und Minna aus dem Schlafzimmer ins Wohnzimmer. Sie hält sich nur noch auf dem Kratzbaum auf in der Nacht. Schlafzimmer ist in der Nacht zu.



Do 4.7. Wohnzimmer

Spät Abends. Habe Igor zuerst alleine in die Wohnung gelassen, wieder ins Büro gebracht. Ein bisschen später wieder in die Wohnung gelassen, als Minna auf dem Kratzbaum war. Igor ist in der Wohnung herum gelaufen, Minna hat Richtung Wand geschaut. Ich war am „fernsehen“, um möglichst ruhig zu wirken. Musste Igor ein paar Mal von der Herdplatte schicken. Ich war mir nicht sicher, ob sie ihn gesehen hat. Sie hat nicht gefaucht, sich nicht gross bewegt. Nach ca. 1/2 h habe ich Igor wieder ins Büro gelassen.



Fr 5.7. Wohnzimmer

Habe Igor spät Abends in die Wohnung gelassen, zuerst alleine. Igor war ziemlich überdreht (Sprints durch die Wohnung) Dann wieder ins Büro gebracht und wieder rausgelassen, als Minna auf ihrem Kratzbaum war, damit sie sich schon an einem erhöhten Platz befindet. Schlafzimmertüre zu. Ablauf war ziemlich ähnlich wie am Donnerstag. Sehr ruhig, Igor begutachtet alles. Dann hat Igor Minna entdeckt - hat er wohl vorher nicht, sie bewegt sich dort oben auch kaum. Er ist auf den Kratzbaum geklettert, ich habe ein bisschen gut zugeredet, weil ich dachte, dass das keine gute Idee ist und es besser wäre, wenn er am Boden bliebe fürs erste. Wollte aber nicht hektisch eingreifen, weil dann die Katzen ja denken würden, dass da gerade etwas Schlimmes passiert.

Igor hat sich direkt vor Minna platziert (ein Tritt unter ihrer Plattform) und sie angeschaut. Nicht starr, keine Lauerstellung, aber sehr nahe. Minna hat gefaucht. Igor ist nicht weggegangen. Schwanz war unruhig. Hat an Minna geschnuppert. Habe Igor dann runtergeholt, weil ich es seltsam fand, dass er nicht weggeht, wenn sie faucht. Igor wollte oben bleiben, hat sich am Kratzbaum festhalten wollen.

Habe ihn unten auf dem Sofa ein bisschen beschäftigt (Liquid Snack, weil spielen zu anregend ist, dachte ich) danach hat er auf dem Sofa gedöst. Da hätte ich ihn wohl wieder ins Büro holen sollen. Dachte aber, dass es gerade so entspannt ist.



Er ist aber dann nochmals hochgegangen und Minna hat ihn mehrmals angefaucht. Er hat ihr den Rücken zugekehrt und sich hingelegt. Sie nicht mehr angeschaut und scheinbar gedöst.

Minna zeigte kein Interesse, hatte ihm ebenfalls den Rücken zugekehrt. Sind so eine ganze Weile gelegen.

Später ist sie aufgestanden, hat wieder gefaucht, Igor ist wie ein Stein an seinem Platz geblieben mit dem Rücken zu ihr, hat nicht auf sie reagiert, sie nicht angeschaut. Weil ich dachte, dass Minna runter will, habe ich Igor wieder aufs Sofa gelockt. Es gibt von dem Kratzbaum leider nur eine Möglichkeit, runter zu steigen, die er blockiert hatte.

Minna ist nach unten gegangen Richtung Badezimmer, Igor direkt hinterher, nicht gerannt, aber halt hinterhergegangen. Minna hat ihn angefaucht und angeknurrt, danach hat sie sich im Badezimmerschrank verkrochen.

Igor kam dann angerannt, gurrend, es hat für mich danach ausgesehen, als wisse er nicht genau, wo sie jetzt verschwunden ist.

Habe ihn dann wieder ins Büro gebracht und dort etwas beschäftigt.



Die Katzen sind nicht aufeinander losgegangen, Igor hat nie gefaucht, aber die Stimmung war sehr angespannt. Das ging ca. von 1 Uhr bis 4 Uhr. Es gab lange, stille Phasen und kurze angespannte Phasen. Darum habe ich nicht den richtigen Moment zum eingreifen gefunden, weil ich dachte, dass das womöglich noch der Funken ist, den es braucht, dass jemand von den beiden angreift. Wobei ich eigentlich nicht glaube, dass Igor aggressives Verhalten zeigte. Eher aufdringlich, neugierig und zeitweise eigentlich freundlich, als er sich mit dem Hinterteil vor ihr hinlegte. Minna wollte aber keinen Kontakt.

Ich war dabei ehrlich gesagt sehr angespannt und überfordert. Mache ich es schlimmer oder wäre es von Vorteil, wenn sie die Situation selbst auflösen. Am besten wäre es halt gewesen, wenn Igor höflich auf Minnas Fauchen reagiert und zumindest ein bisschen Distanz herstellt.



