Hallo zusammen.
Wir sind neu hier im Forum und haben uns eigens für diese Frage angemeldet. Wir haben vorher schon in vielen Foren gelesen und uns dann für dieses hier entschieden, weil es uns von den Antworten und Usern her am sypathischsten ist. Es geht um folgendes:
Wir überlegen, die etwa 10-jährige Katze einer verstorbenen Dame bei uns aufzunehmen, um ihr ein schönes zu Hause und einen ruhigen angenehmen Lebensabend zu ermöglichen und sie vor allem vor dem Tierheim zu bewahren. Allerdings sind wir uns unsicher, ob das auch wirklich richtig und im Sinne der Katze wäre bzw. ob unsere Lebensumstände, -umgebungen und -gewohnheiten wirklich gut für die Katze wären und sie damit klarkommen würde. Deshalb wollten wir unsere Situation hier mal darlegen und uns Ratschläge und Meinungen von Katzenliebhabern und Auskennern einholen.
Zur Katze: Wir kennen sie bisher nicht bzw. nur von Fotos und sie kennt uns entsprechend auch nicht. Sie ist wie gesagt etwa 10-11 Jahre alt und gehörte einer älteren Dame, die nun leider verstorben ist. Die Frau wohnte mit der damals noch jungen Katze wohl in einem Haus wo die Katze auch (gelegentlich?) Freigang hatte. In den letzten Jahren wohnte die Frau aber in einer altersgerechten Wohnung an einer vielbefahrenen Straße und die Katze war eine reine Wohnungskatze. Bis vor ein paar Jahren hatte die Katze noch einen Kater als Mitbewohner, der dann aber irgendwann verstorben ist, sodass sie die letzten Jahre Einzelkatze war.
Zu uns: Wir sind ein kinderloses Paar, hatten bislang keine (gemeinsamen) Haustiere aber in unserer Kindheit, Jugend und als junge Erwachsene schon mal Katzen und Hunde, kennen uns also ein Bisschen aus im Umgang mit Haustieren und sind auch aus dem Alter raus, dass man sie auf den Arm nehmen und knuddeln und mit ihnen spielen will. Auch finden bei uns zu Haus keine wilden Partys mehr statt oder geht ständig Besuch ein und aus, aus dem Alter sind wir raus

Wir wohnen in einer Wohnung (3 Zimmer, 60qm) mitten in der Stadt relativ weit oben mit Balkon (ca. 6qm). Die Wohnung sollte von der Größe her für die Katze passen und den Balkon würden wir natürlich mit Netz sichern. Und vom finanziellen her sollte es auch kein Problem sein und wir sind uns auch bewusst, dass eine ältere Katze auch teurer sein kann was Tierarztkosten etc. angeht. Soweit so gut. Nun geht es aber um unsere Lebensumstände und Gewohnheiten, die wir nicht bzw. nicht komplett ändern können und wollen: Wir sind beide berfufstätig und tagsüber etwa 8, 9, 10, manchmal auch 11 oder 12 Stunden unterwegs, verlassen also morgens die Wohnung und kommen nachmittags/abends wieder. Meist hat einer von uns 1-2 Tage Homeoffice, aber auch nicht immer. Am Wochenende sind wir meist zu Hause. Wir verreisen meist 2x im Jahr, im Frühjahr und im Herbst für je zwei Wochen, und müssten die Katze dann wohl in eine Katzenpension geben oder mit in den Urlaub nehmen, wenn es in Deutschland wäre und die Unterkunft das erlauben würde. Und - und das ist unser größter Unsicherheitsfaktor - wir haben einen Kleingarten (knapp 300qm, natürlich nicht katzenausbruchsicher umzäunt, Kleingarten halt), in dem wir gerade in den Sommermonaten viel Zeit verbringen, also nach Feierabend und vor allem an den Wochenenden, dann übernachten wir dort auch öfter. Er ist ca. 15 Minuten mit dem Auto entfernt.
Zu unseren Bedenken: Es heißt ja, dass Katzen, die viel alleine sind, einen Artgenossen brauchen. Das ist für uns unrealistisch, dass wir für sie noch eine zweite Katze/Kater anschaffen, das wäre uns einfach zu viel. Sie müsste also alleine bleiben. Wir haben jetzt nicht so sehr Sorge, dass wir sie nicht an eine Transportbox oder ein Geschirr gewöhnen können oder dass sie sich nicht in einer Katzenpension wohlfühlen würde. Die größten Sorgen haben wir, was den Kleingarten angeht. Vorab: Die Gartenordnung ist da etwas schwammig, was die Kleintierhaltung angeht und das ganze Thema Kleingartenordnung soll hier auch nicht das Thema sein. Es geht uns vor allem um die Sommerwochenenden, die wir gerne weiterhin im Garten verbringen wollen und die Katze entsprechend mitnehmen wollen/müssen. Wir wissen von Leuten, die das seit Jahren so handhaben mit Wohnungskatze und Wochenendgrundstück und von früher kennen wir auch Leute, die ihre (teure) Wohnungskatze fast überallhin mit dem Auto mitgenommen und dort dann draußen mit einer langen Leine laufen gelassen haben. Wie gesagt: Das Mitnehmen an sich stellen wir uns gar nicht sooo problematisch vor, das ist sicher nur eine Gewohnheitssache. Das könnte man ja auch das kommende halbe Jahr bis zur nächsten Gartensaison üben. Und anfangs würden wir sie auch nur mit Geschirr und Leine in den Garten lassen, aber auf die Dauer können wir uns das einfach nicht vorstellen, sie dort an die Leine zu legen, da soll sie sich dann schon frei bewegen und auch mal rumstreunen dürfen. Wir haben aber große Sorge, dass sie sich an das Freigängersein gewöhnen könnte und dann in den Wintermonaten nicht versteht, dass sie sich nur mit der Wohnung und dem Balkon zufrieden geben muss. Außerdem stellen wir uns auch die Frage, ob sie auch immer wieder regelmäßig und rechtzeitig zu uns zurückkommen würde in den Garten, wenn sie auf Pirsch ist, z.B. sonntagsabends, wenn wir nach Hause fahren müssen.
Soooo.... Wenn man die ganzen Dinge mal zusammenschreibt, kommt ja doch schon die eine oder andere A4 Seite zusammen, hoffentlich schreckt das nicht so viele Leute ab das alles lesen zu müssen ehe man seinen Senf dazugeben kann.


Aber wir finden, dass es das Mindeste ist, sich vorher ausgiebig Gedanken zu machen und auch weitere Meinungen einzuholen, bevor man sich in so ein Abenteuer stürzt, sowohl im Sinne der Katze aber auch in unserem eigenen Interesse, denn es ist ja niemandem geholfen, wenn wir festtellen, dass das nicht passt und wir und erst aneinander gewöhnen und sie dann doch wieder abgegen oder sogar ins Tierheim bringen müssen. Und genau da sind wir wieder am Ausgangspunkt angekommen: Wir wollen unbedingt vermeiden, dass sie ins Tierheim muss und würden ihr gerne ein schönes neues zu Hause für ihren Lebensabend bieten. Aber nur, wenn es die Umstände zulassen...
Wir sind auf eure Gedanken, Meinungen und Ratschläge gespannt. Sollten wir noch etwas vergessen haben oder ihr noch Fragen haben, immer gerne! Vielen lieben Dank schon mal an alle!