Abgeben um besseres Leben zu ermöglichen?

Diskutiere Abgeben um besseres Leben zu ermöglichen? im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo an euch alle! Ich hab mich hier angemeldet, weil ich ziemlich verzweifelt bin und mir erhoffe, gute Ratschläge von euch zu erhalten...
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BlueAngel2022

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Hallo an euch alle!

Ich hab mich hier angemeldet, weil ich ziemlich verzweifelt bin und mir erhoffe, gute Ratschläge von euch zu erhalten.


Darum geht's:
Ich überlege, meine 2 Katerchen abzugeben um ihnen wieder Freigang zu ermöglichen.



Nun der Hintergrund:
Meine 2 MaineCoon Jungs (Silas 11 Jahre und Peter 8 Jahre) waren anfangs reine Wohnungskatzen :)
Silas hab ich mit knapp 2 Jahren aus dem Tierheim geholt, Peter kam mit 14 Wochen zu mir.
Silas ist ziemlich entspannt und extrem menschenbezogen - wenn es nach ihm ginge wäre er 24Stunden auf dem Schoß. Peter ist sensibel, sehr zurückhaltend, kommt nur mal ganz kurz zum kuscheln und ist Fremden v. a. Männern gegenüber sehr scheu.

Die allerbesten Freunde sind die beiden zwar nicht, aber sie kuscheln dennoch hin und wieder zusammen, Silas putzt Peter auch die Ohren.
Einen wirklichen Spieltrieb haben beide nicht. Es ist wirklich schwer sie zu motivieren. Katzenangel/Laserpointer ist mal für 1-2 Minuten ganz interessant, ab und zu wird ein zerknüllter Kassenbon durch die Gegend gefetzt, kurz die Tatzen ins Fummelbrett gehangen oder ins Baldriankissen gebissen. Und das wars dann auch. Klickern finden beide doof. Zusammen spielen ist nicht, da Peter Silas' Spielaufforderungen immer missversteht und denkt er will ihn schlagen :rolleyes:
Hin und wieder haben sie ihre 5-Minuten wie sie durch die Wohnung rennen und Geräusche von sich geben, die man keiner Katze zutrauen würde :ROFLMAO:


Die ersten Jahre über waren sie wie gesagt reine Wohnungskatzen. Durch einen Umzug hatten sie die Möglichkeit, auch Freigang zu haben. Dies haben sie genutzt. Jedoch nur wenn das Wetter gut war. Silas war meist nur 30Min draußen, dann wollte er wieder rein, Peter ist nach einem Jahr sogar hin und wieder über Nacht weg gewesen und kam dann in den frühen Morgenstunden wieder.
Meistens waren beide jedoch in Rufnähe.
Peter hat mir auch gerne mal seine Beute mitgebracht... ;)

Nach 4 Jahren erfolgte dann der Zusammenzug mit meinem Partner. Leider ohne Möglichkeit auf Freigang (aber mit Balkon).

Die beiden machten den Umzug und die damit verbundene Veränderungen wirklich sehr gut mit :love: (keine Unsauberkeit, Möbel kratzen o.ä.). Auf dem Balkon sitzen sie auch gerne - Silas am liebsten wenn ich dabei bin.
Dennoch hab ich immer ein schlechtes Gewissen, da sie ja jetzt immer auf menschliche Bespaßung angewiesen sind (sie sie recht selten in Anspruch nehmen) anstatt Abenteuer in der Natur zu erleben... Ich denke mir immer, dass sie traurig sind - vor allem wenn Peter am Fenster sitzt und raus schaut :cry:


Nun ist es so, dass die Eltern eines Bekannten MaineCoons lieben und meine sofort aufnehmen würden wenn ich auf der Suche nach einem neuen Zuhause für sie wäre. Sie leben am Rand eines kleinen Nachbarortes neben Feldern und haben einen großen Garten.


Tja...und nun bin ich seit einigen Wochen am überlegen was das beste für meine beiden ist.
Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll.
Ist es für den extrem anhänglichen Silas das richtige, ihn zu jemand neues zu geben (er ist ja nun auch nicht mehr der jüngste) und wie würde es mein Sensibelchen Peter verkraften?
Andererseits hätten sie dort wieder Abwechslung - Freigang und auch viel Kuschelzeit (beide Rentner).