Sa 6.7. Keine Begegnung

Minna frisst normal, nimmt das Medikament, kam auch am Morgen zu mir aufs Bett, hat miaut. Sie kommuniziert also mit mir. Am Nachmittag hat sie mich aber angefaucht, als ich sie streicheln wollte. Mir ist dabei aufgefallen, dass sie vor allem mit einem Auge blinzelt, Pupillen sind eher eng (nicht sehr verengt, kann auch vom Tageslicht sein und weil sie nicht mehr so zugedröhnt ist von den Medis).

Später am Abend habe ich Igor wieder rausgelassen, Minna war im Schlafzimmer. Es kam zu keinem Treffen, weil Igor nicht gesehen hat, dass die Schlafzimmertüre offen ist. Habe ihn nicht extra reingelockt.



So 7.7. Schlafzimmer

Habe Igor um 10 Uhr morgens reingelassen (nachdem Minna schon gefressen hatte und Medi genommen). Igor war nicht mehr so aufgedreht, ist aber immer noch sehr neugierig, schaut sich alles an. Hat die offene Schlafzimmertüre bemerkt und ist reingegangen. Er hat sich das Zimmer zuerst am Boden genau angeschaut, habe ihm Liquid Snack gegeben, damit er nicht sofort zu Minna hingeht. Minna hat da noch nicht gefaucht. Sie lag auf dem Bett, war aber nicht am schlafen und hat ihn bemerkt. Dann ist Igor aufs Bett gesprungen, Minna hat gefaucht. Er war wohl ein bisschen unschlüssig, ob er zu Minna hin soll oder nicht. Er ist dann aber zu ihr hingegangen, sie hat gefaucht/geknurrt und mit den Krallen nach ihm geschlagen. Igor ist weggerannt aus dem Schlafzimmer (Bin aber in dem Moment auch hingegangen und habe „Hey“ gesagt, vielleicht war das falsch, aber ich wusste nicht, ob das ein Kampf wird und er hatte sie ja offensichtlich bedrängt).

Minna hat ihren Platz nicht verlassen, sie lag nach wie vor am selben Platz auf dem Bett. Igor hat keine Kratzer abbekommen.

Igor kam dann später wieder und hat sich auf der gegenüberliegenden Seite vom Bett auf der Kommode geputzt. Ist später noch auf die anderen erhöhten Plätze gegangen neben dem Bett, aber nicht mehr aufs Bett. Offenbar hat er verstanden, dass ihn Minna auf Abstand haben möchte. Minna hat nicht mehr gefaucht, aber Augen wieder zusammengekniffen/geblinzelt. (Von diesem Teil habe ich 2 Videos gemacht)

Habe ihn dann wieder aus dem Zimmer gelockt, er hat die Abkürzung übers Bett genommen von der hinteren Zimmerecke, Minna hat nicht gefaucht. Habe dann die Türe vom Schlafzimmer zugemacht, weil ich nicht wollte, dass er jetzt nochmals hingeht und die Situation vielleicht eskaliert.

Was ich positiv daran finde ist, dass Minna sich nicht verkrochen hat, sondern auf ihrem Platz geblieben ist, weil sie sich dort offenbar wohler fühlt als auf dem Kratzbaum (kann auf mehrere Seiten weg) und das Igor Abstand gehalten hat.

Bin später zu Minna gegangen, habe ihr Futter hingestellt, das sie nicht genommen hat. Bin ein bisschen auf dem Bett gelegen, habe mit ihr geredet, sie lag neben dem Bett auf der Kratztonne. Sie wollte dann aus dem Zimmer raus, habe sie rausgelassen. Igor war auf dem Sofa. Minna ging ins Badezimmer, Igor wollte direkt hinterher. Habe ihn versucht abzuschirmen, er konnte dann aber an mir vorbei „flitzen“, ist ins Bad rein, Minna war erhöht auf dem Badewannenrand. Hat ihn angeknurrt. Igor war sehr nahe bei ihr, Schwanz war buschig, er ist aufgestanden (Hinterbeine), habe ihn mit Leckerli aus dem Badezimmer gelockt, was zum Glück funktioniert hat.

Er ist wieder ins Schlafzimmer gegangen, habe ihn dann mit einem Spielzeug wieder ins Büro gelockt, mit ihm gespielt und dann wieder die Bürotüre/Balkontüre zu gemacht. Jetzt ist Minna im Badezimmer im Schrank.

Dort blieb sie auch noch eine ganze Weile. Sie war am frühen Abend wieder im Schlafzimmer, aber man merkt ihr eine gewisse Unzufriedenheit schon an. Sie frisst noch, hat auch das Medikament genommen, wollte aber nicht von mir gebürstet werden.



Seit diesem Moment habe ich sie nicht mehr zusammen gelassen. Ich weiss einfach nicht, was passieren wird, wenn Igor Minna so bedrängt und habe Angst, dass diese Situationen in einer Schlägerei ausarten.

