Hallo ihr Lieben,
ich erzähle Euch jetzt wie die letzten Wochen vergangen sind und was wir durchlebt haben.
Mitte Januar:
Wir haben Garfield alle 8 Stunden eine 1/4 Tablette Dimazon gegeben. Seine Atmung hat sich dadurch verbessert, das Schnorcheln ist aber nie ganz verschwunden. Der Tierarzt meinte, dass wir ihn ja jetzt gut "eingestellt" hätten und der Kater könnte dieses Mittel durchaus bis bis zum Ende seines Lebens nehmen, da das Mittel keine nennenswerten Nebenwirkungen hätte.
Sein Appetit ist allerdings stark gebremst und man muss ihm das Futter hinterhertragen.
Wir haben zeitweise mehr Futternäpfe in der Wohnung verteilt als Blumentöpfe.
Er ist einfach nicht ganz der "Alte", andererseits freuen wir uns natürlich dass es ihm überhaupt so gut geht.
Jedoch muss ich feststellen, dass seine Trinkwasseraufnahme kontinuierlich ansteigt, bis zu einem halben Liter pro Tag, das wäre aber normal, da das Entwässerungsmittel halt einen vermehrten Durst zur Folge hätte.
Das Katzenklo sah immer aus als ob sich ein ausgewachsener Schäferhund darin erleichtert hätte.
Dieser Zustand hält bis zum 9. Februar an.
Wir mussten dann an diesem Wochenende die Katzen für einen Tag alleine lassen, die Versorgung mit den Medikamenten haben Nachbarn äußerst zuverlässig übernommen.
Als wir am 10. Februar wieder nach Hause kommen, verhält sich Garfield völlig anders.
Er liegt nicht mehr auf seinem Lieblingskissen und frisst fast überhaupt nichts mehr, säuft dafür aber noch mehr.
Selbst frisch gebratenes Hühnchenfleisch kann ihn nur noch ganz wenig begeistern.
Er ist sehr schwach und liegt nur noch platt in der Ecke.
Wir vermuten als erstes ein mentales Problem, da er ja vor unserer Abwesenheit sehr gut drauf war und sich so etwas meist sehr zu Herzen nimmt.
Wir wollen ihn erst einmal beobachten und es ist ohnehin gerade Wochenende.
12. Februar:
Wir nehmen wieder Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt in der Tierklinik, der korrekterweise am Telefon sich nicht wirklich dazu äußern kann. Er meint aber, dass ja noch immer die Herzproblematik abgeklärt werden müsste. Außerdem könnte nun ein Nierenproblem oder Zucker vorliegen, welches über ein erneutes Blutbild abgeklärt werden müsste.
Mich beschleicht wieder so ein ungutes Gefühl und meine innere Stimme sagt mir, dass das nicht der richtige Weg ist.
Ich spreche mit einem Freund, der mir seine Tierärztin empfiehlt. Allerdings ist ihre Praxis ca. 30 Km entfernt und ich möchte dem Kater eigentlich keine so lange Autofahrt zumuten.
Wir rufen also zuerst bei Ihr an, und sie hört sich den ganzen Vorgang mit äußerstem Interesse und viel Sorgfalt an.
Auch sie kann am Telefon natürlich keine Diagnose stellen, empfiehlt aber unbedingt eine zweite Meinung einzuholen.
"Das ganze hört sich ja ziemlich verkorkst an", waren ihre Worte.
Sie nennt uns eine Tierärztin in unserer Nähe, die sie sehr empfehlen würde.
Und jetzt kommt es:
13. Februar:
Wir haben uns einen Termin geben lassen, um unnötige Wartezeiten zu vermeiden.
Diese Ärztin, die ich auch auf die Empfehlungsliste für Tierärzte setzen werde, untersucht unseren Garfield ganze 2,5 !!!! Stunden lang.
Sie sagt, wir müssen jetzt erst einmal schauen, wo wir überhaupt stehen.
Das ganze Programm:
Blutbild, Ultraschall, Röntgen u.s.w.
Sie ist ungemein fürsorglich und erklärt die ganzen medizinischen Zusammenhänge. Auf jede Frage gibt sie eine umfassende Antwort und es kommt nicht die geringste Hektik auf.
Die Diagnose:
Vermutlich hat das Dimazon hat die guten Nierenwerte ins Nirwana geschossen. Der Kater hat extrem schlechte Werte.
Das Herz bereitet überhaupt keine Schwierigkeiten, zumindest was die normalen Standarduntersuchungen betrifft. Ein Herzultraschall wurde nicht gemacht.
Die Lunge macht keine Geräusche und hat auch kein Wasser.
Sie rät dringend das Dimazon sofort abzusetzen und verabreicht ihm erst einmal eine Infusion.
Er ist halt schon ziemlich ausgetrocknet, obwohl er soviel getrunken hat.
Das Wasser ging nur noch oben rein und unten raus, ohne das der Körper etwas davon gehabt hätte.
Er bekommt noch ein AB und Bisolvon gespritzt, da die Atemgeräusche ganz eindeutig von den oberen Luftwegen kommen. Zusätzlich bekommt er einen kleinen "Nierenschubser" und ein Mittel um die ebenfalls schlechten Immunwerte zu verbessern.
Vielleicht ein verschleppter Schnupfen.
Weitere Untersuchungen, z.B. auf Katzenschnupfen ergeben keinen Befund.
Innerhalb von wenigen Stunden sind die Atemgeräusche verschwunden, das erste Mal seit 2 Monaten !!!!!!!
Am nächsten Tag erhält er noch eine weitere Infusion, da er bisher noch nicht wieder gefressen hat.
Die Ärztin sagt, dass wir nicht mehr allzu viel Zeit haben und er dringend wieder selbständig fressen und trinken muss.
Als wir nach Hause kommen macht er sich über das Futter her.
Seitdem hat sich sein Zustand um 1000% verbessert, er frisst und trinkt genauso wie vor der Zahn-OP am 6. Dezember.
Er bekommt nun noch insgesamt 10 Tage lang ein AB und Bisolvon und man kann nur hoffen, dass sich seine Nieren wieder stabilisieren.
Genaueres kann erst ein Blutbild in einigen Wochen zeigen.
Solange kann man jetzt nur warten und hoffen dass der "Kämpfer" es schafft.
Diese Tierärztin ist wirklich erstklassig und wir hätten uns gewünscht sie von Anfang an gehabt zu haben.
Drückt bitte alle ganz fest die Daumen und Pfötchen, wir halten Euch auf dem Laufenden.
Liebe Grüße
Christian