Hallo,
habe vor fast 4 Wochen ein 7 Jahre alte Katze bekommen, die früher ziemlich verwahrlost auf einem Campingplatz gelebt hat. Die ersten 10 Tage war sie recht zurückgezogen, kam aber immer wieder hervor, um sich von mir oder meinen 2 Kindern streicheln zu lassen. Am WOchenende schien ihr der Trubel zuviel zu sein, da hat sie dann auch mal ins Kinderzimmer unters Bett gekackt, statt hier unten in der Abstellkammer aufs Katzenklo. Also haben wir 2. Klo und auch Fressen ins Kinderzimmer gestellt und alles war ok. Sie war nicht mehr gezwungen, die ganze Wohnung zu durchqueren und entspannte sich merklich.
Dann (2. Woche bei uns) war sie ein paar Tage ziemlich erkältet, brauchte Antibiotikum und fras nur noch selbst gekochtes. Seit einigen Tagen geht es ihr wieder gut. Aber seit gestern pinkelt sie entweder ins Bett meines Sohnes (vorgestern früh und gestern abend, seitdem lassen wir die Tür nicht mehr offen stehen) oder auf die Klamotten, die meine Tochter in ihrem Zimmer in der Ecke hatte liegen lassen (gestern früh und heute nachmittag). Dies ist das Zimmer, in dem sie sich immer zurückzieht. Dort steht auch ein Katzenklo, das sie benutzt.
Zudem verkriecht sie sich in den letzten Tagen wieder viel mehr als davor, hinter den letzten Schrank, also viel zurückgezogener als in den ersten Wochen.
Außerdem hatte ich sie vor 2 Tagen mal ins Treppenhaus gelassen, da ist sie dann die 3 Stockwerke runter bis in den Keller und ist dort einige Stunden geblieben. Als ich sie suchen ging, hatte sie mitten in den Keller einen großen Haufen abgesetzt. Ich habe ihn weggeputzt und sie wieder in die Wohnung getragen. Seitdem ist sie oft an der Tür und würde, wenn wir sie lassen würden, sofort rauslaufen - ich denke, sie wäre gern wieder im Keller (ich habe sie nicht wieder runter gelassen, weil ich fürchte, sie kackt anderen Hausbewohnern vielleicht auch in den Keller, oder büxt doch aus, wenn jemand die Haustüre aufmacht...)
Gern würde ich sie schon nach draußen lassen (kann vom Balkon eine Katzentreppe runter lassen), aber ich habe Angst, dass sie nicht wieder kommt - und habe mich bei Übernahme (sie kommt von einer sehr gewissenhaften und engagierten Tierschützerin) verpflichtet, sie nicht vor Ablauf von 6 Wochen nach draußen zu lassen. Und ich frage mich natürlich, ob sie - wenn sie die Wahl hat - überhaupt wieder zurück will zu uns...
Was soll ich tun? Sie in den Keller lassen, damit sie ihre totale Ruhe hat (und Katzenklo unten aufstellen) und riskieren, dass sie abhaut, sobald sich die Gelegenheit bietet? Muss ich davon ausgehen, dass sie sich prinzipiell doch nicht wohl fühlt bei uns und besser ein ruhigeres Zuhause finden sollte?
Kann ich irgendetwas dagegen tun, dass sie jeden Tag die Klamotten meiner Tochter (und den darunter liegenden, verklebten, Teppich) voll pinkelt? Würde es helfen, noch ein weiteres Katzenklo dort aufzustellen?
Problematisch ist, dass mein Mann gar keine Katze haben wollte und diese Katze die einzige war, die ich "allein" bekommen konnte. Sie schien die Gesellschaft anderer Katzen nicht sonderlich zu brauchen... 2. Katze dazu holen ist also leider auch keine Möglichkeit.
Ein anderes Zuhause für sie zu finden wäre schwer, denn sie hat als junge Katze schon ihren Schwanz verloren, hat ein verwachsenes Auge weil sie wohl früher mal an Katzenschnupfen hatte und ist insgesamt sicher nicht eine "Schönheit". Sie galt als nicht vermittelbar. Uns haben ihre "Handicaps" nicht abgeschreckt, da sie sehr verschmust ist und das gut zu uns passt.
Wenn das Pinkeln allerdings weiter geht, wird mein Mann (und vergesst es, der wird nie akzeptieren, dass eine Katze etwas ist, das man liebhaben und für das man sich verantwortlich fühlen kann) bald die Geduld verlieren und erwarten, dass ich die Katze zurück bringe...
Also, ich hoffe, Ihr könnt mir weiterhelfen.
Danke für Eure Tips!
Kiko