Ein grosses Problem ist wohl auch, dass Minna schlecht sieht, ausserdem kenne ich die Vorgeschichte der beiden ja nur aus Erzählungen.



Falls jemand den Text tatsächlich ganz durchgelesen hat: Herzlichen Dank! Für Schreibfehler entschuldige ich mich schonmal im Voraus - ich schreibe eigentlich nicht gerne so lange Texte.



Fragen dazu:



-Denkt ihr, es war falsch, Minna diesen Stress einer Vergesellschaftung in ihrer Situation überhaupt zuzumuten?



-Hat diese Konstellation überhaupt Chancen?



-Wie sollte ich weiter vorgehen?

Ich werde mich in Kürze mit der Verhaltenstherapeutin über das weitere Vorgehen unterhalten, dennoch denke ich, dass Erfahrungsberichte von anderen Katzenhaltern als „empirische Beispiele“ sicher hilfreich sein könnten (möglichst viele Inputs), um weiter abzuschätzen, wo es in Zukunft hingehen soll, ob ich einfach zu ängstlich bin oder meine Ängste berechtigt sind.

VG gesmon
 
  • Vergesellschaftung von zwei Senioren Beitrag #2
Hi,
willkommen und erstmal Glückwunsch zum detailiertesten Zusammenführungsbericht, den ich je gelesen habe, super!

Ich sehe eigentlich bei dieser Zusammenführung nur ein Problem, und das ist dein extrem übervorsichtiges Verhalten.
Weder Igor noch Minna zeigen irgendwelche Verhaltensweisen, die du bedenklich finden müßtest.

Igor sucht aktiv den Kontakt und ist dabei sehr behutsam.
Minna hat Angst vor den Kerl und traut der Sache noch nicht.
Das war es schon, keine Probleme zu sehen.
Also ganz kurz und knapp: Lass die Katzen machen, keine Trennung mehr, kein Eingreifen von dir.

Und jetzt detailierter:
Du siehst Minna als Schutzbedürftig an und empfindest deshalb jede Aktivität von Igor als potentielle Gefahr für sie.
Weiterhin interpretierst du Minnas Verhalten VIEL zu menschlich.
Das musst du unbedingt aus deinem Kopf raus bekommen.
Minna bekommt nur mit, dass Dosi besorgst ist und fühlt sich deshalb in ihrer Angst vor Igor bestärkt: "Dosis hat Angst, der Kerl ist also wirklich böse und will mich fressen"

Du hast jetzt zwei Katzen. Keine Katze hat Sonderrechte ("ihre Plätze") und keine wird getröstet.
Minna muss nicht beschützt werden, vollkommen egal ob sie gesundheitlich nicht 100% ok ist, sie ist immer noch ein kleines Raubtier, die sich im Notfall wehren kann.
Igor muss nicht abgelenkt werden, wenn er sich Minna nähert. Der macht das gut.

Ich kann dir nur empfehlen, lass alle Türen auf, separier die beiden nicht mehr und ignorier alles was die machen.
Die Gittertür-Methode ist dafür da, dass sich die beiden kennen lernen und nützt nichst mehr, sobald die Katzis sich nicht mehr gegenseitig umbringen wollen.
Wenn es mal Geknurre und Geschrei gibt und die Pfoten fliegen: Auch das ist normal und kann passieren.
Im Zweifelsfall vertraue einfach Igor, der weiß was er macht, versuch ja nicht ihm das zu verbieten.
 
  • Vergesellschaftung von zwei Senioren Beitrag #3
Ich hab nicht wirklich Ahnung...
Vielleicht ist ihr Problem aber auch das schlechte oder nicht sehen? Alles ist neu, nun noch ne neue Katz und schlechtes sehen...
Das würde ich beim Facharzt abklären lassen
 
  • Vergesellschaftung von zwei Senioren Beitrag #4
Vielen Dank für die Antworten! Das beruhigt mich schon ein kleines bisschen, weil ich mich schon sehr mies gefühlt habe. Leider ist dieses übervorsichtige Verhalten tatsächlich ein grosses Problem von mir..
Ich würde dennoch meine Bedenken konkreter formulieren:

- Minna hatte sich ja immer mehr zurückgezogen. Bevor Igor da war, habe ich mit ihr geklickert und sie durch die Wohnung gelockt auf die verschiedenen Plätze. Das hat ihr eigentlich sehr Spass gemacht. Seit Igor da ist, lässt sie sich überhaupt nicht mehr locken. Und nachdem sie gelegentlich in einer grossen Distanz zur Gittertüre gefressen hatte, hat sie diesen Verhalten dann gar nicht mehr gezeigt sondern war eigentlich nicht mehr aus dem Schlafzimmer zu bringen (nur, um aufs Klo zu gehen). Seit ich Igor aus dem Büro gelassen habe, hat sie sich noch mehr zurückgezogen. Wenn das nur eine Phase sein sollte, wäre das ja vertretbar, aber längerfristig keine Lebensqualität für sie.
Ich fürchte dabei, dass sie sich nicht mehr aufs Klo trauen könnte, das ausserhalb des Schlafzimmers steht (insgesamt 3 Klos, eines im Büro, Wohnzimmer und direkt ausserhalb des Schlafzimmers) Ich fürchte auch, dass Igor sie regelrecht belagern könnte, sodass sie evtl nicht mal mehr aufs Klo gehen könnte, wenn es im Schlafzimmer steht

