Danke Luca
Habe noch was ähnliches gefunden.
Eigentlich ist Weiß gar keine Farbe, sondern die Abwesenheit von Farbstoff. Eine weiße Katze ist also eigentlich eine farblose Katze. Damit ist auch schon der biologische Prozeß angesprochen, der eine Katze weiß werden läßt. Farblosigkeit ist eine Defekt-Mutation (Leuzismus) mit weitreichenden physiologischen Auswirkungen. Das Gen W bewirkt in der frühembryonalen Entwicklung eine Fehlentwicklung von Strukturen der Neuralleiste. Die sich differenzierenden Zellreihen werden gestört, bzw. die Wanderung der Neuroblasten und Melanoblasten welche für die Pigmentbildung zuständig sind, wird gestört. Damit gibt es am Körper keine pigmentbildenden Zellen mehr. Bereiche, die mit dem Zentralnervensytem unmittelbar zusammenhängen, besonders das Auge haben zumindest eine gewisse Anzahl pigmentbildender Zellen, sodaß die Augen von weißen Katzen blau bis orange gefärbt sind, je nachdem, wie hoch die Anzahl der Pigmentzellen ist.
In engem Zusammenhang stehen bei diesem Vorgang wenig Pigmentzellen = Blauäugigkeit und Störungen des Gehörs, denn die Sinneshaare im Innenohr erhalten durch Pigmenteinlagerungen erst ihre Stabilität. Ist kein oder nur wenig Pigment ins Innenohr gewandert bevor die Wirkung des Leuzismus einsetzte, so ist das Gehör nicht voll funktionsfähig oder die Katze ist sogar taub. Dies ist nur ein Erklärungsversuch für die Taubheit bei weissen Katzen, denkbar sind auch andere Gründe, nach denen das Gen W nur den Weg ebnet für andere Gene, die eine vollständige Ausbildung des Innenohres verhindern. Taubheit kommt also bei blauäugigen weißen Katzen häufiger vor, auch darüber gibt es aber noch keine wissenschaftliche Studie, sondern nur Beobachtungswerte. Andererseits sind orange Augen nicht unbedingt eine Garantie für ein gutes Gehör. Klarheit kann hier nur ein audiometrischer Test bringen. Taube Katzen sind von der Zucht auszuschließen.
Blauäugigkeit bei weißen Katzen kann auch zu einer Störung des Sehvermögens führen. Der Augenhintergrund von Katzen wirft durch das Tarpetum Lucidum , eine stark reflektierende Schicht, das ins Auge fallende Licht zurück. Das Licht passiert also die Netzhaut zweimal an der selben Stelle. Die Katze sieht also alles doppelt so hell, deshalb kann sie bei Dämmerung noch gut sehen. Bei Katzen mit blauen Augen fehlt manchmal das Tapetum Lucidum, sie sehen also nur halb so gut bei Dämmerung, wie ihre gefärbten Artgenossen. Mit einem einfachem Test kann man bei einer Katze feststellen, ob das Tapetum Lucidum vorhanden ist: die Katze wird aus geringer Entfernung mit Blitzlicht fotografiert. Das Blitzlicht muß dabei möglichst nahe an der Linse der Kamera plaziert sein. Erscheinen auf dem Bild die Augen rot, wie bei einem Menschen, ist keine reflektierende Schicht (Tapetum Lucidum) vorhanden. Erscheinen die Augen giftgrün, ist die Schicht vorhanden.
Ein wenig beachtetes Handicup weißer Katzen ist, daß sie leicht einen Sonnenbrand bekommen können, wie alle nicht-pigmentierten Lebewesen. Dadurch steigt auch das Hautkrebsrisiko.
Das Haar weißer Katzen benötigt besonders viel Pflege. Wie oben schon erwähnt, stärkt Pigmenteinlagerung das normal gefärbte Haar. Da Pigment fehlt, ist das Haar besonders weich und filzt leichter.
Alle diese möglichen Störungen zeigen sich öfter bei reinerbig weißen Katzen W/W. Deshalb ist in den meisten Zuchtverbänden die Verpaarung zweier weißer Katzen verboten. Aus der Verbindung einer reinerbig weißen mit einer nicht-weißen Katze ergibt sich das Allelen -Paar W/w, alle Nachkommen tragen also ein weißes Fell und sind mischerbig für weiß.