Hallo Lena,
Mehlwürmer und Heimchen schaden nicht.
Du kannst es ja versuchen. Allerdings ist der Unterhaltungswert eines Mehlwurms bescheiden. Da müßtest du der Mieze schon eine ganze Schüssel von ihnen vorsetzen, die wild durcheinender krabbeln. Dann werden sie mit Sicherheit bearbeitet, aber ob sie gefressen werden? Eher wird die Mieze sie durch die Gegend wirbeln und anschließend latschen dir die Genossen noch wochenlang aus allen Ecken entgegen. Überlebende Flüchtlinge werden keinen Schaden in deiner Wohnung anrichten, wie zum Beispiel Lebensmittelmotten das in deinen Vorräten tun können. Ist wichtig zu wissen, bevor man Futterinsekten auf die Einrichtung losläßt.
Von Heimchen würde ich persönlich abraten. Die haben natürlich einen wesentlich höheren Spaßfaktor, da sie recht wendig sind und weghüpfen. Daher könnten sie gut geeignet sein, den Sportsgeist deiner Katze anzuregen. Allerdings können sie sich aus genau dem Grunde auch schnell in Sicherheit bringen. Und glaub mir, ein Heimchen in einer nicht auffindbaren Ecke auf Brautsuche tötet Nerven. So putzig das Gezirpe ist (ich finde, sie "singen" wirklich hübsch), aber im Schlafzimmer mag man es in kürzester Zeit nicht mehr hören. Und wenn die Brautsuche erfolgreich war... Ob sie Vorratsschädlinge sind, weiß ich gar nicht mal. Aber anders als Mehlwürmer sind sie definitiv hörbar!
So, und nun zu meinem eigentlichen Anliegen: Ich halte NICHTS davon, den Wohnungskatzen zu ihrer Bespaßung lebende Mäuse anzubieten. Vogel- und Mausejagd gehört zum Verhaltensrepertoire der Katze, das ist richtig. Freigänger können diesem Trieb nachgehen, ihre Beute hat aber auch die Möglichkeit, ihnen zu entkommen. Das haben Mäuse in der Wohnung nicht, es ist ein unfaires Spiel. Es hat meiner Meinung nach nichts mit Natur zu tun.
Wer Wohnungskatzen hält, muss sich klarmachen, dass er ihnen eine unnatürliche Lebensweise aufzwingt. Katzen, die es nicht anders kennen, machen das Wohnungsleben gerne mit, deshalb glaube ich auch nicht, dass man sie damit quält. Spannung kann man auf verschiedene Weise bieten. Lebende Mäuse müssen es nicht sein. Es spricht aber nichts dagegen, deine Katze mit aufgetauten Frostmäusen spielen zu lassen. Das "Feeling" ist wie bei einer lebenden Maus, nur der Jagderfolg fehlt.
Wenn deine Katze ein paar Insekten frißt, musst du nicht supplementieren. Ich glaube nicht, das sie jemals so viel Gefallen an den Dingern finden wird, dass sie Insekten in großen Mengen fressen wird. Zusetzen mußt du auch nichts, wenn sie zwei oder drei Mäuse oder Kücken in der Woche fressen sollte. Wenn sie ernsthaft Gefallen an dieser Ernährung finden sollte (was nicht das Schlechteste wäre) mußt du dich dann aber schon über Rohernährung sachkundig machen.