Ich will bestimmt niemanden in Schutz nehmen, der Tiere quält oder auch einfach nur bestehende Gesetze nicht einhält. Aber bei aller Begeisterung für alternative Haltungsformen sollte man die Kirche auch mal im Dorf lassen. Derzeit liegt der Selbstversorgungsgrad in Deutschland bei ca. 55 %, runter von etwa 70 % vor Beginn der Umstellungsphase. Eiprodukte sind derzeit so teuer wie zumindest schon lange nicht mehr, in Kombination mit dem alljährlichen Hoch zu Ostern ist es für die Lebensmittelindustrie sehr schwer, Eiprodukte, speziell aus deutscher oder europäischer Produktion, überhaupt noch zu bezahlen. Dazu kommt, daß durch die Aufgabe etlicher Betriebe und umfangreiche Umstallungen in anderen Betrieben zu wenig Eier zur Verfügung stehen. Bevorzugt werden Supermärkte mit Schaleneiern bedient, so daß zumindest einige Produkte nicht in ausreichenden Mengen der Lebensmittelindustrie zur Verfügung stehen.
Insofern lautet mein Appell, doch bitte vermehrt Druck auf die Hühnerfarmen auszuüben. Die Lebensmittelindustrie ist sehr wohl bemüht, Verbraucherwünsche umzusetzen, und für das Thema "Eier aus alternativen Haltungsformen" sensibilisiert. Der Ball liegt derzeit bei den Farmen, die die Umstellung endlich abschließen müssen. Und wenn Ihr Euch für das Thema interessiert und schon mal dabei seid, die Farmen zu bedrängen, dann fragt doch auch gleich mal nach Zertifizierungen. Einige sind zugegebermassen Schrott, aber einige sind durchaus recht hilfreich, um tiergerechte Haltung durchzusetzen, die auch kontrolliert wird.
Gruß,
Sema