Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma?

Diskutiere Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? im Zucht und Genetik Forum im Bereich Katzenzucht und Nachwuchs; Ich beziehe mich auf eine Aussage von Prof. Gruber im Podcast oben. Mehr weiß ich auch nicht. Er meint am Beispiel des Dilute-Faktors, dass das...
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #321
Ehrlich gesagt, wüsste ich nicht, dass diese Verdünnungsfaktoren bei Hunden zu vermehrten Hautkrankheiten führen.
Ich beziehe mich auf eine Aussage von Prof. Gruber im Podcast oben. Mehr weiß ich auch nicht. Er meint am Beispiel des Dilute-Faktors, dass das eben keine Farbvarianten sind, sondern tatsächlich Gendefekte.
Und wieder scheine ich tatsächlich nicht mehr auf dem aktuellen Stand zu sein. Seit wann ist es in Deutschland grundsätzlich verboten, weiße Katzen zu züchten?
Sorry, ich habe mich ungenau ausgedrückt. Aber ich meine es ist verboten, 2 weiße Katzen miteinander zu verpaaren? Das war zumindest mein Wissenstand, aber ich bin ja keine Expertin. Man kann mich auch einfach korrigieren, wenn dem nicht so ist.

Ah, habe meinen Irrtum selbst gefunden. Es ist wie @Eclipse2003 sagt:

 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma?

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  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #322
Es sollten nur Menschen Tiere verpaaren dürfen, die beides akzeptieren und nachweisen können.

Es grundsätzlich zu verbieten, finde ich falsch - aus den vielen genannten Gründen.
Wie du weißt, gehe ich mit vielen deiner Ansichten, Zucht betreffend d´accord - aber der Grundansatz dieser Diskussion war eigentlich noch mal ein anderer: ist Zucht - die auf Reinrassigkeit - nicht schon per Definition das Problem.

Ansonsten klar - habe ich auch immer gesagt, wenn dann nur mit Verstand (und den anderen Vs), nur mit Kontrolle (gerne viel, viel strenger als bisher) - aber beides scheint doch eine Utopie zu sein.

In einer perfekten Welt wäre das so … aber da wir die nicht haben, müssten wir die Bedingungen anpassen. (Und nein, ich habe jetzt auch keine Ahnung wie) - finde aber dieses Diskussion ingesamt sehr interessant, das sie im wesentlichen sachlich und auch auf hohem Niveau geführt wird.


Im Podcast hieß es, dass der Dilute-Faktor, der "Silver, Cinnamon" etc. hervorruft, eben auch mit Hautkrankheiten verbunden sein kann.

Das ist dann also bei Katzen definitiv nicht so? Da ist das Gen, was die Verdünnung hervorruft, vollkommen harmlos?

Ich nehme jetzt an, die Aussagen beziehen auf die Farbgenetik bei Hunden - und da kenne ich mich nicht aus. Bei Katzen ist z.B. Silber kein Dilute-Gen, sondern ein Inhibitor-Gen. Dilute-Gene verdünnen die Farbe zu einer helleren Variante, also aus Schwarz wird Blau, indem die Verteilung der Pigmente im einzelnen Haar anders ist, und mehr Licht durch das Haar scheint. Silber unterdrückt die Pigmentbildung in Teilen des Haares. Es gibt in dem Sinne keine rein silbernen Katzen.

Cinnamon ist bei Katzen eine Vollfarbe und hat überhaupt nichts mit Verdünnung zu tun.

Aber alle hier aufgeführte Varianten (Verdünnung, Silber, Cinnamon) stehen in keinem Zusammenhang mit besonderen Krankheiten.

Katzen. Ja, ich weiß, die Weizucht ist in DE verboten, aber

Nicht so ganz - es war (zumindest seit Anfang der 2000er Jahre verboten, weiß x weiß zu verpaaren. Weiß in Kombination mit anderen Farben ging und geht heute auch noch.

Wobei ich hier ein vollständiges Verbot absolut befürworten würde: Meine Ansicht war immer, was nicht reinerbig (ohne Probleme) gezüchtet werden kann, gehört gar nicht gezüchtet. Was reinerbig zu Defekten führt, kann mischerbig nicht harmlos sein.

Bei Weißzucht kommt für mich noch hinzu, dass es sowas von unnötig ist (zumindest in den meisten Rassen) - hier gibt es nämlich durchaus Alternativen, das optisch fast genauso hinzubekommen, ohne Taubheitsrisiko. Bei den Briten z.B. mit shaded- bzw chinchilla-points … die haben sogar noch blaue Augen ohne jegliches Taubheitsrisiko.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #323
Wie du weißt, gehe ich mit vielen deiner Ansichten, Zucht betreffend d´accord - aber der Grundansatz dieser Diskussion war eigentlich noch mal ein anderer: ist Zucht - die auf Reinrassigkeit - nicht schon per Definition das Problem.

