Teil 8
.... Jetzt hab ich wirklich lange nichts mehr von mir hören lassen, aber es war nicht meine Schuld. Lia arbeitet im Moment so viel an diesem komischen elektronischen Klappding, dass ich kaum mal an die Tasten durfte.
Also wo waren wir? Ja wenn meine Erinnerung mich nicht trübt im Menschenjahr 2015. Da hatte Lia doch tatsächlich als sie aus dem Auto kam ein kleines schwarzes etwas auf dem Arm, es war so unfassbar winzig, dass ich zuerst gar nicht erkannte, das es ein Kätzchen war. Die Menschen hatten im Urlaub an einem Straßenrand ein kleines Baby aufgelesen. Die Mama des kleinen lag etwa 100 Meter weiter überfahren auf der Straße. Zumindest waren sich die Menschen sicher, dass es die Mama war. Weitere kleine Minis konnten selbst nach zwei Stunden suchen nicht ausgemacht werden. Also wurde der kleine miteingepackt.
Ich wohne schon bei sehr lieben Menschen, dass muss ich zugeben. Mein Problem mit dem Kleinen war aber, er war ein Kater, oder er würde ein Kater werden. Das wird schrecklich werden dachte ich mir. Ich konnte aber dieses glückseelige Leuchten in Lias Augen sehen, sie würde den Kleinen für nichts in der Welt hergeben, soviel war sofort klar. *Seufz* vielleicht wird es ja nicht so schlimm. Doch ich hatte mich geirrt, das Jahr 2015 wurde schlimm. Ungefähr 2 Wochen nachdem die Menschen wieder hier waren, verschwand Oma. Zuerst waren die Menschen nicht beunruhig Oma ging gerne zu ihrem alten Zuhause und da sammelten Lia und ihr Mann sie dann meistens wieder ein. Es gab so eine "Telefonkette" so nennen das die Menschen. ich weiß immer noch nicht genau wie das gehen soll und was einem Telefone an einer Kette bringen, aber es klappte.
Ich weiß es noch wie gestern. es war für Herbst noch sehr sehr warm. Lias Telefon klingelte, ich saß auf der Terrase auf meinem Sessel, alle schliefen. Lia ging ran und ich merkte sofort an ihrer Stimme das etwas nicht in Ordnung war. Sie legte das Telefon schnell zur Seite und lief los. Als sie wieder kam hatte sie Oma auf dem Arm und weinte bitterlicht, Lia hat so sehr geweint. Sie legte Oma sofort auf ein weiches Kissen. Oma sah ganz füchterlich aus. Sie maunzte aber nicht, sie hatte ganz schläfrige Augen. Ich verstand es sofort, Oma würde sterben. Lia nahm all ihre Kraft zusammen und rief zuerst den Tierärztin an und dann ihren Mann. Sie sank zusammen und kuschelte sich ganz vorsichtig an Oma. Sie versuchte ihr gut zuzureden. Oma hörte ja aber nichts mehr. Lia weinte und weinte und ich saß nur daneben und wusste nicht was ich machen sollte. Ich wollte helfen, wusste aber nicht wie.
Lias Mann war vor der Tierärtzin hier, auch er weinte. Beide streichelten Oma ganz vorsichtig und sie schnurrte noch ein letztes Mal, dann war es still. Die Tierärtzin konnte nur noch eine tote Oma untersuchen. Sie wurde wahrscheinlich angefahren, meinte die Tierärtzin, das Rückrat scheint mir gebrochen. Ihr hättet nichts mehr machen können.
Lia sprach tagelang kein Wort, sie war so traurig. Der kleine Lucky war ganz viel bei ihr und tröstete seine Mama. Lucky liebt Lia überalles, ich glaube mehr als jeder hier. Sie ist seine Mama, auch wenn sie ihn nicht zur Welt gebracht hat.
Ich war traurig. Oma war toll. Ich hörte Lia mal sagen, wie scheiße ist das? das wirst du 20 Jahre alt und dann überfährt dich ein Auto ...
Wir waren also jetzt wieder 6 Katzen: Mara, Mona, Lisa, Bubi, Lucky und ich
Ich war von Anfang an kein Fan von Lucky, ich konnte sehr früh erkennen, dass er der Chef hier werden würde. Er lies sich schon mit ein paar Moanten von Bubi nichts mehr sagen. Er fauchte nicht und haute auch nicht. Er baute sich schon ein kleiner Kerl vor uns auf und guckte uns direkt in die Augen. Ich verschwand immer gleich. Bubi fing an zu knurren und zu fauchen. Das aber imponierte Lucky kein bisschen. Der hatte Ego.
Sobald es ging kamen bei Lucky die Eierchen ab, aber sein CHEFANSPRUCH blieb. Ich muss ehrlich sagen, Lucky hat mir nie etwas getan, er jagt mich nicht und er ärgert mich nicht, aber ich habe so furchtbaren Respekt vor ihm, dass ich mich nicht in seine Nähe traue.
Der Winter 2015 war mild, ich durfte sehr lange draußen bleiben und musste glaube ich nur 2 Wochen rein, in denen es wirklich kalt war. Das war das einzig Gute für mich an 2015, sonst war es ein trauriges Jahr mit viel Veränderung. Wie alle Katzen HASSE ich Veränderung.
Dieses Mal gibt es, wie nennt ihr das, ah keinen Cliffhanger. Ich schreibe hoffentlich ald über 2016. Ich muss nachdenken und mich erinnern was 2016 passiert ist, meine Erinnerungen werden auch immer blasser.
Bleibt aber bei mir.
Eure Lolle