Wenn es um meinen Kater ginge, würde ich auf keinen Fall
riskieren wollen, dass ich ein Tier verliere, nur wegen des Freilaufs.
Freilauf ist je nach Umgebung generell gefährlich, Autos, andere Tiere
oder ansteckende Krankheiten können zu einer Gefährdung oder sogar
zum Tod des Tieres führen. Aber dies sind Risiken, die man je nach
Wohnlage relativ gut einschätzen kann, das Tier langsam an die Umwelt
und die Gefahren gewöhnen kann bzw. bei Krankheiten durch Impfungen
vorbeugen kann. So kann man das Risiko verringern, wenn auch nicht
ausschließen, aber dem steht ja auch die Freude der Katze am Freilauf
gegenüber, also muss jeder dieses Risiko selber abwägen.
In eurem Fall ist das aber etwas ganz anderes: die Gefahr, dass der
Nachbar, der schon zweimal absichtlich auf Katzen geschossen hat
und möglicher Weise auch den Hund vergiftet hat, erneut zuschlägt,
ist leider ziemlich groß. Dieser Mensch ist weiterhin in eurer Nähe,
er wird vermutlich wieder gegen freilaufende Tiere vorgehen.
Auf so eine Situation kann man ein Tier nicht vorbereiten, man kann
es nicht schützen und muss jederzeit damit rechnen, dass wieder ein
Tier verletzt wird und dass es im schlimmsten Fall sogar stirbt.
Du hast diese schlimme Erfahrung schon einmal gemacht und kennst
jetzt dieses Risiko. Solange der Täter nicht gefasst wurde, würde ich
lieber eine unzufriedenen Kater in Kauf nehmen, als sein Leben zu riskieren.
Zudem ist der Kater ja nicht allein, er hat einen Spielgefährten
und ihr werdet euch bestimmt auch genügend Zeit für die Tiere nehmen.
So schlimm wird er das "Eingesperrtsein" dann hoffentlich nicht empfinden.