Ansonsten klar - habe ich auch immer gesagt, wenn dann nur mit Verstand (und den anderen Vs), nur mit Kontrolle (gerne viel, viel strenger als bisher) - aber beides scheint doch eine Utopie zu sein.

In einer perfekten Welt wäre das so … aber da wir die nicht haben, müssten wir die Bedingungen anpassen. (Und nein, ich habe jetzt auch keine Ahnung wie) - finde aber dieses Diskussion ingesamt sehr interessant, das sie im wesentlichen sachlich und auch auf hohem Niveau geführt wird.

Danke fürs nochmal auf den Punkt bringen, worum es eigentlich geht.
Ich bin, auch wenn ich ja aus der Richtung komme, die Zucht per se hinterfragt, ja bei den drei großen V absolut bei euch und sehe als Realistin auch, dass Zucht abschaffen, nicht automatisch alle Probleme löst und eh schwer umzusetzen wäre. Auch zu sagen "es hätte nie gezüchtet werden dürfen" verkennt die Komplexität der Dinge. Denn Zucht und Domestikation gehen ja schon irgendwie Hand in Hand (wobei Katzen da mE tatsächlich eine Sonderstellung einnehmen, weil die wie gesagt, nie auf irgendwelche Einsatzzwecke hin gezüchtet wurden).

Ich nehme jetzt an, die Aussagen beziehen auf die Farbgenetik bei Hunden - und da kenne ich mich nicht aus. Bei Katzen ist z.B. Silber kein Dilute-Gen, sondern ein Inhibitor-Gen. Dilute-Gene verdünnen die Farbe zu einer helleren Variante, also aus Schwarz wird Blau, indem die Verteilung der Pigmente im einzelnen Haar anders ist, und mehr Licht durch das Haar scheint. Silber unterdrückt die Pigmentbildung in Teilen des Haares. Es gibt in dem Sinne keine rein silbernen Katzen.

Cinnamon ist bei Katzen eine Vollfarbe und hat überhaupt nichts mit Verdünnung zu tun.

Aber alle hier aufgeführte Varianten (Verdünnung, Silber, Cinnamon) stehen in keinem Zusammenhang mit besonderen Krankheiten.


Nicht so ganz - es war (zumindest seit Anfang der 2000er Jahre verboten, weiß x weiß zu verpaaren. Weiß in Kombination mit anderen Farben ging und geht heute auch noch.

Wobei ich hier ein vollständiges Verbot absolut befürworten würde: Meine Ansicht war immer, was nicht reinerbig (ohne Probleme) gezüchtet werden kann, gehört gar nicht gezüchtet. Was reinerbig zu Defekten führt, kann mischerbig nicht harmlos sein.

Bei Weißzucht kommt für mich noch hinzu, dass es sowas von unnötig ist (zumindest in den meisten Rassen) - hier gibt es nämlich durchaus Alternativen, das optisch fast genauso hinzubekommen, ohne Taubheitsrisiko. Bei den Briten z.B. mit shaded- bzw chinchilla-points … die haben sogar noch blaue Augen ohne jegliches Taubheitsrisiko.