-In der Nacht trage ich sie aus dem Schafzimmer, weil sie sich dann ja nicht dort aufhalten sollte und sich leider nicht freiwillig locken lässt. Gestern hat sie mich dabei angeknurrt, was mir ehrlich gesagt schon ziemlich imponiert hat. Ich denke, sie hatte Angst, dass ich sie jetzt raus zu Igor bringe. Habe sie auf den Kratzbaum gesetzt, dort hat sie schonmal vorsorglich gefaucht.
Am Morgen war sie allerdings wieder anhänglich, war sogar auf dem Balkon in der Nacht, was sie schon lange nicht mehr gemacht hat.

- Ich habe im Moment Ferien, muss aber ab und zu aus dem Haus, auch mal für ca. 3 Stunden. Könnte es nicht sein, dass genau in dem Moment eine Schlägerei stattfindet? Da würde ich mir die grössten Vorwürfe machen.

-Ist es nicht sehr heikel, wenn Minna auf dem Kratzbaum ist und Igor ihr den Weg nach unten blockiert? Wieso geht er nicht weg wenn sie faucht und knurrt?

-Das schlechte Sehen ist anscheinend schon länger vorhanden (hat mir auch die Vorbesitzerin auf Anfrage bestätigt, hatte sie natürlich auch vergessen zu erwähnen), deshalb wollte ich Minna nicht zusätzlichen Stress durch einen Klinikbesuch zumuten, zumal sie ja sehr oft in der kurzen Zeit zum Tierarzt musste wegen den Epi-Anfällen. Die Tierärtzin konnte von aussen nichts auffälliges an ihren Augen feststellen

- Die Verhaltenstherapeutin sagte, dass Igors verhalten sehr unhöflich ist, weil er sich bei Minnas Fauchen und Knurren nicht auf Abstand gegangen ist
- Sie sagt auch, dass es eigentlich ein Trugschluss sei, dass alle Katzen unbedingt Katzengesellschaft bräuchten, auch dass viele Katzenkonstellationen gar nicht passen würden und die Tiere dann manchmal still vor sich hinleiden, weil die Besitzer das halt unbedingt so wollen (ist sicher sehr individuell, aber ich möchte natürlich nichts durchboxen, was Minna vielleicht gar nicht will)

-Sie schlug ebenfalls vor, dass ich die Katzen noch nicht dauerhaft zusammen lasse, sondern diese Phasen nur langsam aber stetig verlängere (eigentlich hätte ich Igor mit dem Klicker konditionieren und ihn dann zeitweise in der Wohnung beschäftigen sollen, sodass Minna sich langsam an seine Anwesenheit gewöhnen kann, ohne dass sie sich gleich schon dazu gezwungen fühlt, sich verteidigen zu müssen. Ehrlich gesagt war mir das zu viel Aufwand, weil ich die Katzen ja schon mehrmals am Tag separat bespassen muss)
Sie bezieht sich auf ein Buch von Sabine Schroll, wie Katzen zusammengeführt werden sollten (habe ich nicht gelesen) und dass das eben in der Regel nicht so gemacht wird, was eigentlich falsch ist

Also eigentlich ist mein Problem auch, dass ich nicht weiss, was ich glauben soll, was denn nun richtig und falsch ist. Generell bin ich ja schon der Ansicht, dass Katzen die Katzensprache besser beherrschen und der Mensch vielleicht weniger "reinpfuschen" sollte. Vielleicht ist da auch im Allgemeinen eine gewisse Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis, weil das theoretische Ideal einer perfekten Katzenzusammenführung im normalen Alltag von normalen Leuten gar nicht so durchgeführt werden kann...
Ergänzung ()

Achja, und noch eine weitere Sorge:
-Es wäre sehr schlecht, wenn Minna das Fressen verweigern würde (auch wenns nur vorübergehend ist), weil sie ihr Epi-Medikament ja regelmässig einnehmen sollte. Sie war nach den Zusammenführungs-Sessions nämlich schon sehr gestresst und wollte nichts fressen, weshalb ich das immer nach der Medikamentengabe gemacht hatte
 
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  • Vergesellschaftung von zwei Senioren Beitrag #5
Kannst du den KB denn noch irgendwie erweitern, so das eine zweite Abstiegsmöglichkeit besteht? Ein Tischchen, Regal , Hocker o.ä.
Ergänzung ()

Wenn die Katzen nicht im SZ sein sollen , gibt es einen anderen Safe Raum mit Klo für Minna?
 
