Hallo an euch alle!
Ich hab mich hier angemeldet, weil ich ziemlich verzweifelt bin und mir erhoffe, gute Ratschläge von euch zu erhalten.
Darum geht's:
Ich überlege, meine 2 Katerchen abzugeben um ihnen wieder Freigang zu ermöglichen.
Nun der Hintergrund:
Meine 2 MaineCoon Jungs (Silas 11 Jahre und Peter 8 Jahre) waren anfangs reine Wohnungskatzen

Silas hab ich mit knapp 2 Jahren aus dem Tierheim geholt, Peter kam mit 14 Wochen zu mir.
Silas ist ziemlich entspannt und extrem menschenbezogen - wenn es nach ihm ginge wäre er 24Stunden auf dem Schoß. Peter ist sensibel, sehr zurückhaltend, kommt nur mal ganz kurz zum kuscheln und ist Fremden v. a. Männern gegenüber sehr scheu.
Die allerbesten Freunde sind die beiden zwar nicht, aber sie kuscheln dennoch hin und wieder zusammen, Silas putzt Peter auch die Ohren.
Einen wirklichen Spieltrieb haben beide nicht. Es ist wirklich schwer sie zu motivieren. Katzenangel/Laserpointer ist mal für 1-2 Minuten ganz interessant, ab und zu wird ein zerknüllter Kassenbon durch die Gegend gefetzt, kurz die Tatzen ins Fummelbrett gehangen oder ins Baldriankissen gebissen. Und das wars dann auch. Klickern finden beide doof. Zusammen spielen ist nicht, da Peter Silas' Spielaufforderungen immer missversteht und denkt er will ihn schlagen

Hin und wieder haben sie ihre 5-Minuten wie sie durch die Wohnung rennen und Geräusche von sich geben, die man keiner Katze zutrauen würde
Die ersten Jahre über waren sie wie gesagt reine Wohnungskatzen. Durch einen Umzug hatten sie die Möglichkeit, auch Freigang zu haben. Dies haben sie genutzt. Jedoch nur wenn das Wetter gut war. Silas war meist nur 30Min draußen, dann wollte er wieder rein, Peter ist nach einem Jahr sogar hin und wieder über Nacht weg gewesen und kam dann in den frühen Morgenstunden wieder.
Meistens waren beide jedoch in Rufnähe.
Peter hat mir auch gerne mal seine Beute mitgebracht...
Nach 4 Jahren erfolgte dann der Zusammenzug mit meinem Partner. Leider ohne Möglichkeit auf Freigang (aber mit Balkon).
Die beiden machten den Umzug und die damit verbundene Veränderungen wirklich sehr gut mit

(keine Unsauberkeit, Möbel kratzen o.ä.). Auf dem Balkon sitzen sie auch gerne - Silas am liebsten wenn ich dabei bin.
Dennoch hab ich immer ein schlechtes Gewissen, da sie ja jetzt immer auf menschliche Bespaßung angewiesen sind (sie sie recht selten in Anspruch nehmen) anstatt Abenteuer in der Natur zu erleben... Ich denke mir immer, dass sie traurig sind - vor allem wenn Peter am Fenster sitzt und raus schaut
Nun ist es so, dass die Eltern eines Bekannten MaineCoons lieben und meine sofort aufnehmen würden wenn ich auf der Suche nach einem neuen Zuhause für sie wäre. Sie leben am Rand eines kleinen Nachbarortes neben Feldern und haben einen großen Garten.
Tja...und nun bin ich seit einigen Wochen am überlegen was das beste für meine beiden ist.
Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll.
Ist es für den extrem anhänglichen Silas das richtige, ihn zu jemand neues zu geben (er ist ja nun auch nicht mehr der jüngste) und wie würde es mein Sensibelchen Peter verkraften?
Andererseits hätten sie dort wieder Abwechslung - Freigang und auch viel Kuschelzeit (beide Rentner).
Wie gehen Katzen denn mit sowas um? Trauern und vermissen sie mich? Fühlen sie sich abgeschoben? Oder denke ich zu vermenschlicht?
Ich liebe die beiden über alles... Ich hab nur Angst, dass sie sich hier in der Wohnung zu sehr langweilen, vor allem da sie ja die Welt "da draußen" kennen gelernt haben. Andererseits will ich sie ja auch nicht einfach abschieben weil ich mich damals ja bewusst für diese Verantwortung entschieden habe.
Ich will aber nicht egoistisch sein und sagen "ich hab mich dafür entschieden und nun bleiben sie da", sondern ich will für meine beiden Lieblinge das beste....
Könnt ihr mir sagen, wie ihr in meiner Situation handeln würdet? Vielleicht kann jemand aus eigener Erfahrung berichten?
Ich danke euch schon mal fürs durchlesen des langen Textes!
Habt noch einen schönen Samstag,
BlueAngel