Das Problem mit den langen Wartezeiten ist, dass sich die Einstellung dadurch extrem lange hinziehen kann. Wenn du in 3 Monaten merkst, dass die Tabletten eben nicht helfen und die Werte senken, müsst ihr in drei Monaten sozusagen nochmal von "Punkt 0" anfangen und die nächste Einstellung beginnen. Mit Feinjustierungen etc. zieht sich die Einstellung dann und zieht sich und zieht sich, über ein halbes Jahr bis ein Jahr und länger, und in so langer Zeit können dann durchaus Schäden an Herz, Leber, Nieren und Augen auftreten (unter anderem). Und ja, den Fehler hab ich bei meinem Scheuchen auch gemacht
Zum Thema Eiweiß und Nieren: Katzen brauchen Eiweiß zum Überleben, sie sind ja Fleischfresser und es ist somit der wichtigste Bestandteil ihrer Nahrung. Folgen eines Eiweißmangels sind u.a. Muskelabbau, der Körper zieht das Eiweiß, das er aus seiner Nahrung nicht bekommt, aus seinen eigenen Reserven und "frisst" sich sozusagen selbst auf. Die Katze magert ab und kann irgendwann nicht mehr springen, laufen, etc, weil sie einfach nicht mehr die Muskulatur dafür hat - und bei einer Schilddrüsenüberfunktion und Proteinreduktion passiert das noch viel viel viel schneller, weil die Katze so viel mehr fressen muss, um ihre Körperfunktionen aufrechtzuerhalten (ihr Stoffwechsel und alles andere läuft durch die Schilddrüsenüberfunktion auf Hochtouren).
Nur bei Katzen, die schon in einem fortgeschrittenen Stadium der Nierenkrankheit sind, ist es meistens sinnvoll, die Proteinzufuhr zu reduzieren, da durch die Schädigung der Nieren bereits Protein über die Nieren ausgeschieden wird und sie dadurch noch schneller kaputtgehen. Du weißt aber nicht, wie fortgeschritten die Nierenkrankheit deines Katers ist - die Schilddrüsenüberfunktion verschleiert und verfälscht die Werte in einem extremen Ausmaß, gerade bei einem so hohen T4-Wert. Und dein Kater braucht alles Protein, das er kriegen kann, damit er nicht noch weiter abmagert.
Im Endeffekt ist es eine Abwägungsfrage: Die Probleme durch die Proteinreduktion gegen die möglichen Nierenprobleme durch die normale Proteinzufuhr. Ich hab mich in derselben Situation für hochwertiges Nassfutter (mit Phosphatbinder, ganz wichtig!) entschieden, da mein Kater absolut abgemagert war (>3,5 kg bei 55cm Körperlänge), absolut keine Muskulatur mehr hatte und trotz 600-800g hochwertigem Nassfutter pro Tag nicht zugenommen hat.