Wie gehen Katzen denn mit sowas um? Trauern und vermissen sie mich? Fühlen sie sich abgeschoben? Oder denke ich zu vermenschlicht?
Ich liebe die beiden über alles... Ich hab nur Angst, dass sie sich hier in der Wohnung zu sehr langweilen, vor allem da sie ja die Welt "da draußen" kennen gelernt haben. Andererseits will ich sie ja auch nicht einfach abschieben weil ich mich damals ja bewusst für diese Verantwortung entschieden habe.
Ich will aber nicht egoistisch sein und sagen "ich hab mich dafür entschieden und nun bleiben sie da", sondern ich will für meine beiden Lieblinge das beste....


Könnt ihr mir sagen, wie ihr in meiner Situation handeln würdet? Vielleicht kann jemand aus eigener Erfahrung berichten?

Ich danke euch schon mal fürs durchlesen des langen Textes!

Habt noch einen schönen Samstag,
BlueAngel
 
  • Abgeben um besseres Leben zu ermöglichen? Beitrag #2
Hi,
hast du wirklich den Eindruck, das deine beiden unglücklich oder nicht ausgeglichen / ausgelastet sind? Aus deinem Text kann ich ehrlich gesagt keinen Grund finden um beide abzugeben. Nochdazu weil besonders Silas sehr auf euch bezogen ist…. und sensibelchen Peter? Drängen beide raus oder reicht ihnen der Balkon?
 
  • Abgeben um besseres Leben zu ermöglichen? Beitrag #3
…. Wir haben zwei Indoor Katzen die sehr wenig spielen bzw offensichtlich keine Lust aus bespassung von uns haben. 😉
 
  • Abgeben um besseres Leben zu ermöglichen? Beitrag #4
Ich bin zwar kein Experte, aber für mich klingt es nicht danach, dass es den Katzen schlecht geht. Am Fenster sitzen ist ganz normal für Katzen, das machen meine Jungs auch sehr gerne, ich sage dazu immer, sie gucken Katzenfernsehen.

Wenn sie nicht kläglich mauzen, an Türen/Wänden kratzen, irgendwo hinmachen oder anderweitig durchdrehen, sollte alles in Ordnung sein denke ich. Kann natürlich mich auch irren, wie gesagt, bin kein Experte aber ich denke das würde man denen schon deutlich in Form einer Wesensveränderung anmerken.
 
  • Abgeben um besseres Leben zu ermöglichen? Beitrag #5
Hi,
das klingt nicht nach unglücklichen Katzen.
Wenn eine Katze wirklich raus will, dann ist das mit Lautstärke, Terror und richtig genervten Dosis verbunden. ;)
 
  • Abgeben um besseres Leben zu ermöglichen? Beitrag #6
Ich möchte mich den anderen anschließen und denke du vermenschlichst zu sehr und zwar nicht in Bezug auf die Trauer und den Verlust um geliebte Personen, sondern um ihren Wunsch nach Freigang.
Wenn sie wirklich eine starke Bindung zu dir haben, so hört es sich für mich jedenfalls an, wäre es also die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Freigang im Tausch gegen das gewohnte Zuhause und die lieben Dosis?
Wie gut kennst du die Eltern des Bekannten? Erwartet deine beiden Jungs da wirklich das Katzenparadies?
Ich will nicht den Teufel an die Wand malen aber was ist wenn deinen Jungs da etwas passiert?
Du würdest dir dein Leben lang Vorwürfe machen.
 
  • Abgeben um besseres Leben zu ermöglichen? Beitrag #7
Volle Zustimmung zu meinen Vorschreibern. Ich würde sie nicht abgeben. Wenn sie weg sind, ist das endgültig. Und wer kann schon wissen, ob sie in ihrem neuen Zuhause wirklich glücklicher sind - oder vielleicht auch todunglücklich?
 