  • Vergesellschaftung von zwei Senioren Beitrag #6
Hmm so spontan wüsste ich nicht, wie ich den KB erweitern sollte. Die Wohnung ist leider nicht allzu gross und ich muss immer ein bisschen Kompromisse eingehen wegen meinem Freund, der nicht in einem "Raubtiergehege" wohnen und zu viel Katzenkram in der Wohnung möchte... Die Katzen haben eigentlich relativ viele Schlafplätze (Kratztonne, Sofa, Kommode, Tisch mit Körbchen usw. alleine schon im Wohnzimmer, aber natürlich löst sich damit nicht das Problem, dass es nur einen Abstieg gibt.
Ich könnte natürlich die Begegnungen so richten, dass Minna eben in dem Moment nicht auf dem Kratzbaum ist, sodass diese Situation nicht mehr vorkommt jetzt in der Anfangsphase. Muss mir das noch ein wenig überlegen, was ich da machen könnte.

Einen weiteren Saferaum gibt es leider nicht :-( Wir haben ein Schlafzimmer, ein nicht allzu grosses Badezimmer, das Wohnzimmer und das Büro, das Igors Zimmer ist und so stark nach ihm riecht, dass Minna da bestimmt keinen Fuss reinsetzen würde. Noch einen kleinen Abstellraum, der aber wirklich so klein ist, dass der auch nicht geeignet ist.
 
  • Vergesellschaftung von zwei Senioren Beitrag #7
Magst mal ein Foto vom KB einstellen? Vielleicht fällt uns eine Lösung ein.
 
  • Vergesellschaftung von zwei Senioren Beitrag #8
207467
Ergänzung ()

Den haben wir selbst zusammengebastelt und uns diese Problematik zu dem Zeitpunkt natürlich nicht überlegt ;)
 
  • Vergesellschaftung von zwei Senioren Beitrag #9
Hi,
deine aktuellen Antworten bestätigen nochmals, dass du Minna extrem als schutzbedürftig empfindest.
Nochmal deutlich: Solange du das nicht änderst, wird das nichts.

Ich kann das Verhalten auch anders beschreiben:
Igor ist ein lieber Kater, der vorsichtig den Kontakt sucht und Minna ist eine blöde Zicke, die vollkommen ohne Grunde Igor wegfaucht und beim Näherkommen grundlos verprügelt.

Was ist jetzt die Wahrheit?
Natürlich beides.

Aktuell gibt es zwei Verhaltensweisen, an denen du arbeiten kannst:
Minna hat keinen Grund aggressiv zu Igor zu sein, der will nichts böses.
Igor hat aber auch den Distanzwunsch von Minna zu respektieren und soll nicht noch näher rücken.

Beides ist ein kleines Fehlverhalten, dass du stoppst, wenn es auftritt.
Minna fängt an zu fauchen wenn Igor sich nähert: "STOPP. Minna du bist blöd, der ist harmlos"
Igor nähert sich weiter: "STOPP: Igor lass das, Minna ist noch nicht soweit"

Im Gegenzug dazu, wenn beide Katzen sich ignorieren und Frieden herrscht: "FEIN; das macht ihr super. Ihr seid die Allerbesten. SUPER, weiterso. Hier habt ihr beide ein Leckerlie"

Und eine Sache musst du stoppen: Niemals Igor mit einem Leckerlie von einer Aktion abbringen. Das sieht er dann als Belohnung für diese Aktion an und macht das gleich nochmal.
Wenn ein Stopp nicht reicht und einer aktiv! stänkert, dann mit dieser Methode einregeln.
Bei dir wäre das der Fall, wenn Igor nicht aufhört sich Minna zu nähern und das ins Mobbing ausartet:
 
  • Vergesellschaftung von zwei Senioren Beitrag #10
Könnt ihr an dem Stamm ( ohne Sisal , mit Körbchen ) zwei Stufen anbringen? Die sind ja nicht groß...
Ergänzung ()

Z.B Klettersprosse

Ergänzung ()

Hier gibt es Leitern
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Vergesellschaftung von zwei Senioren Beitrag #11
Hmm dann müssten diese Klettersprossen aber relativ lang sein, weil die oberste Plattform relativ gross ist. Weiss nicht, ob dann eine grössere Hebelwirkung entsteht.
Am besten wäre wahrscheinlich, ein Brettchen an der Wand anzubringen, so dass die Katzen direkt aufs Sofa kämen. Habe das allerdings schon mal mit meinem Freund besprochen, er findet das "nicht schön".
Ich muss ihn noch ein bisschen bearbeiten.

