Hallo erstmal, ich bin neu hier und hoffe, mein Beitrag sitzt in der richtigen Ecke.
Vorsicht, das wird jetzt ein langer Beitrag, weil ich „was bisher geschah“ schildern werde.
Ich habe seit etlichen Wochen eine „geteilte“ Katze.
Ich wohne in einem Reihenhaus und mein übernächster Nachbar hat eine Katze. Das ist zwar nicht die einzige Katze hier, aber die einzige, die sich von mir auch streicheln lies – die andern sind alle sehr scheu.
Nun hat der Nachbar sich letztes Jahr einen kleinen Jack Russel Terrier zugelegt und ich habe das Gefühl, dass die Katze seitdem nicht mehr so hoch im Kurs steht.
Zu mir: Ich habe mir das Haus im letzen Jahr gekauft und hatte geplant, wenn alles sich eingerichtet hat, mir selber eine Katze zuzulegen. Nun habe ich Nachbars Katze vor nunmehr etlichen Wochen immerzu draußen sitzen sehen und dachte mir: Hey, die war doch sonst nicht dermaßen mager?? Da habe ich sie eingeladen zu mir und ihr was zu fressen gegeben (was ich gerade so da hatte – 'ne Scheibe Käse und so). Sie hat sich sehr gefreut und hätte noch ein Loch in den Fußboden geschleckt, in der Hoffnung, dass da Futter rauswächst. Ich habe dann erstmal Futter beim Lidl gekauft und Katze (sie heißt Susi) hat sich dann recht schnell regelmäßig darauf eingelassen zu mir zu kommen. Dann habe ich vernünftiges Futter gekauft und sie ist echt nicht wählerisch – Trockenfutter und Frischfutter habe ich besorgt, und Susi erstmal wieder auf Format gefüttert. Sie war vorher so mager, dass man die Rippen fast GESHEN hat. Nun ist sie fast schon ein wenig zu moppelig. Sie hatte auf einen Schlag gefressen: 2 Teetassen Trockenfutter plus 100g Frischfutter! Das ist doch nicht normal für 'ne Katze von schätzungsweise 3-4 kg Gewicht? Ich habe, da sie immer einen recht dicken Bauch hatte auf Verdacht hin einfach mal 'ne Wurmkur gegeben – danach hatte sie deutlich weniger Heißhunger. Aber Fressen ist und bleibt ihr Schönstes! Am Anfang hat sie sich beim Fressen auch immer gehetzt umgeschaut, als ob jemand ihr was wegnehmen wollte. Das hat sich inzwischen zu 98% gelegt.
Ich habe also einfach mal frech ein Katzenklo besorgt und da ich ja weiß, dass die Katze gerne immer unterwegs ist, habe ich eine Katzenklappe eingebaut. Susi hat das ganz schnell gelernt, wo das Loch ist und kommt regelmäßig. Momentan lernt sie gerade die Klappe anzuschubsen, das klappt noch nicht ganz – am Anfang hatte ich sie hochgebunden, das hatte sie innerhalb 1 Tag kapiert … Susi hat, wie es ausschaut mindestens 3 zu Hause, wobei, wenn ich sehe, was sie frisst und wie im Futter steht, ich davon ausgehe, dass ich sie momentan zu mindestens 90% füttere.
Ich habe die Nachbarn mal vorsichtig gefragt, nach den Gewohnheiten ihrer Katze. Ich wollte denen ja auch nicht direkt Vorwürfe machen, dass Susi so abgemagert war, aber trotzdem sagen, dass sie zu mir kommt und ich sie füttere. Die Nachbarn haben nix dagegen und sagten: Ja, sie ist immer so draußen und sie bekommt auch da hinten irgendwo noch Futter … – nein, sie wäre ganz gesund und ich könnte alles verfüttern, was ich wollte …
Susi ist/war wohl die Katze des jungen Mannes im Hause, aber ich glaube, der ist inzwischen aus dem Haus und ich habe beobachtet, dass zumindest der Mann null auf die Katze gibt, den interessiert nur der Hund. Jack Russel (besonders so junge) sind ja auch der reine Wirbelwind, was evtl erklären würde, dass sie immer so einen gehetzten Eindruck beim Fressen machte. Das hat sich, wie gesagt gelegt, sie kennt mich und ich behaupte mal eine „Katzenflüsterin“ zu sein, ich weiß, wie Katze tickt, denke ich mal.
