Re: Sibierier
Wer kennt diese Rasse und wer kann mir was dazu sagen?
Wir haben 3 Stück, davon einen Neva-Kater.
Die Sibirische Waldkatze scheint eine nicht allzu häufige Katzenrasse zu sein. Hat trotzdem jemand Erfahrungen? Würd mich freuen, von euch zu lesen.
Nun, die Sibirische Katze und ihre
Point-Variante Neva Masquerade (auch Neva Masquarade - je nach Schreibweise), ist zwar noch sehr selten, da sie eine sehr junge Katzenrasse ist, aber sie erfreut sich zunehmender Beliebtheit.
Ich persönlich kannte diese Rasse bis vor 2 Jahren noch überhaupt nicht. Ein Nachbar von uns hat jedoch vor kurzen angefangen Sibirer zu züchten und so kamen wir zu diesen Fellknäulen.
Allen Tieren dieser Rasse ist ein ausgesprochen soziales und gutmütiges Wesen eigen. Ich kenne praktisch kein Exemplar, das nicht ein Gemüt wie ein Schaukelpferd besäße. Sie benötigen aber unbedingt viel Gesellschaft. Entweder nimmt man sich für sie viel Zeit oder hält sie am besten in einem kleinen Rudel von 2-4 Tieren.
Die Sibirer sind noch eine sehr natürliche Rasse und machen aus ihrer Herkunft als Waldkatze keinen Hehl. Du solltest also unbedingt sehr viele Klettermöglichkeiten und Freiräume für weite Flugeinlagen schaffen.
Ihr Beziehung zum Menschen ist warmherzig und innig. Wenn du ihnen die nötige Liebe angedeihen lässt, folgen sie ihrem Menschen auf Schritt und Tritt - fast schon wie ein Hund.
Die Pflege ist denkbar einfach. Trotz des halblangen Fells braucht man sie praktisch nicht bürsten. Nur während des Fellwechsels im Frühjahr sollte man etwas nachhelfen. Ansonsten pflegen sich die Tiere grundsätzlich selbst. Wenn man sie dennoch der Schönheit wegen regelmäßig bürsten möchte, sollte man es nicht öfter als ein- bis zweimal pro Woche tun. Ansonsten kämmt man zuviel Unterwolle heraus und das Fell wirkt dann nicht mehr so flauschig.
Die Katze selbst wird als mittelgroß bis groß beschrieben. Tiere zwischen 3 und 7 Kilo sind normal. In der Regel wird eine ausgewachsene Katze jedoch so ca. 4-4,5 Kilo und ein Kater ca. 5-6 Kilo auf die Waage bringen.
Die Entwicklung der Sibirer dauert bis zu 3 Jahren. Innerhalb dieser Zeit ändert sich das Fell mehrmals in Menge, Struktur und
Färbung. Wenn du also ein Kitten kaufst, ist es nicht garantiert, dass das Alttier noch dasselbe Muster aufweisen wird. Mit einem Sibirer kaufst du dir also immer ein Überaschungsei.
Die Fütterung ist unkompliziert. Prinzipiell sind sie wenig wählerisch, aber man kann sie auch leicht "versauen" - aber das gilt wohl für alle Katzen.
Besonders freuen sich Sibirer über Futter mit sehr großen Brocken (z.B. Royal Canin - Maine Coon oder Hills - Oral Care) oder Frischfleisch in mundgerechter Größe. Nur so wird man ihrem verhältnismäßig großen Gebiss gerecht und beugt späteren Zahnproblemen vor.
Genetische Krankheiten sind dieser natürlichen Rasse zum Glück noch fremd. Weder Herz-, Nieren- oder Gelenkerkrankungen treten gehäuft auf. Die Rasse ist noch absolut gesund. Der Grund liegt sicherlich auch darin, dass die Rasse erst in den frühen '90ern anerkannt wurde und man seit dem jegliche Fremdeinzüchtung vermeidet.
