Gestern hat Hans-Ulrich Grimm, Autor von "Katzen würden Mäuse kaufen", in der NDR-Talkshow sein Buch vorgestellt, das mir recht interessant erscheint, insbesondere im Hinblick auf chemische und biologische Manipulationen zur Akzeptanzsteigerung von Tierfutter. Gut weggekommen ist dabei wohl quasi keine Marke. Das Buch war eine Zeit lang wegen Einstweiliger Verfügungen der Futtermittelindustrie "auf Eis" gelegt, soll aber mit Ausnahme des Klappentextes, in dem sich der Verlag juristisch absichert, ansonsten inhaltlich unverändert sein.
Interessant: In den USA wird inzwischen Hühnerkot mittels Chemie zu Hühnerfutter recycelt, was in der EU (noch) verboten ist. Umgekehrt ist es in der EU verboten, bestimmte Inhaltsstoffe (z.B. Flavour = Geschmacksverstärker) auf den Verpackungen zu deklarieren. So haben inhaltlich identische Produkte des selben Herstellers in den USA und der EU z.T. unterschiedliche Inhaltsangaben.
Auch das frühe Engagement der Futtermittelindustrie beim Nachwuchs an Tierärzten, Lebensmittelchemikern etc. wurde thematisiert. So gab es in Österreich beispielsweise einen entsprechenden Lehrstuhl, der komplett von der Industrie finanziert wurde.
Auszug:
"Zufrieden schnurrt ein hübscher Kater mit glänzendem Fell, nachdem er sein Fressen bekommen hat - glaubt man der Werbung, so ist für unsere Haustiere das Beste gerade gut genug. Doch die Realität sieht anders aus. Wussten Sie, dass aus Erdgas ein bizarrer Fleischersatz hergestellt wird? Für Menschen verboten, für Tiere erlaubt ...
Mit Aromen, Geschmacksverstärkern, Konservierungs- und Farbstoffen und dem ganzen Arsenal der Kunstnahrungshexenküche wird ein leckeres Menü für Waldi und Minka zubereitet. Und die Zukunft hat schon begonnen: Mit Biotechnologie und High-Tech landen Bakterien und Pilze im Fressnapf unserer Lieblinge.
Die Tiere leiden. Hunde und Katzen bekommen Diabetes, Herzkrankheiten und Krebs, Schweine haben Darmprobleme, und unter Rindern breiten sich gefährliche Bakterien aus, die auch den Menschen befallen können. Sie sind nicht nur im Fleisch, sondern bereits im Trinkwasser zu finden."
Quelle und villständiger Artikel:
http://www.pfotenundfell.de/5022671...arden_mause_kaufen_schwarzbuch_tierfutter.php
Eine Leseprobe:
http://files.hanser.de/zsolnay/docs/20070427_2742713738-104_20070303_978-3-552-06049-4.pdf
Hans-Ulrich Grimm
Katzen würden Mäuse kaufen. Schwarzbuch Tierfutter
208 Seiten.
ISBN 978-3-552-06049-4
17,90 (D) / 18.40 (a) / sFr 32,-
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Wiederholung der NDR-Talkshow:
HR Fernsehen
Sonnabend, 5. Mai 2007
10.00 - 12.00 Uhr
NDR Fernsehen
Montag, 7. Mai 2007
1.45 - 3.45 Uhr
3 Sat
Montag, 14. Mai 2007,
10.15 - 12.15 Uhr