Hallo Ihr Lieben,
nach 3 1/2 Monaten muß ich hier einfach mal wieder schreiben, weil ich über den Tod meiner Katze Moni durch Euthanasie (akutes Nierenversagen nach OP), 15 Jahre, nicht hinweg komme.
Ich mache mir solche Vorwürfe, dass ich sie so leiden lassen habe, um Ihr Leben zu erhalten. Es begann im Januar mit einer Vorsorge, ich habe Ihr (das wurde unter der schonenden Narkosevariante gemacht), zwei Backenzähne mit schlimmem Zahnstein und -fleischentzündung entfernen lassen. Wenige Tage später begann sie dann zu lahmen, Schmerzmittel halfen nicht. Kurz nach dem Aufwachen aus der Narkose ist sie vom Sofa gestürzt - ich habe da nicht auf sie aufgepasst! Aber es war dann leider keine Prellung, sondern nach Röntgenaufnahmen wurde ein Tumor festgestellt. Knochenkrebs hieß es. Ich bin zu zwei Tierkliniken mit ihr gefahren, um mir unterschiedl. Meinungen und Therapiemöglichkeiten anzuhören. Beim Arzt, der mir das größte Vertrauen und die Kompetenz vermittelte, habe ich mich dann für eine Beinamputation entschlossen, da ihr Gesundheitszustand einfach noch sehr gut war und ich ihr eine Schmerzmitteltherapie (sie vertrug die Medikamente ja nicht und mußte immer erbrechen) nicht zumuten wollte. Ich habe daran geglaubt, dass sie das schafft, mit drei Beinen zu leben und noch einen schönen Lebensabend bei uns genießt. Zur Vorsorge habe ich noch die Lunge röntgen lassen, Metastasen waren da keine, aber dunkle Schatten in der Gegend des Zwerchfells. Wir wussten nicht, was das bedeutet. Dennoch entschloss ich mich für die OP, um dann abzuwarten.
Der Tierarzt hat mir schnell einen Termin gegeben, er sei zwar an diesem Tag nicht in seiner Klinik, doch diese OP könne er auch in der Praxis machen. Ich glaube, das war ein großer Fehler... Er hat keine schonenden Narkose verabreicht und ich habe in meinem Kummer und meiner Sorge um Moni vergessen, darauf zu bestehen! Es war vereinbart, sie am nächsten Tag in der Klinik abzuholen, er würde sie morgens dorthin mitnehmen. Als ich dann da ankam, war Moni aber nicht da! Er hat sie einfach in seiner Praxis vergessen, wo niemand war! Seine Frau hat mir dann meine Katze gegeben, ihre Blase war voll, sie konnte es kaum erwarten, aufs Klo zu gehen. Mit ihren drei Beinen kam sie sehr gut zurecht und ich war überzeugt, das richtige getan zu haben. Sie schmuste sogar schon mit mir!
Doch dann ging es bergab. Sie schlief nur noch und wurde von Tag zu Tag apathischer. Ich dachte, das seien die Schmerzen, und habe dann am dritten Tag ein Schmerzmittel verabreicht, nach Absprache mit dem Tierarzt. Dann ging es mit dem Erbrechen los, das war ganz schlimm, alle 20 Minuten. Ich bin zum Notdienst dann gefahren, als es nicht besser wurde, sie nichts gefressen hat, ich sie zugefüttert habe, sie dann aber immer wieder erbrochen hat. Dort legte ich die Vermutung vor, es könne etwas mit den Nieren sein? Aber nein, dann wäre sie ja die erste Katze, die dabei nicht aus dem Maul stinken würde. Ich bereue so, dass ich nicht auf einen Bluttest bestanden habe, Moni hat eine Infusion bekommen, dann wurde ich wieder nach Hause geschickt. Dort ging es zunächst einen Tag lang gut. Ich habe wirklich gehofft, jetzt hätten wir es überstanden. Sie konnte gut laufen mit ihren drei Beinen, schlief aber nahezu nur noch, zeigte aber keine Schmerzanzeichen. Doch dann ging es wieder mit dem Erbrechen los. Wieder ab zum Tierarzt, wieder Infusion. Dort habe ich dann auf den Bluttest bestanden, er wies dann auch eine eingeschränkte Nierenfunktion aus. Da es ihr wieder schlechter ging, bin ich mit ihr in die andere Klinik gefahren, zur Beobachtung mußte ich sie dort lassen.
Zu meiner Befürchtung ging es dann drei Tage immer schlechter, nur die Infusionen halfen. Ich habe sie dann dort einschläfern lassen müssen... Wegen akutem Nierenversagen, das als Ursache OP oder Metacam haben kann...
Mich lässt jetzt einfach nicht mehr los, was ich ihr alles angetan habe. Sie hat mich zum Schluß gar nicht mehr angeschaut, sich von mir abgewendet. Mir tut es so leid, dass sie solche Schmerzen ertragen mußte, diese Beinamputation... Habe ich zuviel getan? Nur weil ich daran glaubte, sie könne noch gut einige Zeit ein schönes Leben führen?
Ich werd die Gedanken einfach nicht los. Kann mir jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen schildern, wie er das überwunden hat? Ich muß mich immer zurückziehen, um meine Trauer auszuleben, mein Umfeld versteht einfach nicht, dass ich meine Schuldvorwürfe nicht ablegen kann und meine Katze so sehr vermisse....
Danke Euch sehr!
Melly