Guten Tag ihr Lieben!
ich habe ein ganz wichtiges Anliegen und hoffe, hier einige Ratschläge und Tipps zu bekommen.

es wird ein etwas längerer Post, da ich den Sachverhalt so detailliert wie möglich schildern und euch ein genaues Bild geben möchte. Ich hoffe, mein Beitrag ist verständlich und nicht zu verwirrend, durch den dauerhaften Schlafmangel aufgrund meines Babys bekomme ich meine Gedanken manchmal nicht immer gut zusammen oder vergesse Einzelheiten. Bei offenen Fragen stehe ich aber gerne zur Verfügung!
Erstmal die wichtigsten Ereignisse in chronologischer Reihenfolge:
Im Februar 2019 adoptierte ich zwei Katzendamen aus dem Tierheim, Hexe und Tonka (beide da 10 Jahre alt). Im September 2020 fand man bei Tonka einen bösartigen Magentumor, im Oktober 2020 bekam Hexe eine Rhinoskopie wegen ihrem anhaltenden Schnupfen (Verdacht auf Tumor, allerdings konnte wegen Verletzungsgefahr keine Biopsie gemacht werden). Beide waren vom Wesen her sehr schüchtern und versteckten sich oft. Ich war die einzige Bezugsperson, generell hatten sie vor anderen Menschen Angst und brauchten lange, um sich an andere zu gewöhnen.
Im Dezember 2020 bekam ich meinen Sohn. Beide reagierten auf meinen mehrtätigen Krankenhausaufenthalt wohl sehr gestresst. Tonka musste ich im Januar dieses Jahr einschläfern lassen, als das Kortison und die Medikamente nicht mehr anschlugen, sie aufhörte zu fressen und zu trinken und drastisch abnahm und sich komplett zurückzog. Hexe geht es aber gut, sie hat das Baby von Anfang an akzeptiert und schien gelockerter und ausgeglichener, nachdem Tonka nicht mehr da war (Tonka war ihr gegenüber ziemlich gemein, was aber wahrscheinlich mit ihrer Krankheit zusammenhing).
Mein Partner zog im Dezember zu mir, um bei uns zu sein. Hexe hat sich in den darauffolgenden Wochen gut an ihn gewöhnt, mittlerweile kuschelt sie auch mit ihm und legt sich zu ihm hin. Er hat ebenfalls einen Kater, den Henry. Henrys Alter ist unbekannt, er wird aber als Seniorkatze geschätzt. Über seine Vergangenheit ist nichts bekannt, man fand ihn in einem Karton. Im Tierheim wurde er getrennt von anderen Katzen gehalten. Henry ist extrem menschenbezogen und sehr aufgeschlossen, er mag jeden und ist sehr offenherzig. Allerdings kotet und pinkelt er außerhalb seines Katzenklos, wenn ihn etwas stört. Als ich schwanger war und regelmäßig bei meinem Partner war, hat er oft in meiner Anwesenheit gekotet und mied oft meine Nähe, was zuvor nie der Fall war. Während mein Partner bei mir war, zog ein guter Kollege in seine Wohnung, um sich um Henry zu kümmern (eine Katzenzusammenführung in meiner alten Wohnung wollten wir meiden, wegen dem neugeborenen Baby, dem Wochenbett und der Katzen, die sich auch an die neue Situation gewöhnen mussten). Henry kam super mit seinem Kollegen klar (die beiden kannten sich schon vorher), es gab keine Unreinheiten und Henry akzeptierte ihn als Bezugsperson. Da mein Partner und ich eine gemeinsame Wohnung suchten, war klar, dass wir versuchen wollten Hexe und Henry zusammenzuführen, waren uns aber auch unsicher, ob das klappen würde. Im allerschlimmsten Fall fragte mein Partner seinen Kollegen (der seine Wohnung auch nach dem Umzug als Nachmieter übernommen hat), ob er den Henry denn behalten würde, damit Henry in seinem alten Revier bleiben kann (Veränderungen und Stress sind für den Kater nicht einfach, das merkten wir schon am Koten und Pinkeln - er ist übrigens kastriert, habe ich vergessen zu erwähnen). Der Kollege willigte ein, er mochte den Henry auch sehr. Wir vereinbarten auch mit ihm, dass wir uns finanziell komplett um Henry kümmern würden, was Futter und Arztbesuche angeht. Aber das war nur für den Fall, FALLS es mit den beiden Katzen nicht klappen sollte. Wir wollten den Henry sowieso zu uns holen, sobald wir den Umzug hinter uns haben und die Wohnung weitestgehend eingerichtet haben. Auf Anraten der Tierärztin haben wir dem Henry vorab das große Wohnzimmer eingerichtet, damit er erstmal ankommen und sich zurechtfinden kann (mit seinem Katzenklo aus der alten Wohnung und seinem Kratzbaum). LEIDER - und das schlägt mir bis heute noch sehr auf den Magen - änderte der Kollege seine Meinung, da - und das wird sicher auf Kritik stoßen - der Henry ihm auf Dauer zu verschmust war und er auch mal seine Ruhe haben will ... na ja. Jedenfalls sollte der Henry auf keinen Fall ins Tierheim, und wir hofften einfach, dass es mit den beiden Katzen klappt. Wir mussten de Henry auch eher abholen, da der Kollege den Kater schnellstmöglich loswerden wollte. Also kam Henry in ein noch recht wuseliges Wohnzimmer.
In diesem Post geht es also um Hexe und Henry.
