Hier ist nochmal ein Fachbericht zum Thema:
"Penisamputation
Eine operative Lösung der Harnröhrenverstopfung, eine so genannte perineale
Urethrostomie oder auch Penisamputation, ist unumgänglich: 1. bei Katern mit wiederholter Verstopfung der Harnröhre, 2. bei einer Verstopfung der Harnröhre, die sich durch Katheterisieren und Spülen nicht oder nur ungenügend lösen lässt, und 3. bei einer Striktur der Harnröhre (d. h. Verengung durch chronische Entzündung der Harnröhre oder wiederholtes Katheterisieren). Die Operation erfolgt unter Vollnarkose. Da meist junge bis mittelalte (ca. 5-7 Jahre alte) Katzen betroffen sind, ist das Narkoserisiko bei gutem Allgemeinzustand als klein einzustufen. Ist die Katze schon sehr alt oder ist ihr Zustand lebensbedrohlich und eine Operation unumgänglich, muss manchmal zum Wohle des Tieres auch ans Einschläfern gedacht werden.
Bei diesem chirurgischen Eingriff wird im Prinzip der kurze Teil der Harnröhre im Bereich des Penis entfernt. Die Harnröhre im Bereich des Beckens ist von diesem Eingriff nicht betroffen, da sie im Durchmesser ca. viermal grösser ist. Deshalb wird nur der Penis mit Vorhaut und Harnröhre entfernt. Nach der Operation mündet die Harnröhre als kleine Öffnung unterhalb des Afters. Ein normales, kontrolliertes Harnabsetzen ist durch den Schliessmuskel der Blase auch nach der Operation gewährleistet.
Vom Eingriff erholen sich die Katzen in der Regel rasch. In den ersten 1-2 Tagen bleiben sie meist stationär in der Praxis, damit der Harnabsatz und die Naht kontrolliert werden können. Bis zum Ziehen der Fäden müssen die Katzen einen Halskragen tragen, um die empfindliche Naht zu schützen.
Komplikationen sind selten. Am ehesten kommt es wegen des fehlenden Penis, der als "Keim-Barriere" dient, durch aufsteigende Keime zu einer Blaseninfektion. Mögliche, aber äusserst selten auftretende Komplikationen sind lokale Reizung der Haut, Harninkontinenz und durch Narbenbildung bedingte Harnröhrenverengungen. In den meisten Fällen können die Katzen nach einer Penisamputation ein normales Leben
führen."
Quelle:
http://www.kleintiermedizin.ch/katze/harn2/harn2_4.htm