Leser, die eine Menagerie verschiedener Tiere zusammenbringen wollen, müssen wissen, dass eine Katze ein Raubtier ist, dessen Instinkt 'jagen' ist. Auch eine zahme Hauskatze wird diesen Instinkt nicht ablegen. Es ist völlig normal, wenn eine Hauskatze einen Vogel oder eine Maus fängt, es ist auch normal für ein in der Gefangenheit lebendes Tier, wenn sie in der Wohnung lebende Vögel, Hamster und sogar Mehrschweinchen angreift, verletzt und tötet.
Wir haben unsere Tiere in wochenlanger geduldiger Streichelarbeit, geschützt durch Gitter, mit einander Bekanntschaft machen lassen. Die Tiere bekamen erst nach vielen Tagen geschützter Bekanntschaft, Freilauf und unsere Katze saß am Halsband(*) ;-) Es gab viele Wunden, aber nur bei uns Menschentieren. Die Tiere unter einander durften unter strenger Aufsicht nur zueinander, wenn sie mit einander ungehen konnten. Und auch später noch:
sie waren nicht allein in der Wohnung zusammen. Als Oberhaupt dieses Miniatur Rudels unterschiedlicher Tiergattungen, habe ich ihnen den Freigang nur in meiner Anwesenheit erlaubt. Wenn ich weg mußte, kamen sie in ihre Käfige, auch unsere große Häsin, die sich an sich wehren konnte, aber Hasen knabbern und, Stromkabel sind vor Hasen nicht wirklich sicher. Wer keine Zeit hat, sollte sich auf so etwas nicht einlassen. Es ist sehr viel Arbeit, kostet viel Geld und viel Zeit, denn man muss ja neben all dem Futter auch mit all den lieben Kleinen zum Tierarzt. Es kommt immer mal wieder zu Unfällen, vorallem wenn kleine Menschenkinder die Menagerie ergänzen.
Ein Mehrschweinchen bricht sich ein Bein, es hat es trotz Behandlung beim Facharzt für Kleintiere nicht überlebt. Schuld daran war ich, als Oberhaupt der Menagerie und Mutter des Menschenkindes, denn ich hab nicht gesehen, dass eines unserer Mehrschweinchen als Kuscheltier behandelt wurde.
Kleine Menschenkinder können eine ganz große Gefahr sein für zarte kleine Tiere. Ein Tier das beisst, wurde falsch behandelt. Ein Mehrschweinchen, das aufeinmal in Hände beisst, hat irgendeine schlechte Erfahrung mit Händen gemacht. Mit viel Geduld und über viele Wochen Zeit, hört es wieder auf zu beißen. Unsere Katze und unsere Häsin haben schrecklich gelitten unter unseren Menschenkindern, unsere Katze ließ die nicht artgerechte Behandlung als Kuscheltier über sich ergehen und setzte ihre Krallen nicht ein. Sie kam nur manchmal jammernd zu mir und verkroch sich unter meinen Beinen. Unsere Häsin wehrte sich und ergänzte die fehlende Erziehung mit beißen und kratzen. Die Klagen unserer Kinder waren herzzerreißend, ihr Aussehen nach einer solchen Bestrafung auch. Aber auch unsere Kinder lernten auf diese Weise, wie unsere Tiere behandelt werden wollten.
Ich warne jede Mutter vor der Anschaffung eines Haustiers für ein Kind. Sie sind kein Spielzeug und haben ein Recht sich zu wehren, wenn sie falsch behandelt werden. Wie Tierhaltung endet, wenn Menschen Tiere nehmen, die keine Ahnung von Tieren haben, kann man hier nachlesen:
S U S I, eine ganz alltägliche Geschichte, die sich ganz ähnlich überall täglich abspielt.
Unsere Hunde waren alle aus lebensgefährlichen Situationen gerettet. Ihre Dankbarkeit mir gegenüber und unsere Geduld mit den Tieren passte eins ums andere langsam in die Menagerie ein. Unser großer Hund war ein Hirtenhund, mit dem Instinkt eines Tieres, das auf andere Tiere aufpasst, sie zusammentreibt aber nicht verletzt. Den Hund hab ich als Jungtier gefunden, auf der Flucht vor seinem Vorbesitzer, der ihn mit Füßen trat, mit Stöcken schlug, an Ketten legte und letztendlich erschießen wollte, weil er nicht bereit war, fremde Leute zu beißen. Das Tier war völlig verwahrlost, kaputte Ohren, Ungeziefer im Fell, entzündete Pfoten, ein Bild des Jammers. Er war auch ziemlich bissig am Anfang, er hatte ein großes kräftiges Gebiß. War das Tier bei seinem Vorbesitzer nicht bereit gewesen, Fremde zu beißen, war es dann bei uns anfangs so verwirrt, dass es mich biß. Die Verwirrung hielt nicht lange an.
Wir haben unsere Tiere mit einem Schmerzenslaut und kurzfristiger Nichtbeachtung "bestraft", dann wieder normal mit ihnen gespielt und ihnen langsam beigebracht, was wir wollten und was wir nicht wollten. Das muss ich meinem jungen Neuzugang auch noch beibringen, denn anscheinend verwechselt dieser junge 7 Wochen alte Waisenkater, den ich nun seit 5 Tagen bei mir habe, meine Beine mit einem Kratzbaum. Er ist überhaupt sehr wild und sehr schnell und schon ein Stückchen gewachsen.
(*) ein Katzenhalsband mit Bauchgurt, im Fachhandel zu erhalten.
Wir haben es nur unter Aufsicht angewendet, um Verletzungsgefahr auszuschliessen.