Henry ist nun seit etwa 2 Wochen bei uns in der neuen Wohnung und lebt leider noch im großen Wohnzimmer. Getrennt sind beide Katzen durch eine mit Katzennerz verstärkte Fliegengittertür. Henry war von Beginn an neugierig, aber auch etwas überfodert, absolut verständlich. Neues Umfeld, Baby, andere Katze ...
Die erste Begegnung mit Hexe an der Fliegengittertür in wildes Gefauche von Henrys Seite (Henry wurde zuvor als Einzelkatze gehalten). Hexe war eher sehr neugierg, aber auch sehr verschreckt, weswegen sie dann schnell das Weite suchte. Henry knurrte danach noch eine Zeit lang, fauchte sogar meinen Partner an.
Nun komme ich zu unserem Problem: Seit dieser Begegnung kotet Henry auch wieder außerhalb des Katzenklos und pinkelt in die Ecken. Jedes Mal, wenn er auf Hexe stößt, geht er in die gehockte Stellung, der Schwanz peitscht, er gurrr, dann knurrt er laut und rennt auf die Fliegengittertür zu. Dann beißt er ins Katzennetz und versucht auszubrechen. Sobald Hexe weggelaufen ist, geht er auch. Eine Zusammenführung haben wir bis jetzt noch nicht gemacht, da uns gesagt wurde, dass wir auf das Verhalten an der Fliegengittertür achten sollen.
An der Fliegengittertür füttere ich beide mit Leckerlis, um ihre Begegnung mit etwas Positivem zu verbinden (sie LIEBEN Leckerlis), das funktioniert auch recht gut. Ich kann mit meinem Baby nicht oft ins Wohnzimmer, da er beim Baby auch noch recht skeptisch ist und ich es langsam angehen möchte. Das Problem ist, dass wir die beiden früher oder später zusammenführen müssen, aber auch zwischenzeitlich getrennt halten müssen. Mein Partner ist als Pflegekraft viel und lange arbeiten, und ich bin dann alleine mit dem Baby, das im Moment auch viel Aufmerksamkeit einfordert. Was ist, wenn beide kämpfen und es blutig wird? Ich kann mein Baby mal eben nicht irgendwo ablegen und dazwischen gehen.

Und wir wollen beide ja auch schützen. Aber wir können auch nicht immer einen Wechsel von Trennen/Zusammenführen machen, wenn mein Partner Zuhause ist. Das tut den beiden auch nicht gut. Und es ist wichtig, dass es den Katzen gut geht und das Tierwohl steht für uns auch an erster Stelle. Mein Partner versucht auch Henry viel Aufmerksamkeit zu schenken, so gut es geht, aber wir haben das Gefühl, dem Kater nicht genug gerecht werden zu können. Ich versuche auch so oft es geht zu Henry zu gehen, mit dem Baby. Aber in der Gegenwart des Babys verhält er sich recht distanziert und vorsichtig. Und leider kotet er dann auch direkt in unserer Anwesenheit.
Wir haben die Befürchtung, dass Henry diese Umgebung und die Situation einfach nicht guttun. Und wir wollen nicht, dass er leidet. Wir haben die Möglichkeit, Henry in der Familie zu halten, denn Verwandte würden sich liebevoll bereiterklären, Henry aufzunehmen und den zu "wie ein Prinz zu verwöhnen". Zudem vertragen sich unsaubere Katze und irgendwann krabbelndes Baby nicht sehr gut, egal wieviel und wie oft man der Katze hinterherputzt. Besonders bei Kot und Urin. Das wurde uns auch oft gesagt und das sehen wir natürlich auch ein! Henry würde es wahrscheinlich besser gehen, wenn er ganz für sich in einem Haus wäre und die Menschen nur für sich hätte. Wir könnten ihn regelmäßig besuchen gehen.
Nun komme ich zu meinen Fragen:
- ist eine Zusammenführung realisierbar, wenn mein Partner sich ein paar Tage frei nehmen würde?
- ist die Zusammenführung überhaupt eine gute Idee?
- haben wir etwas falsch gemacht, hätten wir uns anders verhalten sollen?
Ich kann mir vorstellen, dass wir sicherlich in vielerlei Hinsicht nicht gut gehandelt haben, aber ich bitte von beleidigenden Kommentaren abzusehen, besonders bei dem Punkt, Henry ein besseres, stressfreies und schöneres Seniorenleben in einem anderen Haus bieten zu können (was uns ohnehin schon schwer fällt, ganz besonders meinem Partner). Die Situation ist für uns ohnehin schwierig genug, auch für mich als frischgebackene Mama, die versucht es allen im Haus gerecht zu machen, unter konstantem Schlafmangel leidet und stundenlang im Internet recherchiert (wenn ich dann Zeit habe und das Baby schläft) und mit Tierärzten gesprochen hat. Aber ich freue mich trotzdem über jeden Ratschlag und bin auch offen für konstruktive Kritik, denn ich möchte auch dazulernen und auch mögliches Fehlverhalten wiedergutmachen und daraus lernen. Es geht mir hier vorrangig um Henrys Wohl und was das Beste für ihn ist. Vielleicht haben wir uns die Katzenzusammenführung mit einem Baby etwas einfacher und unkomplizierter vorgestellt. Oder wir wurden falsch beraten. Wir stützen uns auch auf fachliche Ratschläge. Und uns wurde angeraten, erst die Fliegengittertür aufzumachen, wenn beide kein aggressives Verhalten zeigen.
Ich bedanke mich schonmal vielmals im Voraus!
Liebe Grüße,
Avrina