Naja, dann trau ich mich doch mal ein Thema zu eröffnen
Man könnte es auch Vox - like / "Meine Katze Deine Katze - Wie erziehst du denn" nennen
Wie ja die Meisten hier wissen leben wir sehr friedlich mit unseren vier Katern zusammen, was uns im privaten Leben oft seltsame Blicke beschert

und die meisten Gespräche gehen dann in die Richtung
Was? 4 Kater? Und die verstehen sich? Wir haben nur zwei und die streiten sich ständig...
Wie? Und da macht keiner irgendwo hin?
Wie kann man denn vier Kater zusammen halten, das klappt doch nie?
... und und und
Da ich wirklich oft mit Fragen konfrontiert werde, warum unsere Katzen alle so friedlich zusammen leben, es keinen Streit gibt, etc, dachte ich, ich teile einfach mal unser Leben und unseren Umgang mit den vier Herren. Vielleicht hilft es ja einem oder ich kann noch was lernen
Kurze Datzen zu den Prinzen
Loui und Fuzzi, geb. Herbst 2014, Findelkatzen ohne Mama mit ca 4 Wochen geschätzt
Eingezogen bei uns mit 8/9 Wochen
Pflegestelle war ein kleines Bad mit wenig Menschenkontakt, entsprechend verängstig waren die Beiden.
Hank und Marvin, geb. Juni 2017, Findelkatzen mit Mama und Geschwister, gefangen jedoch leider ohne Mama, ebenfalls mit ca 4/5 Wochen
Eingezogen ebenfalls mit ca 8/10 Wochen
Pflegestelle war sehr Liebevoll, ihre Schwester wuchs noch bei ihnen auf und der menschliche Kontakt war klasse. Ebenfalls gab es Kontakt zu anderen Katzen, die im Haushalt lebten.
Also alle vier eher unsozial aufgewachsen, Loui und Fuzzi allerdings mehr, als Hank und Marvin. Grenzen haben alle vier nicht wirklich kennengelernt.
Katzensprache ist null vorhanden, sie haben ihre eigene Sprache, nämlich die von Hannibal.
Als Loui und Fuzzi bei uns einzogen lebte der verzogenste und unsozialste Kater der Welt bei uns. Sir Hannibal. Wer ihn einmal kennengelernt hat, vergisst ihn nie wieder. Eingezogen mit 5 Wochen und verwöhnt und verzogen ohne Ende. Was sich natürlich auf sein Verhalten legte. Er war wirklich sehr anstrengend und schwierig, aber er war die Liebe meines Lebens und ich behaupte dass ich auch seine große Liebe war.
Zu ihm kamen Loui und Fuzzi und nahmen natürlich sein Verhalten zum Teil an. Die Auswahl der zwei war nicht leicht für uns, da sie zu Hannibal passen mussten, daher kamen eigentlich nur Kitten im alter ca 8 Wochen in Frage, die sein Verhalten annehmen und nicht schon fertig "geformt" sind. Damit hätte Hannibal nicht´s anfangen können und das wäre schief gegangen. So passten sie sich ihm an und das Zusammenleben wurde immer friedlicher. Sie entwickelten ihre eigene Sprache, diese wurde nun auch an Hank und Marvin weitergegeben. Auch hier mussten in unseren Augen kleine Kater einziehen, die von Loui und Fuzzi lernen, damit sie kommunizieren können.
Das soll kein Aufruf sein, sich die Katzen so jung zu holen. Alle vier wuchsen ohne Mutter und Erziehungskontakt auf, daher konnten wir mit gutem Gewissen in dem Alter zu uns holen.
Ja, hier fängt es schonmal an, wie sich das Zusammenleben entwickelt. Passt die Auswahl der Tiere schonmal nicht, sind meistens Probleme vorprogrammiert. Da alle neuen ihre Prägephase mit unseren alten Katzen erlebt haben, kann hier schonmal wenig schief gehen. Kommunikation unter den Tieren ist das Wichtigste. Versteht einer nicht, was der andere will, gibts idR Stress.
Das war unser wichtigster Punkt um mit vier Katern zusammen zu leben ohne Stress, die Wahl der neuen Katzen.
Weitere Punkte die uns sehr wichtig sind im Umgang und in der Haltung
> sie werden nicht geärgert, kann man natürlich sehen wie man will, aber wir machen das wirklich nicht
> sie werden nicht gestreichelt, wenn sie auf ihren Ruheplätzen liegen
> sie werden gemaßregelt, wenn sie sich unerwünscht verhalten
> allerdings bin ich eher für Loben, statt schimpfen, das kommt bei unseren zumindest besser an und am Anfang war wirklich viel Lob nötig
> sie dürfen eigentlich tun und lassen was sie wollen
> sie haben 24h Futter zur Verfügung, Futterneid bei 4 Katzen braucht man nicht und hier kippt die Stimmung extrem schnell
> das ganze Haus ist voll mit unterschiedlichen Schlafplätzen in unterschiedlichen Höhen und Formen, jeder kann den ganzen Tag wählen, was ihm wo gerade passt
> ich bin auch ätzend und korrigiere Besuch im Umgang mit unseren Miezen, wenns mir mal garnicht passen sollte
Ich denke dass viele dieser Dinge ihnen Sicherheit geben und auch das Vertrauen zu uns stärkt. Siehe Loui und seinen Unfall. Sein Vertrauen war uns gegenüber grenzenlos. Bei Hänky wird es nach über zwei Jahren auch immer besser aber er ist der schwierigste von allen und ich bekomme es einfach hin ihn "handzahm" zu machen.
Meiner Meinung nach war die Wahl der Neuzgänge einfach das Wichtigste
Ebenfalls wichtig finde ich, dass man sich mit den einzelnen Charaktereigenschaften beschäftigt, denn ich glaube nicht dass man jede Miez gleich behandeln kann. Unsere werden im Großen natürlich gleich behandelt, aber es gibt schon auch ordentliche Unterschiede wie wir mir ihnen einzeln umgehen.
Hmmm, ob das jetzt alles überhaupt so interessant ist weiß ich nicht, aber vielleicht entwickelt sich ja eine schöne Erziehungsdiskussion mit viel Input und auch gerne neuen Anreizen zum Nachdenken.