Geek:
Okay, vielen Dank für den Vorschlag. So könnte ich das auch betrachten. Die Dreipunkteregel klingt für mich umsetzbar.
Ich sehe darin nur die Schwierigkeit, dass ich nicht wirklich die Momente unterscheiden kann zwischen normalem Konfliktverhalten bei einer Zusammenführung und Mobbing. Die Situationen verändern sich ja eher schleichend als plötzlich.
Also konkret an den Beispielen, die ich beobachtet habe angewandt:
Minna sitzt auf dem Badezimmerrand, Igor nähert sich ihr. Minna faucht, Igor nähert sich weiter. Minna faucht, knurrt, Igor stellt sich auf die Hinterbeine, um noch näher an Minna ranzukommen.
Wann wäre denn jetzt der Moment, um einzugreifen mit dem 1. Schritt der 3 Punkte Regel? Erst in dem Moment, wo er sich auf die Hinterbeine stellt? Ich sollte ihm wahrscheinlich schon die Möglichkeit geben, selbst auf das Fauchen zu reagieren?
 
  • Vergesellschaftung von zwei Senioren Beitrag #12
Z.B. wie Links auf dem Foto
Sowas fand Männe auch erst doof, mittlerweile möchte ER erweitern...😃
207469
Die Stufen gibts auch in klein, das würde ja reichen
 
  • Vergesellschaftung von zwei Senioren Beitrag #13
Minna sitzt auf dem Badezimmerrand, Igor nähert sich ihr. Minna faucht, Igor nähert sich weiter. Minna faucht, knurrt, Igor stellt sich auf die Hinterbeine, um noch näher an Minna ranzukommen.
Wann wäre denn jetzt der Moment, um einzugreifen mit dem 1. Schritt der 3 Punkte Regel? Erst in dem Moment, wo er sich auf die Hinterbeine stellt? Ich sollte ihm wahrscheinlich schon die Möglichkeit geben, selbst auf das Fauchen zu reagieren?
Hi,
für mich ist das alles kein Grund einzugreifen.
Nachdem! er sich auf die Hinterbeine stellt, würde ich ein kleines Stopp sagen und dann beobachten.
Wenn er auf den Rand springt ist es immer noch ok.
Er ist jetzt auf dem Rand und geht noch näher, Minna weicht zurück in die Ecke. Daa wäre jetzt ein lautes STOPP und dann ggf. RAUS in die Schmollecke wert.
 
  • Vergesellschaftung von zwei Senioren Beitrag #14
Ah okay, das hilft mir für den konkreten Fall schon mal weiter, danke.
Ich habe in der Zwischenzeit schon mal dieses Prinzip angewandt.
Ich war vorhin also ganz mutig, habe Igor wieder rausgelassen und mir vorgenommen, es jetzt so zu lösen, dass ich die beiden zwischen den Medikamenteeingabezeiten zusammenlasse (also Kompromiss) und dabei mein Mitleid/Ängste möglichst zu unterdrücken ;-)
Igor ging sofort ins Schlafzimmer, Minna war von der Kratztonne in den Kleiderschrank gekrochen (nicht bei Igors Anblick sonder sie war dort schon eine ganze Weile)
Igor ist ein bisschen im Schlafzimmer herumspaziert und dann auch relativ bald in den Kleiderschrank gegangen. Dort ist es aber wirklich sehr eng für die beiden und ich bin ehrlich gesagt erstaunt, dass Minna da nicht komplett ausgerastet ist. Minna hat aber geknurrt. Igor hat unbeeindruckt an ihr geschnuppert. Darum habe ich ihm gesagt, er soll aus dem Schrank gehen, einmal nett, das zweite Mal bestimmter, das 3. Mal "raus" und in die Hände geklatscht (es war eher ein leises Klatschen), Igor war auch nicht verängstigt, ist aber daraufhin wieder aufs Bett gesprungen und ich habe dann beide gelobt, weil Igor sich wieder mit anderen Dingen beschäftigt hat und Minna nicht mehr geknurrt hat.
Ich habe jetzt aber auch nicht gewartet, bis Minna mehrfach faucht und knurrt und nach ihm schlägt, weil es dort drinnen wirklich sehr eng ist.
War denn das jetzt schon übertrieben oder ok? Wären die beiden auf dem Bett gewesen, hätte ich länger gewartet, weil es ja schon am besten wäre, wenn er auf Minnas Fauchen reagiert und nicht auf mich.
Ergänzung ()

Claudi: So ein Catwalk wäre toll, ich werde noch ein bisschen mehr Druck ausüben ;-)
 
  • Vergesellschaftung von zwei Senioren Beitrag #15
Klingt gut was du gemacht hast.
Aber wenn die beiden sich auf so engen Raum NICHT gefetzt haben, dann ist das ein sehr sicheres Indiz dafür, dass du dir zu viele Sorgen machst.
Cool bleiben, "Alles ist normal", das hilft den katzis am meisten.
 
  • Vergesellschaftung von zwei Senioren Beitrag #16
Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Inputs. Ich dachte, ich melde mich mit einem kleinen Update. Ich habe auch kein Protokoll mehr geführt, weil mich das nur dazu animiert, die Katzen keinen Moment aus den Augen zu lassen.

