Hallo, Percy, runterkommen!
Inzucht ist ein sehr nützliches züchterisches Mittel, um die Gesundheit von Linien zu testen und in den richtigen Händen ist es eín Zugewinn für jede Rasse. Es gibt allerdings ein Sprichwort dazu, dass ich nicht so ganz genau zusammen bekomme. Es lautet in etwas so: Inzucht in der Hand eines Laien ist in etwa so wie ein Messer in der Hand eines Affen!
Überlege mal: da holt sich jemand Foundations (Wildfänge) aus den USA - wird in der Maine Coon Zucht sehr gern gemacht. Diese Katze oder - noch schlimmer - dieser Kater wird fröhlich, oft und gern in der Zucht eingesetzt. Immer schön sauber mit tunlichst ganz fremden Linien verpaart. Nach ca. fünf Jahren stellt sich heraus, dass dieser Kater einen Gendefekt vererbt. Dieser Kater hat in fünf Jahren vielleicht 20 Würfe (oder mehr) gezeugt, von seinen Nachfahren und deren Nachfahren sind auch wieder etliche in die Zucht gegangen. Schwupps kann über kurz oder lang eine Rasse richtig schön gründlich "durchseucht" sein.
Wenn dieser Kater aber gleich zu Anfang mal für eine Rückverpaarung oder eine Linienzucht eingesetzt worden wäre, wäre dieser Gendefekt vielleicht sehr schnell gefunden worden und die Tiere hätten alle rechtzeitig aus der Zucht genommen werden können, wäre nichts passiert!
Es werden im übrigen ja nicht nur die "schlechten" Gene aufgedeckt, sondern auch die "guten" Gene verstärkt. Daher ist es möglich, sehr gleichmässige Tiere zu züchten, was ja im Endeffekt auch ein Ziel eines jeden Züchers ist, ein bestimmtes "Zwingergesicht" zu schaffen, also einem Tier schon anzusehen, aus welchem Zwinger es kommt.
Ich selbst praktiziere auch eine gemäßigte Linienzucht. Natürlich muss man wissen, was man tut, aber immer nur wieder vollkommen fremde Linien miteinander zu verpaaren, bringt einen mit Sicherheit nicht weiter. Wie sieht denn der Stammbaum "hintenrum", also in den nachfolgenden Generationen aus und wieviel verschiedene Tiere sind insgesamt im Stammbaum enthalten. In den meisten Vereinen ist es Vorschrift, 11 verschiedene Tiere in den letzten drei Generationen nachzuweisen, dann ist es nicht einmal genehmigungspflichtig.