  • Abgeben um besseres Leben zu ermöglichen? Beitrag #8
Ich kann deine Überlegung voll und ganz verstehen.
Ich selbst überlege hin und wieder ob unsere Norwegerin in einem Heim mit Freigang besser aufgehoben wäre. Sie spielt auch kaum, zerstört lieber. Dann spüre ich wieder was wir für eine starke Bindung miteinander haben. Und ich denke das sie glücklich bei uns ist. Spiele bieten wir an, wenn sie diese nicht annimmt, ist sie selbst schuld. Dazu kommt noch Frischluftkino, Futterspiele, etwas Clickern (mag sie auch nicht wirklich), immer wieder Gegenstände die sie erkunden und/ oder zerstören darf. Kuscheln geht natürlich immer
 
  • Abgeben um besseres Leben zu ermöglichen? Beitrag #9
Moin….du bist weit, sehr weit entfernt, dass du da eine unglückliche Katzengemeinschaft hast. Ja Freigang ist was feines …aber sie wie du die Zwei beschreibst sind sie sehr flexibel was Lebenssituationen angeht.

Die beiden machten den Umzug und die damit verbundene Veränderungen wirklich sehr gut mit :love: (keine Unsauberkeit, Möbel kratzen o.ä.). Auf dem Balkon sitzen sie auch gerne - Silas am liebsten wenn ich dabei bin.
Dennoch hab ich immer ein schlechtes Gewissen, da sie ja jetzt immer auf menschliche Bespaßung angewiesen sind (sie sie recht selten in Anspruch nehmen) anstatt Abenteuer in der Natur zu erleben... Ich denke mir immer, dass sie traurig sind - vor allem wenn Peter am Fenster sitzt und raus schaut

Du denkst dir das sie traurig sind…..brauchst du nicht! Es liegt doch außer aus dem Fenster gucken keine Verhaltensstörung vor. Wenn der Balkon katzensicher gestaltet und es Verstecke, Höhen und eine Spaßecke gibt mit Grasbad oder kleine Klettergelegenheit ist es doch eine gute Alternative zum Freigang.

Sie sind 11 und 8 Jahre…die Zwei haben viel mit dir erlebt und auch mitgemacht, was glaubst du denn warum? Sie fühlen sich mit dir verbunden….sie sind auf die Gemeinschaft mit dir geprägt.

Solange keine Verhaltensstörungen auftauchen ….hast du Katzen die einfach zufrieden sind so wie es ist.

lg
Verena
 
  • Abgeben um besseres Leben zu ermöglichen? Beitrag #10
Ihr Lieben,
Ich danke euch für all eure ausführlichen Antworten!
Puh, da fällt mir gerade wirklich ein Stein vom Herzen (Habt ihr gehört? ;)), sowas zu lesen!


Das waren auch meine Bedenken wenn ich sie abgebe: was wenn sie sich dort nicht wohl fühlen oder wenn etwas passiert...

Vielleicht muss ich auch lernen, mein schlechtes Gewissen etwas zurück zu schrauben, wenn sie wieder mal nicht auf mein Spielangebot eingehen wollen. Glaube, dass ich mir da zu viel Druck mache: "Silas will nicht spielen? Oh jetzt miaut er, naja dann werd ich ihm jetzt als Ausgleich meinen Schoß zum kuscheln anbieten."
Wenn ich so drüber nachdenke, läuft das nämlich oft so, dass ich dann ein schlechtes Gewissen gegenüber den Katerchen hab und anstatt einfach nur mal das zu machen wonach mir der Sinn steht, mich zu ihnen ins Katzenzimmer setze und ausgiebig kuschele.
Aber gut, darum geht es hier ja nicht.

Ich bin sehr froh über eure Einschätzung :love:
 
  • Abgeben um besseres Leben zu ermöglichen? Beitrag #11
Das liest sich echt gut @BlueAngel2022 👍
Jetzt hätt ich dann gerne noch Fotos…😉
 
  • Abgeben um besseres Leben zu ermöglichen? Beitrag #12
Wie haben noch nicht mal ein Katzenzimmer, die Mädels sind eh überwiegend in unserer Nähe.😉

Mehr als Spiel und Spaß anbieten kann man nicht. Annehmen müssen sie es selbst.
 
  • Abgeben um besseres Leben zu ermöglichen? Beitrag #13
Meine beiden Kater machen sich auch nicht viel aus meinen Spielangeboten. Sie spielen lieber miteinander. Sie sind ja auch schneller als ich.
 
  • Abgeben um besseres Leben zu ermöglichen? Beitrag #14
Ihr Lieben,
Ich danke euch für all eure ausführlichen Antworten!
Puh, da fällt mir gerade wirklich ein Stein vom Herzen (Habt ihr gehört? ;)), sowas zu lesen!


