Also ich nehme jetzt schon mal ein paar Lösungswege, die ich sehr interessant fand vorweg... Von der Richtung hätte ich es auch nicht angegangen.
Die Therapeutin weißt schon von vornherein darauf hin, dass diese Therapie Monate dauert. Es kann zwischendurch kleine Erfolge geben aber auch Rückfälle. Trotzdem muss man es durchziehen und darf nicht zwischendrin aufgeben.
Der Pheromonstecker ist schon ganz gut, nur löst der nicht das eigentliche Problem. Deswegen Phermomone mit Verhaltenstherapie im Einklang anwenden.
Weiterhin dürfen sämtliche Kontaktangebote nur noch vom Halter ausgehen. Schmusezeiten, Spielzeiten, Rausgehzeiten, Futterzeiten werden komplett vom Halter bestimmt. Dem Kater darf nicht mehr die Gelegenheit gegeben werden nur irgendwtwas selber zu entscheiden. Jeder Annähungsversuch soll ignoriert werden. Wenn er auf deinen Schoß springt, sofort wieder runter setzen. Wenn er um dein Bein schleicht nicht darauf eingehen.
Sondern nur wenn du willst wird gekuschelt und gespielt. Der Kater hat sich komplett nach deinen Wünschen zu richten und nach vorgegeben Zeiten und Ritualen.
Am Anfang stelle ich mir das echt hart vor, wenn ich meine Schmusbacke ignorieren müsste. Aber der Hintergrund ist, dass ihr euren gesamten Alltag eigentlich nur nach eurem Kater richtet... pinkelt er, wischt ihr es weg, will er schmusen, schmust ihr, will er fressen, stellt ihr ihm was hin, ist er schlecht gelaunt, lasst ihr ihn in Ruhe, klaut er Futter und knurrt dabei, geht ihr ein paar Schritte zurück. Der Kleene hat euch komplett im Griff. Die ganze Familie rennt eigentlich hinter dem Kater her, doch eigentlich soll es doch umgekehrt sein
Wenn dein Kater sich gerne nach oben verzieht, obere Stockwerk, auf Schränke oder ganz oben auf den Krantzbaum, ist es ein Zeichen, dass er sich im EG nicht wohl fühlt, also Ängste hat. Haben Katzen solche Ängste, ziehen sie sich oft nach oben zurück, hoch auf den Baum oder das Dach. Denn der Feind kommt da nicht so leicht hin. Deswegen Katzenklos in der Wohnung aufstellen, oben und im EG, selbst wenn er Freigänger ist und sein Geschäft sonst draußen verrichtet.
Keine Klos in der Nähe von Haustüren, Gartentüren oder Fenster aufstellen. Am Besten eine dunkle Nische...
Wenn ihr eine Katzenklappe habt, weg damit. Selbst eine mit Sensor ist schlecht, denn die reine Möglichkeit, dass da was aufgeht und eine fremde Katze rein kann, reicht komplett aus um deinem Kater die Sicherheit zu nehmen. Katzen wissen auch nicht, was ein Sensor ist und können somit auch nicht wissen, dass die Tür bei anderen Katzen nicht aufgeht.
Die Wohnung muss trotz Freigang mit Kletter-, Spiel- und genügend Rückzugsmöglichkeiten ausgestattet werden, z.B. kleines Bettchen oben auf den Schrank.
Das fand ich wichtig:
Bepinkelte Stellen gründlich reinigen mit neutralisierenden Mitteln. Eben das Myrtheöl oder, was ich cool fand, mit geruchsfreien Silikat. Das findet man oft als Katzenstreu. Silikat binded sehr gut die Gerüche, gerade bei Holzboden, der sich vielleicht schön vollgesaugt hat mit Pipi. Ich denke mal, man muss das Silikat über den Bereich drüber streuen und den Boden anfeuchten...
Danach ale Pipistellen mit GESICHTSPHEROMONEN des Katers abstreichen. Dazu einen Naturfaserlappen oder dünne Baumwollhandschuhe am Kater reiben und zwar über Wangen, Koppf und Kinn. Dieses Tuch sofort an die betroffenen Stellen abreiben oder ich würde es sogar dort an die Stelle anpinnen. Dieses Verfahren täglich wiederholen, am Anfang vielleicht sogar mehrmals.
So nun zu Therapie: Ab jetzt bestimmt ihr alles, wie gesagt, seine Annährungsversuche komplett ignorieren. Auch, wenn er Abend ins Bett kommt. Nur wenn ihr ruft, darf er rein. Ihr regelt alles über Zeiten, Fütterzeiten, Schmusezeiten, Spielzeiten und wichtig
Rausgehzeiten. Katzenklappe weg und wenn er raus will, bleibt die Tür zu. Nur wenn ihr wollt öffnet sich die Tür zum Garten. Nachts bleibt er drin, insbesondere, wenn er ganz besonders quengelt und auf sich aufmerksam macht, wird das ignoriert.
Sitzt er lieb im Wohnzimmer, simsalabim, geht auch die Tür zum Garten auf.
Im Garten ist es gut, wenns blickdicht wird...
Gespielt wird viel mit dir, wenn du es willst. Benutze dazu auch seine Lieblingsleckerlis und werf sie durch die Wohnung. Besonders an Stellen, wo er deutlich seine Ängste zeigte oder hingepinkelt hatte. Er muss mit diesen Orten was positives verbinden.
Auch Knobelspiele sind sehr gut geeignet, Suchspiele und Spiele, die er mit dir machen kann. Gib ihm auch Leckerlis aus der Hand, wenn er besonders lieb ist.
Es wird auch Spielzeug mit Katzenminze oder Baldrian empfohlen.
So, das wars an Umstellungen, die ich herausfinden konnte... Ich würde jetzt einen sogenannten Katzenplan aufstellen, ähnlich wie ein Putzplan. Und ich müsste mich wirklich zusammenreisen, dass ich meinen Kater ignorieren könnte aber es muss so sein. Er muss lernen, dass sich der Tagesablauf nach eurem Willen richtet und er das nicht bestimmt. Auch müssen ihm die Ängste genommen werden, er muss sich sicher fühlen, dass nichts in die Wohnung kommen kann. Außerdem baut man damit wieder Selbstsicherheit des Katers auf. Er lernt positive Erfahrungen. Durch das Spielen verbindet er nur positive Dinge, die ihn seine Ängste vergessen lassen, bzw. den Kopf frei machen...
Wie gesagt, ist das eine vorgeschlagene Therapie, die Monate dauern kann. Auch wird nicht versichert, dass ein 100 prozentiger Erfolg eintritt.
Aber ich finde die Vorgehensweise spitze und irgendwie auch einleuchtend...
;-)