Inwieweit unterliegen Tierärzte irgendwelchen Kontrollen? Ich meine, die studieren doch auch und gewinnen die "Lizens" nicht im Lotto. Manchmal macht es den Eindruck, dass sich jeder "Tierarzt" nennen darf, der Wuffi mal den Bauch gerieben hat. Aber das kann es doch nicht sein... Wie passiert sowas?
Das Problem ist, dass ein
Tierarzt in der Praxis wesentlich mehr leisten muss, bzw. soll, als ein Humanmediziner. Zum einen mehrere Spezies und dann kommt noch dazu, dass er ein breiteres Spektrum hat und die Spezialisierung in den einzelnen Disziplinen nicht soweit fortgeschritten ist. Ein Katzenorganismus ist genauso komplex wie unser Körper. Während wir aber zum Kardiologen, Ohrenarzt, Internisten oder was auch immer geschickt werden, handeln die meisten TAs das alles in Personalunion ab: bei Hund, Katze, Hamster, Wellensittich, Schildkröte etc.pp.
Dann behandeln viele
Tierarzt z.B. Kleintiere auch "nebenbei", insbesondere auf dem Lande, wo sie in erster Linie auf Nutztiere fokussiert sind.
Dazu kommt bei jüngeren Ärzten, die zwar aktuell ausgebildet sind, fehlende Erfahrung. Ein
Tierarzt sollte idealerweise auch erstmal ein paar Jahre in einer Klinik arbeiten, bevor er sich mit einer eigenen Praxis niederlassen darf.
Ein weiteres Manko sehe ich in der Fortbildung. Erfahrung ist extrem wichtig, aber nicht ausreichend, wenn es um neue Methoden geht.
Die Tiermedizin hat sich rasant entwickelt, aber nicht alle Ärzte sind up-to-date. Meines Erachtens sollte es in regelmässigen Abständen Qualifizierungslehrgänge geben, die auch Auswirkungen auf den Status haben, also quasi eine regelmässige Zertifizierung.
Letzteres wäre in der Humanmedizin bei niedergelassenen Äzrten auch sehr wünschenswert. Bei Piloten ist das schon ewig Standard...