[...]
Siamkatzen mit weiß, die in manchen Verbänden auch
Seychellois genannt werden, haben zur traditionellen Pointzeichnung noch weiße Abzeichen, so dass die Katzen fast wie Orientalen aussehen können. Aber auch sie werden weiß geboren und färben sich erst später ein und sie haben blaue Augen, da sie Siamesen sind.
Siam Seal-
tortie-
point/white
- als Baby
- und als Jungkatze
und noch mal eine andere seal-
tortie-
point/white
Jedoch gibt es mit der Bezeichnung der
Seychellois in sofern ein Problem, als es bereits
vor der Einführung des Begriffs für Siamesen mit weiß eine Katze dieses Namens gegeben haben soll.
In ihrem Buch "Die farbige Enzyklopädie der Katzen" beschreibt Angela Rixon die Seychellois als mittelgroß und vom Typ der Orientalisch Kurzhaar (also wohl mit
grünen, nicht mit siamesisch blauen Augen). Nach ihren Angaben sei die Katze von einigen Züchtern nach einem von der Cat Association of Brtitain entwickeltem Programm gezüchtet worden. Sie sollten überwiegend weißes Fell haben, jedoch am Kopf, Körper und den Beinen einige Farbtupfer haben (was auch auf eine orientalische, nicht siamesische Katzen hinweist).
Es gibt(gab?) sie in kurz- und (halb-)langhaarig und sie wurde - je nach
Färbung noch einmal unterteilt in:
" [...]
Seychelloise Neuvième Fast vollkommen weiß, mit gefärbtem Schwanz und wenigen winzigen Abzeichen am Kopf.
Seychelloise Huitième Bunt, aber überwiegend weiß; gefärbter Schwanz und Farbspritzer an Kopf und Beinen.
Seychelloise Septième zeigt sich Weiß noch als Grundfarbe; Schwanz, Kopf, Beine und Körper sind gefärbt wie bei der Neuvième und
der Huitième. [...]"
Quelle:
Rixon, A.: Die farbige Enzyklopädie der Katzen. Das komplette nachschlagewerk über alle Katzenrassen der Welt, Bellavista, ein Imprint der Verlag Karl Müller GmbH, 2. Auglage, Köln 2004, S. 249
Eine ähnliche Beschreibung gibt Frau Rixon wohl auch schon 1996 (also VOR der Nutzung des Namens durch die Verbände) in ihren Buch "Katzen der Welt" (erschienen im Könemann-Verlag), das Buch liegt mir als Quelle jedoch leider nicht vor.
Dagegen werden die Ursprünge die
Seychellois im Buch "Die Katze" von Candida Frith-Macdonald wie folgt beschrieben:
"Die Seychellois sieht aus wie eine
Siam [...] mit
Bicolor-Fell - und das ist sie im Grunde auch. Bei
CFA und
TICA wird sie als Orientalisch Kurzhaar
[...] und Orientalisch Langhaar
[...] eingruppiert, nicht jedoch in Europa.
In den 1980er-Jahren machte sich die englische Genetikerin Patricia Turner"
[Anm.: nach der auch meines Wissens das Turner-Blau der siamesischen Augen benannt ist] "zusammen mit der Züchterin Julie Smith daran, Katzen vom orientalischen Typ mit weißem Fell, Farbflecken und einem einfarbigen Schwanz zu züchten. 1988 stellten sie zwei Katzen mit Namen 'Victoria' und 'Félicité' aus.
Oft ist es schwieriger, die Anerkennung für einen neuen Farbschlag innerhalb einer vorhandenen Rasse zu erlangen, als eine neue Rasse registrieren zu lassen. Dass diese Katzen nicht als
Siam durchgehen würde, war klar: Siamzüchter hatten Jahrzehnte gebraucht, um das Gen für Spottes auszumerzen. Eine Anerkennung als Orientalisch Kurzhaar war auch ausgeschlossen, denn die GCCF tolerierte nicht einmal
Bicolor-Orientalen. Die
FIFe gab diesen Katzen schließlich den Namen Seychellois und bezog sich damit auf die Katzen von den Seychellen, die angeblich zu dieser Rasse anregten, folgte aber auch der Tradition, Abkömmlinge der
Siam nach Inseln zu benennen, wie etwa die Balinese und Javanese
[...]. In England hingegen hat die GCCF das Anerkennungsverfahren für Orientalisch Kurzhaar
Bicolor aufgenommen und schließt Farbschläge mit
Points ein. [...]"
Interessanterweise steht aber eine Seite weiter: "[...] Wegbegleiterin: Der Name Seychellois wurde für die
Orientalisch Kurzhaar Bicolor vorgeschlagen, bevor sie den vorläufigen Status der GCCF erhielt. [...]"
Quelle:
Frith-Macdonald, C.: Die Katze.Ein unverzichtbarer Ratgeber für jeden Katzenfreund, Parragon Books Ltd, Realisation der deutschen Ausgabe: trans texas publishing, Köln, o.J., S. 230/231 [...]