Hallo in die Runde,
ich möchte mich kurz vorstellen und meine letzten Momente mit meiner Fellnase in Worte fassen um ein wenig meine Trauer zu verarbeiten.
Ich bin Nico (28) und musste am Montag meine über alles geliebte Katze einschläfern lassen.
16 Jahre war sie an meiner Seite. Wir haben Höhen und Tiefen gemeinsam durchlebt und viele tolle Erinnerungen geschaffen.
Der Beginn der letzten gemeinsamen Tage begann am Samstag, den 11.06.22. Meine Freundin und ich waren bis zum Nachmittag unterwegs und nur durch Zufall nochmal kurz nach Hause gekommen, weil wir eigentlich zum grillen bei ihrem Papa eingeladen waren. Durch das warme Wetter haben wir aber beschlossen nochmal kurz zu Hause halt zu machen um uns bequemere Sachen anzuziehen. Als wir die Tür zur Wohnung öffneten der Schockmoment, der mich vermutlich auch noch einige Zeit begleiten wird. Direkt im Flur Erbrochenes und Kot. Ein Schritt in die Wohnung und der Blick um die Ecke und da lag sie. Hechelnd auf dem Boden liegend in ihrem eigenen Erbrochenem und Durchfall, mein geliebter Engel. Direkt hin und auf sie eingeredet, kurz alles sauber gemacht und einen Tierarzt gesucht der Bereitschaft hat. Zum Glück nicht ganz so weit entfernt einen gefunden. Mittlerweile war sie wieder bisschen agiler und hat sich während der Fahrt lautstark beschwert, was sie immer getan hat wenn wir zum Tierarzt sind. Beim Tierarzt angekommen haben wir sämtliche Untersuchungen machen lassen. Ein Nachmittag mit der einer Berg und Talfahrt gleicht. Als erstes wurde sie geröntgt. Es wurde eine Verdickung in der Darmwand festgestellt aber die Ärztin konnte nicht genau sagen was es war. Der erste Tiefschlag. Dann wurde ein Blutbild gemacht. Alle Werte waren gut oder in Ordnung. Ein kleiner Lichtblick an diesem Tag. Zum Schluss wurde ein Ultraschall gemacht. Die Verdickung war deutlich zu erkennen, außerdem freie Flüssigkeit, welche nicht genauer definiert werden konnte und dann der zweite Tiefschlag. Ihre Leber war komplett zerfressen. Selbst die Ärztin konnte ihren Augen nicht trauen da die leberwerte im Blut gut waren.
Wir hatten 2 Optionen. Entweder wir lassen sie bei der Ärztin über Nacht oder sie bekommt eine Infusion und wir nehmen sie mit nach Hause. Natürlich direkt für Option 2 entschieden, weil ich Angst hatte das sie die Nacht vllt nicht mehr überlebt. Nach 5 Stunden beim Arzt waren wir wieder zu Hause. Viel geweint und geredet. Nach kuscheln war ihr nicht zumute aber sie hat sich immer in unsere Nähe gelegt. Leckerlis wollte sie auch keine essen und trinken erst recht nicht. Nach anfänglicher Besserung am Sonntag und wieder ein wenig Hoffnung das sie es übersteht wurde sie leider zunehmend
träger. Sie wurde inkontinent und hatte auch keinen Stuhlgang. Hat den ganzen Tag geschlafen, sich kaum geputzt aber zum kuscheln kam sie regelmäßig und hat das auch genossen. Leider musste ich mich mit dem Gedanken abfinden, das wenn wir am Montag Abend nochmal zur Ärztin fahren ich sie gehen lassen muss.
Der Montag kam und es war ein schrecklicher Tag. Alles was ich mit ihr machte stand unter dem Titel ‚Das letzte mal‘. Ihr letztes Mal schnurren, ihre letzten Leckerlis, das letzte mal schmusen und auf dem Arm halten. Es war ein unerträgliches warten.
Am Abend auf dem Weg zum Tierarzt hat es in Strömen geregnet. Passend zur Stimmung. Sie ist friedlich eingeschlafen. Die Ärztin war sehr einfühlsam und hat es uns so leicht wie möglich gemacht. Beim verlassen der Praxis hat es aufgehört zu regnen und die Sonne kam langsam durch. Vllt symbolisch dafür das es am Ende die richtige Entscheidung war auch wenn es schwer zu verkraften ist.
Ich versuche stark zu sein, auch für sie und blicke mit einem Lächeln auf eine wundervolle gemeinsame Zeit und auf die letzten zwei Tage mit ihr.
Ich werde dich ewig im Herzen tragen mein Engel!
Und ich weiß das es dir jetzt besser geht, wo du bist.
Ich liebe dich!




