Trauer geht nicht vorbei

Diskutiere Trauer geht nicht vorbei im Regenbogenbrücke Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo, vor fünfeinhalb Jahren wurde unsere Freigängerkatze überfahren, weil jemand bei uns in der Straße kein Verständnis für Verkehrszeichen...
  • Trauer geht nicht vorbei Beitrag #1
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Gerbera4

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Hallo,
vor fünfeinhalb Jahren wurde unsere Freigängerkatze überfahren, weil jemand bei uns in der Straße kein Verständnis für Verkehrszeichen hatte. Während das passiert ist, war ich mit meiner Familie für zwei Wochen im Urlaub, unsere Nachbarn haben sich dann immer um ihn gekümmert . Ich habe dann nach dem Urlaub mitbekommen, dass mein bester Freund währenddessen schon fast die ganze Zeit unter der Erde lag. Weder verabschieden noch sehen konnte ich ihn noch einmal. Direkt in derselben Woche wurden plötzlich alle Bilder von mir gelöscht, weil das Gerät kaputt gegangen ist - unwiederbringlich weg. Er war mein bester und einziger Freund, und auch wenn wir neue Fellnasen haben, die ich über alles liebe, hört die Trauer nicht auf. Seit bald sechs Jahren mache ich mir deshalb Schuldvorwürfe. Selbst wenn ich ihn nicht hätte retten können, ich habe mir gewünscht, dass ich an seiner Seite bin, wenn er gehen muss, ihm den schönsten Platz vermachen. Aber nein, unser Nachbar hat ihn am Waldrand verbuddelt, der aktuell abgeholzt und zugebaut wird. Demnächst ist seine Ruhestätte dran.
Ich kann die Trauer einfach nicht zügeln und niemand kann oder will mir helfen, bzw. meine Trauer überhaupt verstehen.
Wie helft ihr euch?
Gibt es noch irgendwo jemanden, dem es auch so geht?
 
  • Trauer geht nicht vorbei Beitrag #2
Es tut mir sehr leid, dass du schon so lange leidest. Ich kenne das, wenn das Tier im Urlaub stirbt - bei mir war es mein Monsterchen, der einfach tot in der Wohnung lag und ich war unendlich weit weg, konnte ihn nicht mehr sehen, nicht Abschied nehmen.
Ich habe dann aus der Ferne noch die Obduktion gemanagt, das war höchst kompliziert, da nicht jeder tote Tiere transportieren darf und das Ganze ja (es war im Sommer) schnell gehen musste. Leider hat die Sektion nur ein Multi-Organversagen, nicht aber den Grund dafür zu Tage gefördert. Die Frage nach dem "Warum" wird immer bleiben.
Aber ich fühle mich deswegen nicht schuldig - Lebewesen sterben leider und gerade bei Freigängern muss man ja leider mit so einem tragischen Ende aufgrund des Fehlverhaltens anderer (oder eben leider auch des Tieres, denn mir ist schon einmal eine Katze vors Auto gelaufen und ich hätte keine Chance gehabt, zu bremsen, es war haarscharf, aber ich war nicht schnell, aber manchmal kann man eben nicht ausweichen) rechnen.

Es ist aber nicht deine Schuld, dass der Kater einen Unfall hatte!

Komisch finde ich nur, dass man dich nicht sofort benachrichtigt hat, aber gut, ich kann nicht beurteilen, wie gut ihr mit den Nachbarn bekannt wart.

Wenn dein Kater jetzt seine letzte Ruhestätte verliert (du aber auch gar nicht so genau weißt, wo er liegt), dann mach doch eine Gedenkstätte im Garten für ihn. Es gibt wunderschöne Steine, die man mit einem Bild bemalen lassen kann und du könntest einen Rosenstock oder eine andere schöne Pflanze nur für ihn aufstellen. Vielleicht gibt dir das dann das Gefühl, dass er noch immer etwas bei dir ist.

Was die Bilder angeht, oh, je, auch das kenne ich leider, daher immer doppelt sichern, aber hast du das Gerät mal zu einem Profi gebracht? IdR. können die recht viel wieder herstellen - einen versuch wäre es wert!

Viel Erfolg bei allem und dass sich die Trauer bald in ein Lächeln verwandelt!
 
  • Trauer geht nicht vorbei Beitrag #3
Hallo,
hast du mal überlegt dir professionelle Hilfe zu holen?

