Hallo,
ich betreue seit 10 Jahren Katzenhalter, deren Katzen Diabetes haben. Damals gab es im Umkreis von Düsseldorf nur einen Arzt, der sich mit Diabetes auskannte. Viele Katzenhalter haben ihre Katzen einschläfern lassen müssen, da sie sonst elendig verhungert wären oder einen Schock wegen Insulinmangels bekommen hätten. Mein Kater war damals 7 Jahre alt. Da ich ihn nicht aufgeben wollte, habe ich mich mit diesem Arzt in Verbindung gesetzt und bei ihm das Messen und das Spritzen gelernt. Nach einer Woche war ich fit - wir wohnten damals in einem Hotel in der Nähe des Arztes. All' das konnte man vielen Katzenhaltern nicht zumuten, also habe ich eine Selbsthilfegruppe gegründet, in der eine Katzenhalterin der anderen zeigt, wie das Messen und Spritzen richtig gemacht wird.
Die Katzenhalter messen mit Stäbchen den Urin - Farbe gelb bis zartgrün - und spritzen nach dem Fressen das Insulin. Ich selbst fahre dann alle zwei Wochen hin und messe den Blutzucker mit einem Accu-Check-Aviva-Gerät. Vierteljährlich nehme ich eine Blutprobe zur Feststellung des Fructosamin-Wertes (Durchschnittswert der vergangenen letzten drei Monate).
Wenn man das Ohr vor eine Lichtquelle hält, sieht man, wo am Ohrrand die Vene für die Blutabnahme liegt. Klappt prima.
Im allgemeinen wird den Katzen damit ein Weiterleben von 5 bis 10 Jahren geschenkt, je nach Fütterung von Diätfutter (Trockenfutter oder Nassfutter). Diese Diätfütterung muß strikt eingehalten werden, da sonst Folgeerkrankungen (Keton) auftreten und der Insulinbedarf ins Unermeßliche steigt.
Aus gegebenem Anlaß weitere Anmerkungen:
Der Eiweißgehalt der Nahrung (Fleisch, Innereien, Fisch, Eier und Milchprodukte (z.B. Quark oder Hüttenkäse) sollte 2/3 der gesamten täglichen Nahrung betragen. Das übrige Drittel sollte aus Kohlenhydraten, insbesondere Reis oder Eierteigwaren (z.B. Nudeln), gut verdaulichem Gemüse und Fett (z.B. Distel- oder Walnußöl) bestehen.
Unmittelbar nach der ersten morgendlichen Fütterung (1/4 bis 1/2 der Tagesration) sollte 1/2 des täglichen Insulin-Gesamtbedarfs und nach 12 Stunden der Rest der Tagesration gefüttert sowie die andere Hälfte des Insulins gespritzt werden.
Bewährt haben sich anabole (aufbauende) Injektionen eines Medikaments in vierteljährlichen Abständen sowie die kontinuierliche Gabe eines perfekten Multivitaminpräparates (z.B. Miturat-Katzen-Vitapet-Paste) bei Selbstfertigung des Futters.
Mein Morle fraß sehr gerne Hühnerschenkel in Wasser gedünstet (mit ganz wenig Salz), die Haut und Knochen sorgfältig entfernt, das Fleisch in kleine Stücke geschnitten, etwas Brühe, ein bißchen gekochten, ungesalzenen Reis oder Eierteignudeln dazu oder nur pur (Fleisch mit Brühe).
Mit lieben Grüßen - Deine Inge