Ich wollte die Katze – ich gebe das zu – an mich binden, da ich mir ja eh' eine wünschte und ich das Gefühl hatte, Susi braucht was Besseres. Nunmehr kommt sie eigentlich (mit Ausnahmen) täglich – wenn ich zu Hause bin auch täglich mehrmals und bleibt auch recht lange, auch über Nacht. Seitdem ich die Klappe habe, kann sie ja auch selber entscheiden, ob sie drinnen sein will und sie kommt trotzdem recht regelmäßig, vor allem am Wochenende bleibt sie lange, ich glaube, sie findet mich interessant.
Heute habe ich die Nachbarin (das sind eigentlich nette Leute, recht sympatisch) nochmal gefragt, ob sie ihre Katze letzte Zeit eigentlich mal gesehen haben, aber die Nachbarin meinte: ja, jeden Tag. Sie hätte nix dagegen dass sie täglich bei mir ist, sie wüsste dann ja, wo sie steckt – sonst haben wir null Kontakt, die weiß eigentlich nix über mich … ich habe ihr dann vorsichtig untergeschoben dass ich 'ne Katzenklappe habe, aber habe wohlweislich verschwiegen, dass ich die erst seit Sui eingebaut habe …
Ich habe kein Problem damit, dass ich Nachbars Katze durchfüttere, aber andererseits habe ich auch ein etwas komisches Bauchgefühl bei der Sache. Z.B. hat Susi dafür, dass sie dauern draußen rumhopst extrem lange Krallen und da ich beobachtet habe, dass sie recht ängstlich ist, kann ich mir durchaus vorstellen, dass sie gar nicht so viel draußen IST, sondern vielleicht eher Home-hopping betreibt … So ein wenig bekomme ich momentan Angst vor der eigene Courage und bin mir nicht sicher, wie weit ich das mit Susi treiben soll …
Ich meine, ich habe nunmal eine Art Verantwortung übernommen und ich möchte auch nicht, dass Susi noch,mal Hunger leiden muss, ich mag sie, auch wenn sie nicht soo 'ne Kuschelkatze ist … Ich hätte mir sonst 'ne Schmusige aus dem Tierheim zugelegt, aber ich habe das Gefühl, dass das Schicksal mir Susi nun irgendwie zugeteilt hat. Sie lässt sich inzwischen auch relativ gut kraulen und kommt sogar ab und zu zu mir auf den Schoß … ich denke, sie würde das noch besser lernen, mit der Zeit. Andererseits dachte ich, dass ich evtl die Nachbarn irgendwann mal danach fragen müsste, ob sie überhaupt noch Wert auf ihre Katze legen und wenn nicht, würde ich gerne Susi als MEINE Katze adoptieren … dann aber auch mit eingetragenem Chip … bei uns gibts so viele Katzen in der Nachbarschaft …
Ich denke mir dann wieder so: ach, lass mal laufen und warte ab, was passiert – andererseits aber bin ich auch bissl unsicher. Jetzt über die Feiertage werde ich z.B. nicht zu Hause sein – da Susi ja noch mehrere zu Hause hat, mache ich mich nicht verrückt, aber ich werde ihr auf jeden Fall Futter im Überfluss hinstellen (habe keinen Futterautomaten) – entweder sie überfrisst sich oder sie hungert – 4 Tage überlebt sie sowieso, die anderen geben bestimmt auch Futter …
Ihr seht schon, ich bin etwas unsicher mit dem, was ich mir da angelacht habe.
Soviel mal zum Einstand zu mir und der Susi.
Mich würden eure Gedanken zum Thema interessieren.
Bin ich bekloppt? Aber ich konnte mir das auch nicht mehr ansehen, dass die Katze zu allenmöglichen Zeiten bei jedem Wetter auf deren Küchenfensterbrett hockte und rein wollte – sowohl früh am Morgen als auch sehr spät abends, wo klar war, dass die schon alle im Bett waren … und wie mager die war, das ging ja gar nicht … Meine Nachbarin zur anderen Seite hat selber eine Katze und wohnt hier auch schon länger und die sagte, sie könnte das auch gar nicht mehr mit ansehen, aber da sie ja selber eine Katze hat, konnte sie Susi auch nicht anfüttern, das hätte mit ihrer echt Ärger gegeben …
Was habt ihr für Gedanken für mich? Mache ich das richtig, oder spinne ich total?