Ich kann deine heftige Trauer schon verstehen, aber nicht so ganz deine Schuldgefühle.
Es ist immer besonders schwer sein Seelentier zu verlieren und der Schmerz über den Verlust vergeht nie so ganz, wird aber mit der Zeit (normalerweise) erträglicher.
An dem Unfall konntest du nichts ändern.
Du warst definitiv nicht da und deshalb nicht an seiner Seite. Außerdem hast du auch sonst nichts falsch gemacht....und (nimm es mir bitte nicht übel), ich bin der festen Überzeugung dass du auch Schuldgefühle hättest wenn du bei ihm gewesen wärst.
"Warum habe ich ihn an diesem Tag raus gelassen?".......usw.usw.usw.

Weißt du ich habe mir immer gewünscht dass meine Katzen ihre letzte Reise friedlich im Schlaf antreten (wenn sie sehr alt sind). Leider hat es sich bei meinen 5 Sternchen nicht erfüllt. Mein erster Kater ist mit 11 Jahren von einem Freigang nicht zurück gekommen und die anderen 4 musste ich beim Tierarzt gehen lassen.

Das mit den Fotos ist natürlich schlimm. Aber ich denke du hast sein Bild in deinem Kopf und in deinem Herzen.

Vielleicht kannst du dir von seiner letzten Ruhestätte ein wenig Erde nehmen, bewahre sie auf und richte dir Zuhause einen kleinen Gedenkplatz für ihn ein. Du hast doch bestimmt noch ein altes Spielzeug von ihm, oder irgendetwas anderes.
Solche Plätze helfen einem die Trauer zu bewältigen.
Ansonsten mach dich nicht verrückt, falls dieser Platz bald zugebaut wird denn dort ist er nicht mehr. Er ist in hinter der Regenbogenbrücke und in deinem Herzen.
 
  • Trauer geht nicht vorbei Beitrag #4
Danke für eure Antworten.
Ja, ich habe versucht, mir Hilfe zu holen, in der Nähe ist das aber schwierig und ich habe die "Behandlung" abgebrochen, da es eine Lebensberaterin und keine Psychologin war. Ein richtiger Psychiater wäre zu weit weg für mich, da ich alleine nicht hinkomme und meine Eltern mich nicht fahren können bzw. meine Trauer nicht verstehen (unter dem Motto: war doch nur eine Katze ).
Und auch dass mit der Gedenkstätte im Garten wird von meiner Familie nicht respektiert.
Die Festplatte mit den Fotos habe ich schon zum Profi gebracht- Erfolg gleich null!
Irgendwie habe ich bisher im Leben immer nur Pech gehabt - oder die falschen Personen.:oops:
 
  • Trauer geht nicht vorbei Beitrag #5
Das tut mir total leid für dich. Es ist immer hart, eine Seelenkatze zu verlieren.
Vielleicht wollten dir damals die Nachbarn, den Urlaub nicht "verderben", wenn du möglicherweise aus der Entfernung sowieso nichts hättest tun können. Als ich vor einigen Jahren auf einer Studienreise war, war meine damalige Katze Hermine verschwunden. Das wurde auch vor mir regelrecht "geheimgehalten", damit ich die Reise nicht abbreche. Gottseidank wurde Hermine noch gefunden.
Es ist für die Trauer sehr schwer, wenn man sich nicht verabschieden kann. Das scheint bei dir auch der Fall zu sein. Ich erlebe das als Pfarrerin im Moment auch sehr stark, wenn Angehörige sich wegen Corona nicht verabschieden konnten. Ich habe hier auch Familien, die nicht über einen Verlust hinwegkommen. Von daher reagierst du nicht seltsam oder so.
Das mit den Bildern ist dann noch ein zusätzlicher Verlust, der es auch nicht einfacher macht.

Ich würde mal mit deinem Hausarzt sprechen, vielleicht hat er eine Idee.
Für viele ist ein Erinnerungsort eine Hilfe, das muss aber nicht unbedingt im Garten sein. Du könntest dir auch eine Art "Erinnerungsecke" machen. Das geht auch ohne Foto. Eine schöne Kerze, vielleicht findest du jemand der dir ein Katzenbild malt oder du kannst das sogar selber machen. Da gibt es viele Möglichkeiten. Eine Freundin hat z.B. für mich einen Christbaumanhänger als graue Katze gefunden, die Hermine, die dann einige Jahre nach ihrem Verschwinden verstorben ist, sehr ähnlich sieht. Irgendwie ist sie dadurch an Weihnachten immer dabei.
 
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