Hallo Ihr Lieben !
Vielen Dank für Eure Antworten !
Mein lieber Moritz ist heute um 15:30 Uhr von seinen Qualen erlöst worden. Wasseransammlungen in der Lunge wurden schon lange vor der OP festgestellt, ebenso das schwache Herz.
Heute morgen habe ich meinen Kater vermisst. Er war nicht bei mir im Bett, auch nicht im Zimmer. Ich bin im Haus nach oben gelaufen, habe ihn gesucht. Dann habe ich die Rollos hochgezogen und bin auf die Terasse gegangen, ich dachte, meine Eltern hätten ihn vielleicht draussen vergessen oder aber das er vielleicht raus wollte. Er kam nicht. Dann bin ich in den Keller gelaufen und dort lag er in seiner Katzentoilette.
Er kauerte dort und saß ganz still. Ich habe ihn auf den Arm genommen und nach oben ins Wohnzimmer getragen. Ich spürte wieder, wie schlapp er war. Er ließ sich richtig hängen. Ich habe ihn auf das Sofa, auf eine Kuscheldecke gesetzt. Dort habe ich ihm seine Medikamente mit Vitaminpaste gegeben. Vitaminpaste war das einzige, was er in ganz geringen Mengen noch gegessen hat, aber wirklich nur in geringen Mengen.
Vormittags dann schien die Sonne, so gegen 11.00 Uhr und er wollte auf Terasse. Ich habe ihn rausgelassen. Er hat sich in die Sonne gesetzt und sich noch geputzt. Dann ist er auf die Bank gesprungen, dort saß er über 2 Stunden im kalten Wind. Ich habe ihn gerufen, er kam nicht. Ich bin zu ihm gegangen und habe ihn auf den Arm genommen und ins Wohnzimmer getragen. Er war richtig kalt vom Wind. Als ich mit ihm auf dem Arm durchs Wohnzimmer gegangen bin, fing er plötzlich an einmal ganz laut kläglich zu miauen und eine Art Schmerz-Mauzen machte er auch. Ich habe ihn sofort auf den Boden gesetzt. Er ging sofort im Esszimmer unter den Tisch, hat sich dort hingelegt, die Pfoten alle weggestreckt und atmete sehr schwer. Dabei schnurrte er und es hörte sich an, als bekäme er keine Luft. Es pfiff irgendwie beim Atmen, mit Sicherheit wegen dem Asthma. Eventuell hatte er aber auch Schmerzen in der Lunge.
Ich habe mich sofort zu ihm gekniet und ihn gestreichelt. Er schaute nur mit halb-offenen Augen und atmete sehr schwerfällig. Daraufhin habe ich den tierärztlichen Notdienst angerufen, es war schon 14:00 Uhr.
Es hatte 2 Ärze und 1 Ärztin Bereitschaft. Leider nicht meine Ärztin. Ich habe dann die Ärztin angerufen und ihr alles erklärt und habe mit Tränen in den Augen am Telefon darum gebeten, das sie meinen Schatz bitte erlöst. Es hatte keinen Sinn mehr. Mittlerweile 8 Wochen hat er kaum was gefressen, nur ein bisschen Vitaminpaste und getrunken hat er viel. Ich bin mit meinem Schatz und meiner Mum zu der Ärztin gefahren. Sie hat ihn von seinem Leiden erlöst.
Nun habe ich ihn an seinem Lieblingsplatz begraben, wo er immer so gerne gelegen hat. So halb unter einem Bux-Bäumchen. Dort hat er immer gelegen und sich gesonnt. Halb in der Sonne, halb im Schatten und dort hat er es sich richtig gut gehen lassen.
Am 25.12.1990 habe ich meinen Schatz bekommen. Er kam ganz unverhofft von der Tochter der Frau, die vorher in diesem Haus gewohnt hat. Sie konnten in der neuen Mietwohnung leider den Racker nicht mehr behalten. Dort war er 1 1/2 Jahre alt. Am Anfang noch ein ganz ängstlicher Wurm, doch schon bald ein kleiner Frechdachs. Er war so scheu. Doch als ich mich mal aufs Sofa gelegt habe bin ich eingeschlafen. Plötzlich merkte ich nur, das ich schlecht Luft bekomme und da liegt der Kerl doch vor meinem Gesicht ! Das war der erste Körperkontakt.
Seitdem waren wir zwei ein Herz und eine Seele. Unzertrennlich. Er schaute mich morgens traurig durch die Gitterstäbe des Geländers an, als ich die Treppen im Haus herunterging und das Haus durch die Garage verließ. Er freute sich so sehr, als ich wieder nach Hause kam. Er strich mir um die Beine, seine feuchte Nase stupste mich an. Wenn ich traurig war, kam er zu mir und tröstete mich. Wenn ich hinters Haus ging, um eine Zigarette zu rauchen, so stand er auf und ging mit mir. Als ich wieder hineinging, kam er mit. Uns hat ein unsichtbares Band verbunden, er lief immer hinter mir her. Wir haben ein Wettrennen gemacht, bei uns in der Strasse am Wendeplatz. Ich bin losgerannt und er stürmte hinter mir her und überholte mich. Wir haben viele Dunnheiten zusammen gemacht und immer zusammen gehalten.
Doch nun zuletzt konnte ich nur hoffen. Ich konnte nichts mehr für ihn tun. Ich habe wirklich alles versucht, aber er war mittlerweile 16 Jahre und 7 Monate alt. Ich durfte über 15 Jahre mit ihm zusammen sein und wir sind die dicksten Freunde geworden.
Nun ist mein Schatz auf dem Weg über die Regenbogenbrücke. Ich hoffe, das er mich wiedererkennt, wenn ich eines Tages dazukomme. Ich werde ihn nicht vergessen und er fehlt mir. Ich weiss, das es das Letzte war, was ich für ihn tun konnte. Ich habe es nicht aus Verzweiflung getan, ich habe es getan, weil ich ihn liebe ! Ich hoffe, er verzeiht mir das. Ich denke aber, er wird nun dort sein, wo es ihm besser geht. Und sicherlich wird er zu mir herabschauen und er wird sagen, das es die richtige Entscheidung war. Er ist ja nicht weg, denn er ist in meinem Herzen. Für immer. Ich werde ihn nicht vergessen !
Mein lieber Moritz !
Ich hoffe, das es Dir nun gut geht und das Du von Deinen Qualen erlöst bist ! Ich möchte Dir nur sagen, das Du in meinem Herzen bist und das Du mein Leben unbeschreiblich bereichert hast ! Ich vermisse Dich, aber es war der einzige Weg, den wir noch gehen konnten. Ich habe Dich bis zum Schluss begleitet. Ich war bei Dir und bin es immer noch, genauso wie ich in Deinem Herzen bin, so bist Du in meinem Herzen. Machs gut mein Racker und lass Dich nicht ärgern ! Du warst der gutmütigste und liebste Kater, den man sich nur vorstellen und wünschen kann ! Die Zeit mir Dir war unbeschreiblich !
Wir vermissen Dich !
Peter, Birgitt und Dein Alex