Als wir vor drei Jahren umgezogen sind, wurde unser Kater Raudi nach fünf Jahren Wohnungskatze ganz langsam zum Freigänger. Unsere Wohnung liegt im Erdgeschoß mit wunderschöner Terasse in einem Wohnpark. Zunächst wollten wir ihm keinen Freigang gewähren, aber er büchste immer wieder aus. Mein Lebensgefährte holte ihn am Anfang immer wieder zurück, aber wenn wir draußen saßen, brachten wir es nicht fertig die Katzen hinter der Scheibe schmachten zu lassen.
Ich glaube Ihr wißt alle, was ich mit dem "wie könnt ihr nur" Blick meine. :roll:
Also dachten wir uns auf die Terasse können sie ja. Unserer Kessy (das Täubchen) reichte die Terasse vollkommen. Sie konnte Fliegen fangen, Hummeln jagen und was ihr sonst noch einfiel. Sie hatte im ersten Jahr kein Interresse an der Welt außerhalb der Terasse.
Dafür Raudi um so mehr. Ihn immer wieder einzusammeln nervte mit der Zeit so sehr, daß die Abstände in denen wir ihn zurückholten langsam größer wurden. Manchmal spazierten wir alle drei ein Stück zusammen. Wir merkten dann, das Raudi draußen sehr gut auf uns hörte, faßt wie ein Hund. Also darf er jetzt tagsüber raus und rein wie er möchte, aber nachts bleiben alle drinnen. Dies wird ohne Murren akzeptiert, sobald es dunkel wird kommen sie freiwillig rein. Ja ihr habt richtig gelesen alle beide.
Nachdem Kessy das erste Jahr mit der Terasse zufrieden war, änderte sich plötzlich alles. Kessy war ausgebüchst. Wir suchten mehrere Stunden und fanden sie schlafend auf Nachbars Terasse. Je mehr wir von nun an verboten die Terasse zu verlassen um so öfter haute sie ab. Dann heftete sie sich an Raudis Fersen. Der verspürte aber überhaubt keine Lust sie mitzunehmen und jagte sie ganz schell wieder nach Hause. Nach einer Weile gab sie es auf ihm zu folgen, er ist stärker als sie.
In den nächsten Wochen mußten wir sie zwar noch manchmal suchen, aber es hat sich sehr gut eingependelt und sie bleibt in der Nähe. Sie läuft nie weit weg sondern versteckt sich hinter Strächern und Büschen. Da sie draußen sehr scheu ist, kommt sie sofort rein wenn ihr jemand zu nahe kommt.
In dieser kalten Jahreszeit geht sie aber gar nicht gerne raus. Da kuschelt sie sich lieber auf den Schoß.
Die Lage unserer Wohnung ist aber wohl ein Glücksfall. Würde sie nicht in einem Wohnpark liegen, wären unsere Katzen wohl Wohnungskatzen geblieben.