Hallo, Katzenfreunde!
Ich bin neu hier und muss mich noch etwas zurechtfinden. Kann nicht schlafen, weil ich so traurig bin.
Seit 4 Jahren habe ich 2 Kater. Einer der beiden Kater - Jeremy - ist gestern plötzlich gestorben.
Vorgestern morgens machte er noch einen recht normalen Eindruck, aber als ich von der Arbeit wiederkam, hatte er Durchfall und erbrochen, hatte nichts gefressen und wirkte apathisch. Nun, ich dachte, er hat wohl einfach zu hastig gefressen und wollte am nächsten Tag mit ihm zum Tierarzt, wenn es nicht besser ist.
In der Nacht bin ich aufgewacht - von seinem herzzerreißendem Miaue.
Das war so furchtbar und ich mache mir schwere Vorwürfe, dass ich nicht gleich einen Nottierarzt angerufen habe.
Stattdessen habe ich gewartet, bis die Praxis meiner Tierärztin geöffnet hatte. Gleich morgens bin ich hin und sie meinte, das wären wohl die Nieren, was sich nach dem Röntgen auch bestätigte.
Auf dem Röntgenbild war die Blase übermäßig groß und man sah, wie alles verstopft war. Sie meinte, sie wolle versuchen, die Harnröhre freizubekommen und wenn das nicht klappt, müsse er operiert werden.
Ich hatte schon so ein komisches Gefühl, weil er so apathisch war und fragte, ob er sterben könnte, sie meinte, Operationen seien immer risikoreich, aber er sei ja ein robuster junger Kater. Er war erst 4 Jahre alt.
Nach einigen Stunden sollte ich wiederkommen, um ihn entweder in die Klinik oder nach hause zu bringen.
Da sagte sie mir, er habe es nicht überstanden.
Sie hat versucht, die Harnröhre freizubekommen, was ihr auch nach langem Mühen hätte gelingen können, aber dann habe er nicht mehr aufgehört, zu brechen (trotz hemmender Medikamente) und sei so schließlich gestorben.
Das war so schlimm, die Vorstellung, dass er richtig - verzeiht den heftigen Ausdruck! - verreckt ist, sich so abquälen musste!
Die Ärztin meinte, ich solle mir keine Vorwürfe machen, da es schon eine längere Vorgeschichte hätte, die ich einfach nicht hätte bemerken können und so eine Kolik käme manchmal dann sehr plötzlich, zumal sie den Verdacht hätte, dass er zudem etwas unbekömmliches gefressen haben muss (ich überlege hin und her und wüßte nicht, was, beide sind reine Wohnungskater). Und dass durch diese beiden Faktoren sein Kreislauf schon arg geschwächt war.
Sie fragte mich, ob sie das Tier hierbehalten und „entsorgen“ sollte.
Es kam so plötzlich, dass er tot war, dass ich ihn lieber mit nach Hause genommen habe.
Ich wollte ihn im Garten eines Freundes beerdigen, da liegt schon ein Hund begraben - aber diese Möglichkeit hat sich zerschlagen.
Jetzt sitze ich hier und weiß nicht, wohin mit meinem Kater, werde ihn gleich doch zur Tierärztin zurückbringen.
Hört sich vielleicht makaber an, aber ich wollte mich hier zu Hause von ihm verabschieden. Der andere Kater (Carlos) hat an ihm geschnuppert und jetzt liegt er verpackt auf dem Balkon und Carlos streunt in der Wohnung umher und sucht ihn.
Es war gut, dass „wir“ uns so von Jeremy verabschiedet haben, aber die Vorstellung, dass er jetzt von der Tierärztin „entsorgt“ werden soll, macht mich mulmig...
Gibt es da nicht eine andere Möglichkeit?
Nun, irgendwie denke ich, jetzt ist er tot und er merkt nichts mehr, aber für mich... vielleicht ist es so, dass ich ihn nicht loslassen will, weil es mir so leid tut, dass er so gelitten hat und ich es herausgezögert habe.
Dieses Tier ist mir so ans Herz gewachsen!
Der andere, Carlos, ist ein richtig lieber puscheliger Schmusekater (Maine-Coon Mischung), aber Jeremy (Siam Mix), der war so aufgeweckt, verspielt, pfiffig, neugierig, ein eifriger Fliegenjäger - und zudem herrlich verschmust, beim Schnurren hat er immer wie ein kleiner Hund geschnauft und hat mich immer mit Nasenstübern beglückt.
Ich bin gerade so traurig, deshalb danke fürs lange durchlesen!
Ich habe 2 Fragen: Erstens: was geschieht eigentlich, was heißt das, wenn ein Tier „entsorgt“ wird?
Ich habe lange überlegt, wo ich ihn begraben soll, aber mir fällt nichts ein (wohne in einem Mietshaus) und will ihn auch nicht irgendwo „verscharren“, zumal das ja auch verboten ist?
Und zweitens: Über kurz oder lang möchte ich uns wieder einen Kater anschaffen.
Ich brauche eine zeitlang, um mich dran zu gewöhnen, dass Jeremy nicht mehr da ist.
Aber Carlos... War immer in Gesellschaft, fast nie allein, ist es nicht gewohnt.
Ist es besser, eine längere Zeit verstreichen zu lassen, damit der Kater sich an die Umstellung gewöhnt - oder besser, schnell ein neues (junges?) Kätzchen zu besorgen? Oder überfordere ich ihn damit, wenns zu schnell wäre?
Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?
Lieben Dank nochmal fürs lange lesen!
Tomcatma