Die Zucht bei den Sibirern geht seit je her in die Richtung, dass der
Genpool so groß wie möglich gehalten wird. Gezielte Zucht auf bestimmte Farben oder Körperpropotionen gilt unter Sibi-Züchtern als verpönt und gestaltet sich aufgrund der genetischen Vielfalt der Sibirer zum Glück auch sehr schwierig. Einzige Ausnahme hierbei sind die Nevas, die ausschließlich auf Farbe gezüchtet werden. Aber auch hier eine gute Nachricht. Die meisten Züchter paaren ihre Nevas auch sehr gerne mit Sibirern. Zum einen erhöht sich dadurch der Anteil der Neva-
Träger im gesamten
Genpool und zum anderen bleibt die Rasse gesund.
Doch worauf sollte man beim Kauf eines Sibirers achten?
Als erstes gilt, was für jede andere Katze auch gilt. Der Züchter sollte seriös sein. Dazu gehört, dass man das Tier von Geburt bis zum Kaufdatum jederzeit besuchen kann und der Züchter ohne großes Rumgeeiere bereitwillig Auskunft über alle seine Tiere gibt. Die Katze sollte geimpft und entwurmt verkauft werden und der Abgabetermin sollte nicht vor der 12. Lebenswoche liegen.
Die Wohnung des Züchters sollte sauber sein und nicht auffällig nach Katze riechen. Alle Tiere sollten ein freundliches und dem Menschen gegenüber sehr aufgeschlossenes Wesen zeigen und die Jungtiere sollten auch ausgiebig miteinander spielen.
Einen seriösen Züchter erkennt man meist auch am sehr seriösen Preis. Ein Sibirer wird meist um 600-650€ gehandelt, Nevas kosten auch mal gut 100€ mehr. Es gibt aber auch kleinere Hobbyzuchten, wo man die Tiere auch für etwas weniger bekommen kann.
Bei Preisen unter 400€ sollte man jedoch hellhörig werden. Meist werden diese Tiere dann zu früh und ungeimpft abgegeben oder der Züchter nimmt es nicht so genau mit der Gesundheitsfürsorge seiner Schützlinge.
Bei Nevas speziell gibt es eigentlich nichts zu beachten.
Du darfst nur nicht vergessen, dass das Tier seine
Färbung innerhalb der ersten 3 Jahre durchaus dramatisch ändern kann.
So kann es dir passieren, dass die Augen nicht das kräftige Dunkelblau erhalten sondern immer recht hell bleiben und dass das Fell so stark nachdunkelt, dass vom schönen cremefarbenen Fell kaum noch was zu sehen ist. Beide Aspekte können züchterisch auch nicht beeinflusst werden.
Gerüchte, dass das starke Nachdunkeln des Fells auf die relativ hohe Umgebungstemperatur in der Wohnung zurückzuführen ist, ließen sich nicht reproduzierbar beweisen. Auch Tiere, die im Winter Freigang haben, können sehr dunkel werden. Ebenso bleiben viele Wohnungs-Nevas ein Leben lang hell.
Was Sibirer und Nevas allerdings sehr gerne mögen ist Auslauf - und zwar bei jeder Witterung. Vorallem ausgedehnte Winterspaziergänge resultieren in einem ganz besonders wuscheligen Fell.
Regen, Eis und Schnee kümmern die Sibier dabei wenig. Sommerliche Temperaturem um 30 Grad und höher machen den Tieren da schon mehr zu schaffen.
Abschließend noch ein Bild unserer 3 Sibis
Am blauen Ring: Willow (Sibi-Mischling; weiblich; ca. 1 Jahr; 4,5Kilo)
In der Hängematte: Remus (Sibi-Mischling; männlich; ca. 1 Jahr; 6,2 Kilo)
Beide sind Wurfgeschwister.
Rechts daneben: Idefix
vom gelben Haus (Neva Masquerade; männlich; ca. 8 Monate; 3,5 Kilo)
Und hier mal ein Vorgeschmack, wie wuschelig ein Neva-Kater werden kann. Das ist unser Idefix in Großaufnahme.
