Hi Tinka28,
zu der Verhaltensstörung "Aggressionen" gehört auch das aggressive Spiel. Die Ursachen liegen häufig in der Erziehung durch den Menschen in den ersten Wochen des Katzenkindes. Es ist z.b. nicht ratsam, seine Hände zum Spiel anzubieten. Eine kleine Katze fügt zwar mit ihren Bissen unserer Haut nicht unbedingt einen Schaden zu, doch sollte das Beißen von Anfang an tabu sein, denn die Katze wird später nicht verstehen, warum sie früher beißen durfte und auf einmal dieses Verhalten nun schlecht sein soll. Für die Katze gehört das aggressive Spiel u.U. zum normalen Spiel.
Ganz wichtig ist die Wahl des Spielzeugs. Mäuse und Co. sind nicht unbedingt geeignet für das gemeinsame Spiel (Mensch + Katze). Mit einer Maus kann und sollte sich die Katze alleine beschäftigen. Ich habe für das gemeinsame Spiel z.B. diverse Katzenangeln. Am liebsten spielen meine Katzen mit Angeln, an denen nur ein Stofffetzen befestigt ist oder ähnliches. Mit diesen monströsen Plüschtierchen können Katzen meiner Erfahrung nach wenig anfangen.
Der Vorteil von Angelspielzeug ist, dass die eigenen Hände außer Reichweite der Katze sind, die Katze aber nach Herzenslust in das Teilchen an der Angel beißen kann, was sie ja auch ruhig soll.
Was das Hochklettern am Bein angeht, könnte ein Kratzbaum Abhilfe schaffen, sofern nicht vorhanden. Katzen brauchen Klettermöglichkeiten. Der Mensch sollte dazu nicht benutzt werden :wink: .
Wichtig ist, dass du dein "Autsch" beibehälst und deine Katze zusätzlich nach einer Beißattacke für einige Minuten ignorierst. Nach einer gewissen Zeit wird die Katze lernen, dass mit jeder Beißattacke das gemeinsame Spiel vorbei ist.
Die Spielzeiten würde ich aufteilen in 2 x 15 Minuten täglich, so dass die Katze einen Rhythmus bekommt. Bei meinen Rackern stelle ich immer wieder fest, wie wichtig ein geregelter Ablauf für sie ist.
Unterstützend würde ich an deiner Stelle auch mit Bachblüten arbeiten.
Ich hatte bei meinem Kater Felix das gleiche Problem wie du. Mein heutiger Exfreund dachte, ein Kater müsse beißen dürfen und Felix biss jeden Menschen recht herzhaft in Hände und Füße. Ich habe Monate gebraucht, um ihm (Felix), das abzutrainieren. Ganz raus bekommen habe ich dieses Verhalten nicht, aber Felix weiß inzwischen, dass er nicht beißen darf. Er hat sogar ein Schuldbewusstsein entwickelt :wink: .
Wichtig ist es, die Hände nicht wegzureißen oder die Katze abzuschütteln. Damit verstärkst du das Beißverhalten nämlich. Die Katze ist ein Jäger und Beute, sofern gefangen, hat einen Fluchtinstinkt. In dem Moment, wo du die Hand wegziehst, entziehst du der Katze die Beute. Anstatt die Hand wegzuziehen oder den Fuß schiebe sie/ihn der Katze entgegen. Das lässt sie stutzen, weil Beute sich nicht so verhält. Befreie dich mit einem gezielten Griff aus dem Biss und zeitgleich sollte dein Autsch erfolgen. Das ist ein sekundenschneller Ablauf in dem mehrere Dinge gleichzeitig passieren.
Bei verhaltensgerechtem spielen - also ohne Beißattacke - kann man Belohnungen einsetzen, also z.B. ein Leckerchen.
Es ist wichtig, mit positiver Verstärkung zu arbeiten, weil auf anderes reagiert eine Katze nicht. Sie ist in dem Sinne nicht erziehbar wie ein Hund.
Vielleicht kannst du etwas anfangen mit meinen Vorschlägen, würde mich freuen, wenn du recht bald Erfolge hast :wink: .
Beobachte doch außerdem einmal, ob die Beißattacken auch am Wochenende auftreten, wenn du als Mensch normalerweise überwiegend daheim bist, weil du dann ja vermutlich nicht arbeiten gehst. Ich würde sicherheitshalber als Ursache das Thema Einsamkeit ausschließen wollen.
Liebe Grüße
Mone