Ich habe Igor also seit ca. einer Woche nun durchgängig in der Wohnung, also ohne zwischenzeitliches Abtrennen.
Er sucht Minna jetzt nicht mehr so aktiv/oft und kann sich auch mit anderen Dingen beschäftigen. Allerdings hat er schon ca. 4x am Tag seine "wilden 5 min". Er rennt dann durch die Wohnung und lässt dabei auch das Schlafzimmer nicht aus.
Deshalb gab es auch schon Situationen, in denen er Minna im Schlafzimmer überraschte und sie ihn dann anfauchte.
Gegen Abend sucht er manchmal Kontakt, sie hält sich ganz selten auch auf der Kratztonne oder hinter dem Bett auf. Dabei scheint es mir, dass er vorsichtiger geworden ist. Er miaut dann sehr hoch und kurz und gurrt. Es klingt eigentlich sehr nett, wie er mit ihr versucht zu kommunizieren, aber bis jetzt ohne Erfolg.

Am Freitag war ich ein paar Stunden weg und bin gegen 21 Uhr nach Hause gekommen. Da war Minna auf dem Balkon und Igor im Wohnzimmer. Als ich rein kam, ist Minna sofort im Schlafzimmer verschwunden. Da habe ich mich ernsthaft gefragt, ob ich eigentlich das Problem bin.
Danach habe ich nichts derartiges mehr beobachten können.

Minna liegt den ganzen Tag im Kleiderschrank und Igor lässt sie dort auch sein. Ich musste eigentlich diese Dreipunkteregel gar nicht mehr anwenden. Minna faucht mich jetzt eigentlich auch nicht mehr an, wenn ich ihr das Medikament verabreichen möchte. Sie braucht manchmal einen Moment, bis sie es dann nimmt, aber sie nimmt es. Sie frisst auch ihr reguläres Futter, wobei ich ihr den Fressnapf jeweils in den Schrank stelle. Ich hatte ihn auch schon an einen anderen erhöhten Platz gestellt, doch dort hat sie es nicht gefressen.
Ich lasse Minna abgesehen von der Medikamentengabe in Ruhe, weil ich denke, dass sie mich anfauchen wird, wenn ich versuchen würde, sie zu streicheln. Das finde ich schade und ich frage mich jetzt einfach, ob das so bleiben wird.
Sie geht auch nur noch 1x am Tag aufs Klo und zwar nur nachts, wenn es ganz still ist in der Wohnung.

Heute Nacht habe ich wieder ein Fauchen und Knurren gehört, bin aber nicht aufgestanden, weil sich diese Situationen relativ bald von selbst lösen. (Anmerkung: Ich schlafe nur noch auf dem Sofa, weil die Katzen sich ja eigentlich nicht nachts im Schlafzimmer aufhalten sollten). Igor kommt dann meist miauend und gurrend angerannt. In dem Moment frage ich mich auch, ob es für ihn nicht eher traurig ist, dass er ganz offensichtlich Katzengesellschaft wünscht, aber immer abgewimmelt wird.


-Kann es sein, dass die Situation kontinuierlich bessern wird, oder klingt das jetzt eher danach, als ob das nie etwas werden wird? Oder kann man da noch gar keine Prognose machen, weil noch nicht genug Zeit vergangen ist?

-Könnte sich die Situation bessern, wenn ich Igor Freigang gewähren würde? Ich müsste das noch beim Vermieter abklären, aber es wäre toll, wenn ich eine Treppe vom Balkon nach unten bauen könnte (so, dass er raus kann, Minna aber nicht). Offensichtlich hat er für sein vermeintliches Alter von 11 Jahren extrem viel Energie, die könnte er dann ja draussen auch noch loswerden. Es würde ihm sicher sehr Spass machen.Wenn ich mit ihm spiele, habe ich das Gefühl, dass er erst richtig warm wird, um dann weiter durch die Wohnung zu sprinten.

-In einer Woche kommt mein Freund aus den Ferien. Eigentlich dürfte Minna dann nachts nicht mehr im Schlafzimmer sein. Im Moment wüsste ich nicht, wie ich sie da rausbekomme, sodass es ethisch noch vertretbar wäre. D.h. ich müsste sie wirklich zwingen und evtl würde sie sich auch dagegen wehren. Mache ich mir da wieder zu viele Gedanken?
 
  • Vergesellschaftung von zwei Senioren Beitrag #17
Ich finde es einfach nur schön, dass du zwei etwas älteren Stubentigern ein Zuhause gegeben hast. Das machen nicht viele! Und noch schöner finde ich es, dass du dir so viele Gedanken darum machst was das beste für sie ist, dass du klickerst und einen so tollen Kratzbaum für sie gebaut hast!

Ich würde sagen ihr seid auf einem guten Weg und es wird sich auf jeden Fall verbessern. Aber es kann natürlich sein, dass es nicht kontinuierlich bergauf geht, manchmal macht man auch kleine Rückschritte. Ich stimme Geek darin zu, dass du dir weniger Sorgen machen solltest. Für zwei ältere Stiesel läuft es schon gut, die beiden werden deine Anspannung bemerken und nur nervöser werden.

