Mittwoch war es so weit:
Nachdem Mo über 5 Wochen lang nicht essen wollte, sich nicht putzte, sich nicht bewegen wollte und am Ende sogar ihr Geschäft dort ließ, wo sie gerade war, überlegt mein
Tierarzt, ob man sie wirklich noch länger behandeln soll.
Sie hatte zu Anfang "nur" eine Maulentzündung und als die abgeklungen war, dachte ich ab jetzt geht's bergauf.
Leider nicht, sie wollte und wollte nicht.
Es stellte sich auch bei einem erneuten Bluttest heraus, dass in ihr drin immer noch eine Entzündung ist.
Päppeln und diverse Mittelchen, die sie in Schwung bringen sollten, wirkten immer nur kurze Zeit, maximal 4 Tage.
Nachdem ich einem meiner besten Freunde, Steffen, am Mittwoch die Überlegung des
Tierarzt mitteilte, überlegte er nicht lange. Er lies tatsächlich seine Arbeitsamt-Vortbildung im Stich und sagte: "Ich will es jetzt wissen, wir fahren sofort zur Tierklinik!"
Gesagt, getan.
Die Ärztin dort war spitze.
Als erstes wurde nochmal Blut abgenommen, dann kamen die Röntgenaufnahmen. Die Ärztin, Frau Stein blieb erstmal wage und zeigte mir nur, dass es im Bauchraum von Mo sehr "neblig" aussieht.
Um Sicher zu gehen wurde ein Ultraschall gemacht.
Da sah man dann deutlich: Mo hatte im gesamten Bachraum Flüßigkeit.
Sie wurde punktiert, damit man sie analysieren konnte.
Erst jetzt sagte Frau Stein das erste mal "Ich möchte ihnen nicht zu viel Hoffnung machen..."
Wir konnten in den Behandlungsraum und Mo konnte nochmal an den Tropf.
Schaden konnte es ja nicht... Sie war so schwach.
Warten war noch nie so furchtbar.
Bei meinen Heulflashs konnte ich pysisch spühren, wie es mir die Kehle zuschnürrte.
Als endlich das Ergebnis aus dem Labor kam, war der Befund klar:
Mo hatte
FIP.
Nicht heilbar.
"Also einschläfern lassen?" - "Ja. Leider."
Natürlich brach ich gleich wieder in Tränen aus.
Frau Stein fragte noch, ob ich Mo nochmal mitnehmen wollte, damit ich sie daheim oder bei meiner Haustierärztin einschläfern lasse, aber für mich war klar: Sie soll keine Minute länger leiden.
Man brauchte ihr nur in die Augen sehen und merkte wie schlecht es ihr ging.
Tatsächlich sag ich Mo jetzt das einzige mal zittern.
Wir legten sie auf den Tisch; durch die Braunüle im Hinterbeinchen wurde das Narkosemittel gespritzt.
Ich vergrub meinen Kopf heulenderweise in ihrem Fell.
Frau Stein lies Steffen und mich alleine um Abscheid zu nehmen.
Es dauerte nicht lange, bis Mo ging.
Genau in dem Augenblick versiegten meine Tränen und ich war relativ gefasst.
Seit diesem Augenblick war wirklich das schlimmste überstanden.
Ich weiß, es war das beste für sie. Sie hat ja nur noch gelitten.
Ich muß immer an diesen einen Augenblick denken: Mo war erst einige Wochen bei mir. Wir lagen auf dem Sofa, ich hatte meinen Kopf auf ihrem Bauch liegen und hörte ihr Herz schlagen.
Ich versprach ihr:
"Ich bleibe bei dir. So lange, wie dein Herz schlägt."
Aber wer hätte gedacht, dass es eine nur so kurze Zeit sein würde.
Ich vermisse meine Schnecke, meinen Kuschelbauch, meinen Plüschpopo.
Alles gute Mo.
deine FLY