Not-OP soll Katze das Überleben sichern
Tierschützerin Brigitte Jakobi sucht und findet nachts das von Jugendlichen als Fußball missbrauchte Tier
Lichtenstein. Ängstlich schaut die getigerte Katze aus ihrem Korb. Ein Auge ist verletzt, muss entfernt werden. Was muss dieses Tier nur erlebt haben? Sechs Jugendliche - vier Männer und zwei Frauen - sollen die hochschwangere Katze brutal misshandelt haben. Jetzt kümmert sich Tierschützerin Brigitte Jakobi um den Fall. Nun ist eine Not-Operation angesetzt.
Ein Spaziergänger hatte am Montag im Wald am Kupferberg die Jugendlichen beobachtet, wie sie mit dem Tier Fußball gespielt haben. Er vermutete einen Igel. Als die jungen Leute weg waren, schaute er nach und hat statt des Stacheltiers die total verängstigte Katze, die regungslos da saß, gefunden. Mitnehmen konnte er sie nicht, aber er ging am Abend zu Tierschützerin Jakobi.
Sofort hat sich die Rentnerin eine Taschenlampe geschnappt und fuhr mit dem Mann an die genannte Stelle. Und tatsächlich wurde das Tier gefunden. Eine erste Untersuchung hat den Zustand von "Oma", wie die Katze von Jakobi genannt wird, als "äußerst bedenklich" eingestuft.
Die Tierschützerin hat einen schweren Weg vor sich. Die etwa zehn Jahre alte Katze soll dort notoperiert werden. Die 65-Jährige hat einen Wunsch: "Oma muss aus der Narkose wieder aufwachen." Dass die Jungen lebend zur Welt kommen, glaubt die Lichtensteinerin nicht. Das werde durch die Narkose kaum möglich sein. Außerdem ist es mindestens zwei Wochen vor dem eigentlichen Geburtstermin. Der behandelnde Arzt glaubt aber, dass der Nachwuchs möglicherweise jetzt schon tot ist. "Deshalb ist die Operation zwingend erforderlich", sagte Jakobi, weil sonst auch "Oma" daran sterben würde.
Minimum 300 Euro, das sind die Kosten für das Entfernen des Auges. Diese Operation wird von einem speziell ausgebildeten Augentierarzt in Chemnitz durchgeführt. Parallel dazu sollen die Jungen aus Omas Leib geholt werden. Und Oma wird kastriert. Das alles sei nötig, um ihr überhaupt eine Überlebenschance zu geben.
Noch haben weder der Augenzeuge und Finder der Katze noch Brigitte Jakobi Anzeige bei der Polizei wegen Tierquälerei erstattet. "Aber das passiert definitiv noch. Jetzt ist erst einmal das Leben von Oma wichtig", sagte Jakobi.
Wo sie das Geld für die OP und die Kosten für die Nachbehandlung hernehmen soll, weiß sie nicht. Aber fest steht, dass sie das Geld aufbringt. Kontakt: 037204 80509
Von Jens Arnold
Erschienen am 19.05.2010