Was den Freigang für Igor angeht bin ich mir nicht sicher. Ein Energiebündel zu sein ist erstmal keine Straftat und bringt Minna vielleicht etwas Freude sobald die zwei sich aneinander gewöhnt haben. Natürlich kannst nur du beurteilen, ob Igor wirklich etwas fehlt. Unser Kater Oscar stammt aus einem Horrorhaus und genießt es so sehr hier bei uns zu sein, dass er manchmal einfach nur hin und her flitzt, quer durch die Wohnung. Ich habe nicht den Eindruck, dass ihm etwas fehlt, sondern dass das purer Übermut und Lebensfreude sind. Vielleicht ist es bei Igor auch so?

Es macht auf jeden Fall Spaß, von den beiden zu lesen. Zeig sie doch öfter auch mal bitte 👌
 
  • Vergesellschaftung von zwei Senioren Beitrag #18
Hi,
ich finde, dass wirklich alles im Kontext "Vergesellschaftung" gut klingt.
Die zwei kommen schon gut miteinander aus.

Wenn ich mir aber Minna allein betrachte, dann stimmt da irgendwas nicht.
Ich würde die Medikation von ihr nochmal mit den Tierarzt besprechen.
Du schreibst ja anfangs, dass sie sich "eigentlich wieder relativ normal verhält".
Für mich ist das ein "eigentlich relativ unnormal", beides ist ja nicht ausschließend. ;)

Ich sehe ein kommendes Schlafzimmerverbot nicht als etwas Schlimmes.
Minna hat keinen Grund für ihren safe-place, mit Igor läuft das doch gut.
Die Dame soll mal ruhig ihre Komfortzone verlassen und mehr interagieren.
 
  • Vergesellschaftung von zwei Senioren Beitrag #19
Hallo,

ja da hast du schon recht. Normal im Vergleich zu anderen Katzen ist das bestimmt nicht. Sie bekommt leider dauerhaft eine Medikation, die epileptische Anfälle unterdrücken soll, was bei ihr auch funktioniert. Das eingesetzte Medikament wurde allerdings meines Wissens beim Menschen als Schlafmittel eingesetzt (Wirkstoff Phenobarbital) und hat deshalb leider den Nebeneffekt, dass Minnas Allgemeinzustand sehr gedämpft ist, was eine Vergesellschaftung natürlich erschwert.
Es ist bei der Behandlung eigentlich immer eine Gratwanderung zwischen mehr Lebensqualität und der Vermeidung von epileptischen Anfällen. Die letzte Dosis war eindeutig zu hoch, Minna lag nur noch gleichgültig in ihrem Körbchen herum. (Das war aber noch vor der Vergesellschaftung) Deshalb bin ich dann mit der Dosis wieder etwas heruntergefahren (mit Tierarzt besprochen). Ich werde auch noch ein bisschen weiter herunterfahren, muss dabei aber sehr behutsam vorgehen. Laut Vorbesitzerin hatte sie nur eine Phase mit epileptischen Anfällen, die Jahre davor und danach hatte sie keine Symptome. Sollte das wirklich stimmen, wäre es denkbar, das Medikament irgendwann wieder ausschleichen zu lassen. Finde aber, dass dafür noch etwas zu wenig Zeit vergangen ist seit den Anfällen.

Ich hatte wieder Kontakt mit der Vorbesitzerin (nur schriftlich) und habe erfahren, dass Minna schon mal etwa 7-8 Monate von ihrem Bruder getrennt war. Warum habe ich nicht gefragt. Allerdings hätte Minna bei ihrer erneuten Zusammenführung ca. 1-2 Monate Zeit gebraucht und hatte ihren Bruder auch heftig angefaucht. Sie scheint also auch ohne Medikament nicht sonderlich begeisterungsfähig zu sein für neue Situationen in ihrem Leben.

Das lässt mich dennoch hoffen, dass es sich bei uns mit der Zeit auch einpendeln wird.
Heute Morgen war Minna auf den Klo und Igor kam zu ihr. Ich hörte kein Gefauche. Vielleicht ist das ja auch schon ein gutes Zeichen.

Vielleicht noch ergänzend: Ich finde Igors wilde 5 min absolut goldig, aber eben, als Mensch ist es halt schwer einzuschätzen, welche Motivation dahinter steckt. Ob es pure Lebensfreude ist oder ob er seine überschüssige Energie loswerden will/muss. Ich weiss leider nicht allzuviel von seiner Vorgeschichte. Angeblich lebte er bei einer alten Dame in Russland, die dann gestorben sei. Ob er da Freigang hatte, weiss ich leider nicht. Es hiess aber, er sei für die Wohnungshaltung gegeignet. Könnte natürlich sein, dass er sich im Tierheim ganz anders verhielt, weil er da ja auch nur begrenzt die Möglichkeit hatte, umher zu toben. Werde auf jeden Fall mal beim Vermieter anfragen, ob sich da etwas machen lässt.
 
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