Hi,
meine Katze hat eine SDÜ. Nebenher: hast Du das mittlerweile abklären lassen, ob das wirklich bei Deinem Kater vorliegt? Könnten auch die Nieren sein.
Also: bevor überhaupt eine OP oder Radiojodtherapie in Frage kommen, muss die Katze medikamentös eingestellt / stabilsiert werden. Das sollte bei einer SDÜ möglichst bald in Angriff genommen werden, da die SDÜ auch andere Organe, zB Herz, Leber oder auch Nieren, schädigen kann und unbehandelt auf jeden Fall schädigen wird. Tierärzte geben hier von sich aus Felimazole, das sind kleine überzogene Dragees, kosten pro 100 Stück bei 5mg Wirkstoff etwa 42 Euro. Wieviel Tabletten der Kater benötigt, hängt davon ab, wie stark die SDÜ ist. An die richtige Dosis muss man sich herantasten. Meine Katze benötigt eine am Tag. Regelmäßige Untersuchungen der Schilddrüsenwerte sind deshalb unablässlich. Billiger ist Carbimazol und hat wohl auch weniger Nebenwirkungen. Dieses Medikament musst Du allerdings ausdrücklich verlangen, denn von allein wird es nicht gegeben. Carbimazol ist eigentlich für den Menschen entwickelt.
Ob andere Therapien (die beiden erwähnten) in Frage kommen, hängt dann, nachdem der Kater eingestellt ist, auch von seinen Leber- und vor allem Nierenwerten ab. Bei einer SDÜ werden nämlich die Organe "besser" durchblutet, weil die Herzfrequenz doch stark ansteigt. Dies kann dann aber bei einer Therapie dann in eine
Niereninsuffizienz umschlagen bzw. kann eine solche durch die Symptome einer SDÜ einfach verdeckt worden sein. Wenn dies der Fall ist, führen seriöse TÄ keine OP oder RJT durch, denn dann hättest Du hinterher eine Katze mit schwerem Nierenleiden. Dies kann auch nicht die Lösung sein.
Mein
Tierarzt hat von einer OP auch deswegen abgeraten, da mittlerweile wohl die SD vollständig entfernt wird. Bleibt Restgewebe, bildet sich darin häufig ein Tumor. Vollständige Entfernung bedeutet aber eine Unterfunktion und müsste auch lebenslänglich medikamentös therapiert werden. Aber hier sollte Dich Dein
Tierarzt beraten, denn die Meinungen gehen da auseinander. Allerdings ist mittlerweile die Therapie der Wahl die RJT. Es gibt nur wenige Kliniken in Deutschland, die sie durchführen dürfen. Aber sie ist sehr erfolgversprechend und praktisch ohne Nebenwirkungen. Dabei bekommt die Katze radioaktives Jod in der Klinik verabreicht (die genaue Wirkung lass Dir beschreiben). Danach muss die Katze einige Zeit in der Klinik in Quarantäne bleiben, da sie ja strahlt. In Hamburg sind es im Anschluss 4 Tage, also insgesamt 5. Die Kosten belaufen sich nach Auskunft auf etwa 750 Euro. Ist also nicht ganz billig. Da meine Katze allerdings nicht bereit ist, Tabletten zu nehmen und ich ihr auch die OP nicht zumuten will (und sie außerdem erst 7 Jahre alt ist), habe ich mich für die RJT entschieden, sobald meine Katze stabil ist.
Hier noch der Link zur Klinik in Hamburg (Norderstedt):
http://www.tierklinik-norderstedt.de/page1.aspx?PageId=23
LG und alles Gute!