Eine Maus schmeckt ja auch immer nach Maus.
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Katzen fressen aber auch nicht
nur Maus. Die Menükarte in der freien Wildbahn ist recht umfang- und abwechslungsreich, und dazu auch saisonal sehr individuell geprägt.
Es gibt dazu eine, wie ich finde, sehr interssante Studie:
http://www.tierundnatur.de/katz-chu.htm
"# Insgesamt wurden 1090 Beutestücke registriert, im Durchschnitt 14 pro Katze und Jahr. 535 waren Säugetiere, 297 Vögel und 258 nicht identifizierte Tiere. Im einzelnen wurden identifiziert: 17% Feld-Wühlmäuse, 7% Rötelmäuse, 14% Erdmäuse, 12% Waldspitzmäuse, 4% Zwergspitzmäuse, 3% Kaninchen, 8% andere Säuger, 16% Haussperlinge, 4% Singdrosseln, 3% Amseln, 3% Rotkehlchen, 10% andere Vögel , insgesamt 15 Säuger- und 22 Vogelarten. (Gliederfüßer und andere Wechselwarme wurden nicht berücksichtigt.)
# Die meisten Tiere wurden im Sommer erbeutet (im Juli/August) drei- bis viermal so viele wie im Dezember/Januar).
# Die Zahl der erbeuteten Vögel war hingegen im Dezember und Januar am höchsten. (Kleinsäuger sind in dieser Zeit schwerer zu erbeuten.) In einer besonders harten Winterwoche (18.–24. Dezember) bestand die Beute ausschließlich aus Vögeln. Aber auch im Juni, also zur Brutzeit, waren mehr als 50% der Beutetiere Vögel.
# Der Jagderfolg der einzelnen Katzen variierte beträchtlich: Sechs brachten überhaupt nichts nach Hause, eine gar 95 Beutestücke. Generell sank der Erfolg mit zunehmendem Alter.
# Während Kater in allen drei genannten Dorfzonen annähernd gleich gut jagten, waren weibliche Katzen in der Randzone des Dorfes deutlich erfolgreicher als in der mittleren oder Kernzone.
# Je dichter der Katzenbestand eines Bezirks war, desto weniger fing die einzelne Katze.
# Hohe (über 0 °C) oder niedrige (unter 0 °C) Wintertemperaturen sind für den Jagderfolg nicht bedeutsam.
# An trockenen Tagen war die Erfolgsquote jeweils am höchsten (unabhängig von der Jahreszeit).
# An relativ windstillen Tagen war die Beute um fast 60% zahlreicher als an windigen Tagen. (Diese waren allerdings in der Regel auch regnerisch, und ruhige Tage meist trocken.)
# Eine Sperlings-Population erhöht sich durch Brut um nicht mehr als ca. 100%, also hier von ca. 340 auf ca. 700, um schließlich wieder bei den anfänglichen 340 Individuen anzukommen. Grob gesprochen, müssen also jährlich außerhalb der Brutzeit in Felmersham 300–400 Tiere ihr Leben lassen.
# In diesem Dorf zählten die Forscher in einem Jahr 130 plus (anteilig = 16% von den nicht identifizierten Tieren) 40 gleich 170 Sperlinge. Berücksichtigt man nun, daß erfahrungsgemäß nur etwa 50% der tatsächlich getöteten Beutetiere erfaßt werden, muß man zu dem Schluß kommen, daß eine signifikante Anzahl von Todesfällen des Sperlings auf das Konto der Katzen ging."
Inwieweit die einzelnen Vogel- und Mäusearten nun rein geschmacklich differieren, weiss man natürlich nicht.
Das bedeutet allerdings auch, dass die freilebende, bzw. "natürlich lebende" Katze im Winter oder auch bei ungünstigem Wetter echte Probleme hat. Phasen der Mangel- oder Unterernährung sind also sicherlich nicht die Ausnahme. Von kontinuierlicher Nahrungsaufnahme kann auch nicht ausgegangen werden.