Danke für die Erläuterungen. Wieder was dazu gelernt :)
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #324
Ich weiß nicht, ob und wie das erwähnt worden ist, aber Merle ist keine verdünnte Farbe, sondern eine Form der Weißscheckung, welche mit Anomalien an Auge und/oder Gehör einhergehen kann. Paarungen zwischen zwei Merlefarbigen sind nicht üblich und mittlerweile in Deutschland verboten, da die merlefarbigen Homozygoten weiß, blind und taub sind.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #325
Ich weiß nicht, ob und wie das erwähnt worden ist, aber Merle ist keine verdünnte Farbe, sondern eine Form der Weißscheckung, welche mit Anomalien an Auge und/oder Gehör einhergehen kann. Paarungen zwischen zwei Merlefarbigen sind nicht üblich und mittlerweile in Deutschland verboten, da die merlefarbigen Homozygoten weiß, blind und taub sind.
Merle und den Dilute-Faktor hatte ich tatsächlich getrennt betrachtet (wie es auch im Podcast der Fall war). Beides sind unterschiedliche Dinge, aber gleichzeitig (in der Hundegenetik/-zucht) jeweils ein Beispiel für das Problem "besonderer Farbschlag kann Unerfreuliches bergen"
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #326
Merle und den Dilute-Faktor hatte ich tatsächlich getrennt betrachtet (wie es auch im Podcast der Fall war). Beides sind unterschiedliche Dinge, aber gleichzeitig (in der Hundegenetik/-zucht) jeweils ein Beispiel für das Problem "besonderer Farbschlag kann Unerfreuliches bergen"
Ich war mir nicht sicher, ob das so herübergekommen ist, weil es gleich danach mit dem Dilute-Thema weiterging.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #327
Ja, manchmal neige ich etwas zum Springen zwischen Themen .... 🙃
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #328
Also bei Katzen ist Weiß, meines Wissens nach, die einzige Farbe, die gesundheitliche Probleme mit sich bringt.
Und da Briten ja in so ziemlich allen Farben zulässig sind, habe ich da schon einen recht umfassenden Überblick.
In anderen Rassen handelt es sich überwiegend um die (genetisch gleichen Farben), die nur (was mich immer tierisch genervt hat) anders bezeichnet werden.
So ist z.B. Cinnamon bei Somalis z.B. Sorrel - oder Schwarz bei Points Seal. Genetisch ist aber jeweils blbl bzw. BB.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #329
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #331
Positiv ist, dass es in Deutschland - und zum Teil auch im Ausland - nicht mehr erlaubt ist, dass Rüden unbegrenzt oft decken. Leider ist wiederum zu befürchten, dass dann auch Importe ausbleiben. Allzu oft geht es darum, die Deckrüden möglichst gewinnbringend zu vermarkten. Wieder die übliche menschliche Gier. Da kommt dann erst die Kasse, dann die Rasse.

Übrigens muss der Deckrüde gar nicht zur Hündin reisen, es wird das gefrorene Sperma versandt.
Keine Ahnung, wenn das Sperma entsprechend gestreckt/verdünnt wird, können viel mehr Hündinnen belegt (sagt man das so?)werden, oder?


(Hab ich gerade entdeckt und musste es einfach loswerden, tut mir leid, wieder Hunde. Ich dachte, das gibt es nur bei Rindern, Pferden und so.)
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #332
Übrigens muss der Deckrüde gar nicht zur Hündin reisen, es wird das gefrorene Sperma versandt.
Keine Ahnung, wenn das Sperma entsprechend gestreckt/verdünnt wird, können viel mehr Hündinnen belegt (sagt man das so?)werden, oder?


(Hab ich gerade entdeckt und musste es einfach loswerden, tut mir leid, wieder Hunde. Ich dachte, das gibt es nur bei Rindern, Pferden und so.)
Das dürfte nicht sehr verbreitet sein. Die Erfolgsquote bei künstlichen Befruchtungen ist eher schlecht.
 
  • Reinrassigkeit - ein überholtes Dogma? Beitrag #333
Übrigens muss der Deckrüde gar nicht zur Hündin reisen, es wird das gefrorene Sperma versandt.
Keine Ahnung, wenn das Sperma entsprechend gestreckt/verdünnt wird, können viel mehr Hündinnen belegt (sagt man das so?)werden, oder?


(Hab ich gerade entdeckt und musste es einfach loswerden, tut mir leid, wieder Hunde. Ich dachte, das gibt es nur bei Rindern, Pferden und so.)
Das es das bei Hunden gibt, wusste ich. Bei Katzen wäre das jedoch nicht - bzw. deutlich schwieriger umsetzbar. Bei Katzen müssen ja zwei Bedingungen erfüllt sein, damit sie aufnimmt: zum einen muss sie rollig sein (wenn eben eine bestimmte Anzahl von Eizellen bereit steht) und dann wird der Eisprung erst durch die Deckung ausgelöst. Durch die Stacheln mit Widerhaken am Katerpenis.
Das jetzt in einem Labor / Tierarzt-Praxis zu simulieren wäre vermutlich nicht einfach - vor allem nicht billig.

Da Hundewelpen - je nach Rasse und Größe - schon damals locker das vier bis fünffache eines Kitten gekostet haben, rechnet sich der zusätzliche finanzielle Aufwand bei Hunden sicherlich eher.

Ob es für eine große genetische Vielfalt hilfreicher wäre? Mit Sicherheit nur, wenn man die Anzahl der Besamungen eines Tieres begrenzen würde. Das popular Sire Syndrom würde noch mehr befeuert. Auf der anderen Seite hätte man natürlich noch mehr Möglichkeiten. Der am weitesten entfernte Kater bei dem ich je war, war rund 250 km von uns entfernt. Mit Hinbringen und wieder Abholen waren das mal eben gut 1000 km. Das war aber für mich auch wirklich die Obergrenze.
 
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