Das waren auch meine Bedenken wenn ich sie abgebe: was wenn sie sich dort nicht wohl fühlen oder wenn etwas passiert...

Vielleicht muss ich auch lernen, mein schlechtes Gewissen etwas zurück zu schrauben, wenn sie wieder mal nicht auf mein Spielangebot eingehen wollen. Glaube, dass ich mir da zu viel Druck mache: "Silas will nicht spielen? Oh jetzt miaut er, naja dann werd ich ihm jetzt als Ausgleich meinen Schoß zum kuscheln anbieten."
Wenn ich so drüber nachdenke, läuft das nämlich oft so, dass ich dann ein schlechtes Gewissen gegenüber den Katerchen hab und anstatt einfach nur mal das zu machen wonach mir der Sinn steht, mich zu ihnen ins Katzenzimmer setze und ausgiebig kuschele.
Aber gut, darum geht es hier ja nicht.

Ich bin sehr froh über eure Einschätzung :love:

Katzen sind halt sehr eigensinnige Tiere. Sie machen immer nur wozu sie Lust haben. Mein Munchy geht auch sehr oft nicht auf Spielangebote ein wie Laserpointer oder Angel oder sowas. Kenji dagegen geht fast immer drauf ein. Dafür geht Munchy häufiger auf Schmuseangebote ein als Kenji, der sogar beißt wenn mans trotzdem weiter versucht (oder er steht auf und geht weg)
Meine haben jetzt eine Kugelbahn wo sie selbstständig spielen können wann immer sie wollen. Eigentlich haben sie auch Bälle aber die liegen jetzt unter der Couch..
Also ein nicht angenommenes Spielangebot heißt nicht das Katze traurig ist, meistens hat sie dann einfach nur keine Lust und manche Katzen sind sehr verspielt, andere wenig, andere sogar überhaupt nicht (Beispiel für letzteres ist meine vorherige Katze Mietzi, die hat sich absolut nicht fürs spielen interessiert, sie war ne reine Freigängerin also traurig über fehlenden Freigang konnte sie schlecht gewesen sein)

Ich glaube Katzen interessiert es auch gar nicht so sehr ob sie Freigang haben. Sie sind Revierbezogen und wenn das neue Revier nur die Wohnung ist und sie sich daran gewöhnen, dann fehlt ihnen da denke ich auch nix. So kann ich mir das jedenfalls in der Theorie vorstellen. Aber jede Katze ist individuell, daher kann man da wohl auch nicht pauschalisieren.
 
  • Abgeben um besseres Leben zu ermöglichen? Beitrag #15
Gut zu wissen, dass meine nicht die einzigen spuelfaulen Katzis sind :LOL: habt ihr vielleicht dennoch ein paar einfache Ideen, was man ihnen zum Spielen anbieten könnte?

Hab leider kein aktuelles Foto zur Hand, da mein Handy vor kurzem kaputt gegangen ist, aber hier mal ein etwas älteres - immerhin liegen beide beieinander und der Große hat sogar ganz sanft seine Pfote auf das Sensibelchen gelegt :love:
 

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  • Abgeben um besseres Leben zu ermöglichen? Beitrag #16
Gut zu wissen, dass meine nicht die einzigen spuelfaulen Katzis sind :LOL: habt ihr vielleicht dennoch ein paar einfache Ideen, was man ihnen zum Spielen anbieten könnte?

Hab leider kein aktuelles Foto zur Hand, da mein Handy vor kurzem kaputt gegangen ist, aber hier mal ein etwas älteres - immerhin liegen beide beieinander und der Große hat sogar ganz sanft seine Pfote auf das Sensibelchen gelegt :love:
Sie lieben sich. Das mit den Spielangeboten ist so eine Sache. Das ist ja von Katze zu Katze unterschiedlich, und zwischendurch sollte man das Lieblingsspielzeug wieder verschwinden lassen, damit es nachher wieder interessant ist.
 
  • Abgeben um besseres Leben zu ermöglichen? Beitrag #17
Spielen ist manchmal eine Herausforderung an sich. Gerade unserer Norwegerin wird spielen oft schnell langweilig. Da hilft nur probieren, hin und wieder ein neues Spielzeug oder altes wieder ausgraben.
Was aber noch viel interessanter ist, wenn wir die Wohnung umbauen. Nichts ist spannender als in Schränke oder in das aufheklappte Bett zu kriechen.😉
 
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