Hallo ihr Lieben,
meine kleine Maya ist gestern verstorben und ich kann einfach nicht aufhören mir die schlimmsten Schuldgefühle zu geben...
Vor ca. 2 Wochen sind wir aus dem Urlaub zurück gekommen und haben festgestellt dass sie ziemlich dünn geworden ist. Sie war schon immer eine zierliche kleine Katze und noch dazu mittlerweile in einem höheren Alter (wie alt genau wissen wir leider nicht, die Tierärzte haben sie auf 12-16 Jahre geschätzt) aber nun spürte man die Hüftknochen sehr deutlich und sie sah insgesamt einfach echt dünn aus, fraß aber augenscheinlich noch normal und verhielt sich wie sonst auch. Mir kam da schon sofort in den Sinn dass etwas nicht stimmen kann, dachte insgeheim schon dass es vielleicht Krebs sein könnte aber wollte es wohl nicht richtig wahr haben. Ich sagte zu meinem Mann wir müssten unbedingt einen Arzttermin machen, aber weil wir einfach so viel um die Ohren hatten verging eine ganze Woche bis wir einen Termin vereinbarten, der dann auch noch erst eine Woche später gewesen wäre (heute). Ich war mit so viel anderem beschäftigt dass ich in der Zeit offensichtlich nicht genau hingeschaut habe, mein Mann ebenso. Vorgestern Abend überlegte mein Mann schon zum Notdienst zu fahren aber wir ließen wieder wertvolle Stunden verstreichen da sie trotzdem weiterhin ihr Futter fraß und tagsüber noch viel draußen war. Wir schoben es auf die Hitze dass sie etwas k.o. war. Ich dachte sogar sie hätte vielleicht einfach einen Wurmbefall und wäre deswegen so dünn. Wir haben uns offensichtlich alles schön geredet. Gegen Mitternacht fand ich sie dann im Flur, sie wirkte schlapp und konnte sich letztlich nicht mal mehr aus eigener Kraft aufrichten. Mein Mann fuhr mit ihr in die Tierklinik aber weil so viel los war vergingen nochmal 4 Stunden bevor sie eine Infusion bekam und man sie richtig untersuchte. Ihre Blutwerte waren katastrophal, Tumor und Infektion wurden weitgehend ausgeschlossen, ihr ging es durch Sauerstoff und Infusion kurzzeitig aber etwas besser. Mein Mann blieb bis morgens in der Klinik aber man schickte ihn dann nach Hause da man nun abwarten müsse ob Antibiotika etc. anschlagen würden. Gegen 10/11 Uhr meldete sich die Klinik dass der Zustand nun wieder so sei wie bei unserer Ankunft und wir entscheiden müssten ob wir weiter warten ob das Medikament nun noch anschlägt oder wir sie erlösen möchten. Wir entschieden in die Klinik zu fahren, suchten noch ein paar Dinge zusammen die nach uns riechen und organisierten einen Babysitter für unsere Tochter. Das und die halbstündige Fahrt zur Klinik dauerten allerdings zu lange denn als wir ankamen sagte man uns Maya wäre vor 10 Minuten verstorben... Die Ärztin dort sagte dass es sich am wahrscheinlichsten um eine Vergiftung gehandelt habe... Also kein Krebs, keine Altersschwäche oder sonstiges.
Ich sitze nun hier und habe das Gefühl auf allen Ebenen versagt zu haben. Wir haben unsere kleine Maus von vorn bis hinten im Stich gelassen. Wie kann man so blöd sein seine Katze bei den Anzeichen nicht sofort zum Tierarzt zu fahren. Früher hätte ich nie so lange gewartet aber in der letzten Zeit habe ich so viel schleifen lassen weil ich insgesamt überlastet war mit allem. Ich habe sie weniger gestreichelt, mich weniger gekümmert, weg gesehen...
Mich lässt nicht los dass wir sie hätten retten können wenn wir direkt gefahren wären. Ich war morgens noch einkaufen, hatte einen schönen Tag während es meiner Katze so schlecht ging. Und dann brauchen wir noch so lange um dort hin zu fahren und verpassen sie um 10 Minuten, konnten ihr am Ende nicht einmal Leid ersparen weil wir so lange gebraucht haben. Ich weiß dass alle immer sagen man hätte alles getan was man konnte aber nein, ich habe das hier definitiv nicht getan, ich war egoistisch und blind und dumm und faul und habe das Gefühl sie elendig sterben gelassen zu haben. Ich weiß nicht wie ich mir das jemals verzeihen kann...