Um das Thema nach zugegeben ziemlich langer Zeit mal abzuschließen: Meine Mutter hat um Ostern herum etwas überraschend das Angebot bekommen, drei OKH zu übernehmen, die wegen persönlicher Umstände plus Umzug dringend ein neues Zuhause gesucht haben. Mir kam der Züchter teilweise etwas seltsam vor, aber nicht genug, um mein Veto einzulegen, zumal ich wußte, wie sehr sich meine Mutter über die OKH gefreut hat.
Nach dem Kommentar könnt Ihr Euch sicherlich schon denken, wie's weiterging.
Aber erstmal zu den Katzen und ihrer Geschichte: Es handelt sich um eine 4j Katze sowie zwei ihrer Kinder aus dem letzten Wurf, Kater und Katze, beide zu dem Zeitpunkt 2 Jahre alt. Angeblich hat der Züchter die Zucht schon vor einer Weile aufgegeben, diese drei verkauft und sich der Pflege seiner kranken Eltern gewidmet. Zwei Monate vor den Gesprächen mit meiner Mutter hat er dann die drei ohne jeden Kommentar vor der Tür stehen gehabt, hatte aber weder Zeit noch Platz für die drei, also hat er sie in seiner Küche untergebracht.
Ich will an dieser Stelle mir kein Urteil anmaßen, wer hier was falsch gemacht hat, das Endergebnis ist jedenfalls folgendes: Kendra, die Mutter der beiden jüngeren, hatte einen bösartigen Tumor, der vom Vorbesitzer nicht behandelt worden ist. Die erste Tierärztin, die meine Mutter aufgesucht hat, war leider eine völlige Niete und hat den auch nicht gesehen. Die zweite hat den Tumor dann entfernt, leider zu spät. Kendra litt zusätzlich noch unter Atemnotsanfällen, und mußte im Endergebnis vor ein paar Wochen eingeschläfert werden. Positiv läßt sich hier nur vermerken, daß sie zumindest noch ein paar schöne Monate hatte. Sie war eine unglaublich gelassene und schmusige Katze, dazu noch sehr intelligent.
Ihre Tochter, Hannah, kam unkastriert zu meiner Mutter und hatte Katzenschnupfen im Gepäck. Die Behandlung zog sich etwas hin, noch zusätzlich verkompliziert dadurch, daß Hannah zum Ende hin rollig wurde und der Quatsch dadurch erneut voll ausbrach. Inzwischen ist sie kastriert, nach wie vor mit knapp 3kg eigentlich etwas zu leicht, aber ansonsten geht es ihr gut. Sie ist Boß im Ring und tut ihr möglichstes, auch diesen störrischen Menschen auf Linie zu bekommen. ;-)
Merlin muß schreckliches erlebt haben. Was genau, wissen wir nicht, jedenfalls kamen Hannah und er völlig verängstigt zu meiner Mutter. Er reagiert bis heute panisch auf Männer, wobei Merlin sehr aggressiv wird, wenn er Angst hat. Er hatte immerhin bis auf eine Bindehautentzündung keine Krankheiten im Gepäck, auch wenn er vermutlich Katzenschnupfen übertragen kann. Inzwischen ist er ziemlich umgänglich, wenn auch nach wie vor sehr reserviert. Wenn's keiner sieht (vor allem seine eifersüchtige Schwester), kommt er aber auch schon mal kuscheln, auch seine Unsauberkeit ist wesentlich besser geworden.
Meine Mutter hat einen Crashkurs in Sachen Haltung problematischer Katzen hinter sich und viel mehr Geld für Tierärzte ausgegeben, als sie eigentlich hatte. Sie sagt heute, wenn sie nochmal von vorn anfangen müßte, würde sie junge Hauskatzen nehmen und die selber erziehen - sofern man bei Katzen von Erziehen sprechen kann. Ansonsten freut sie sich sehr über ihre beiden Strolche, versteht nicht recht, warum OKHs wie Siamesen als sehr laut gelten, und vermißt ihre heißgeliebte Kendra.
Die drei sind übrigens alle Pointkatzen, Merlin ist fast weiß mit einigen kleinen dunklen Flecken im Fell und hellgrauen Points, Hannah ist wie ihre Mutter eher dunkel, genauen Farbschlag habe ich schon wieder vergessen. Bilder habe ich leider keine.
Gruß,
Sema