Wir kämpfen seit über einem Jahr gegen Rolling Skin bei unserem Loki. Den Schwanz haben wir auch lange versucht zu verbergen, geholfen hat es aber nicht. Sobald er ihn sah ging es los. Nach der Amputation gab es zunächst keine Änderung. Der einzige Vorteil war, dass er an den Stummel schlechter dran kam.
Das wichtigste ist ein kompetenter Tierarzt. Wir hatten anfangs dafür schlicht auf den falschen gesetzt und dadurch auch falsche Entscheidungen getroffen. Ich habe aber eine hervorragende, junge Tierärztin gefunden, die RS kennt. Wichtig ist auch, dass in der Praxis alle völlig ruhig und ohne Zeitdruck auf die Katze eingehen.
Stress in jeglicher Form ist Gift. Loki hatte es ganz extrem und wird die Anfälle wohl nicht mehr komplett los werden. Wir haben in seiner schlimmsten Zeit über Monate den TV nicht mehr angemacht, sind in Zeitlupe auf Socken durchs Haus und haben ihn in Schichten betreut. Ich kann die Nächte nicht zählen, in denen ich in meinem Büro auf dem Stuhl die Nacht über nur gedöst habe, weil Loki in der Hängematte dort schlafen wollte. Die lückenlose Betreuung war notwendig, weil er sofort bei Sichtkontakt mit dem Schwanz und auch dann mit dem Stummel getickt hat.
Loki wurde auf den Kopf gestellt, nur das MRT mit Liquor Punktion haben wir dann letztlich abgelehnt, was aber maßgeblich an dem Auftreten der Ärztin in der Tierklinik Hofheim lag. Hier muss ich aber anmerken, dass er im Vorfeld zusätzlich starke Symptome von Ataxie gezeigt und nicht mehr gegessen hat. Letztlich war es eine Erkältung.
Zylkene, Clomicalm, Pregabalin und Luminal haben zuerst nicht geholfen.
Erst nach einem Jahr quasi Selbstaufgabe hat Pregabalin angeschlagen. Mittlerweile neigt Loki nur noch direkt nach dem schlafen stark zu Ticks, da muss man aufpassen. Wir haben aber unser Leben umgekrempelt, um ihm bestmöglich zu helfen. Er weckt mich zwischen 2.30 Uhr und 4 Uhr. Wenn ich tagsüber Meetings habe übernimmt mein Mann, mittags leg ich mich ne Stunde hin und ins Bett gehts zwischen 20 Uhr und 21 Uhr - je nachdem, wie Loki schläft. Das Haus verlassen wir zu zweit nur kurz wenn meine Mutter auf ihn aufpassen kann, die im Haus nebenan wohnt.
Dafür ist er wieder klar, er spielt wieder mit uns, seinen Mädels und auch mit herumliegenden Mäusen und Bällen. Er kann sein Leben offensichtlich wieder genießen und ist glücklich. Die dunkle Zeit der ununterbrochenen Anfälle und Apathie sind vorbei.
Was für Loki auch bei seinem Weg ein entscheidender Faktor war, waren seine beiden Mädels. Er miaut, sie sind da. Sie schmusen und putzen ihn, legen sich zu ihm und spüren, wenn er Unterstützung braucht. Ohne die Beiden wäre das glaube ich ein endloser Kampf ohne Sieger.
Ich drücke Euch ganz ganz fest die Daumen!