Schwangerschaft, Geburt & Aufzucht

Diskutiere Schwangerschaft, Geburt & Aufzucht im Trächtige Katzen Forum im Bereich Katzenzucht und Nachwuchs; Ich habe mir mal erlaubt, diese Passage aus einem anderen Thread zu kopieren: Ich kann mich erinnern, dass mir auch immer gesagt wurde: keine...
  • Schwangerschaft, Geburt & Aufzucht Beitrag #1
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Ich habe mir mal erlaubt, diese Passage aus einem anderen Thread zu kopieren:
Ich habe mich sehr unbedacht als Pflegestelle zur Verfügung gestellt. O-Ton war stets: Bei den meisten Katzen gibt es keine Probleme. Mittlerweile konnte ich mich bei verschiedenen Menschen informieren und wirklich jeder, der trächtige Katzen betreut, erzählte mir, mehr Geburten mit Komplikationen erlebt zu haben als ohne. Bitte nicht falsch verstehen, ich werde weiter Pflegekätzchen aufnehmen, wenngleich ich nach meinen Drama hier erstmal eine Auszeit von trächtigen Katzen brauche. Ich frage mich nur, ob es sein könnte, dass normale Geburten eher Ausnahmen sind?

Ich kann mich erinnern, dass mir auch immer gesagt wurde: keine Angst, die Katze macht das von alleine.

Entweder habe ich es früher nicht gesehen, nicht registriert oder ignoriert. Aber seit ich seit Jahren aktiven Katzenschutz betreibe, kann ich diese Aussage nicht bestätigen.

Von den letzten 10 Würfen, die ich bewußt erlebt habe, waren 6 Totgeburten, 12 Kitten starben innerhalb der ersten Woche.
Ein Notkaiserschnitt, eine panische Katze und eine Katze, die ihre Babys beim Abnabeln anfraß. Sie verspeiste auch noch mindestens eines ihrer Kinder bei lebendigem Leib. Zwei Katzen, die mit ihren Kindern total überfordert waren und 5 Katzen, wo wir die Kitten zufüttern mußten.

Eine erschreckende Bilanz.

Trotzdem waren bzw. sind es insgesamt 37 Kitten, die vermittelt wurden bzw. noch werden.
 
  • Schwangerschaft, Geburt & Aufzucht Beitrag #2
ich hoffe JEDER der sagt "ich will einmal kitten haben" liest das hier!

das sollte zu denken geben.
 
  • Schwangerschaft, Geburt & Aufzucht Beitrag #3
Eva, ich denke schon das bei Deinen trächtigen Streunerchen die Vorgeschichte auch einiges zu den Komplukationen beigetragen hat, den diesen armen Tieren wird alles entgangen sein, was man normalerweise beachtet/beachten sollte wenn man gezielt Nachwuchs plant.

Natürlich sind auch Züchter nie vor Komplikationen gefeit, aber ich kenne einige die über Jahre hinweg nur glückliche Würfe hatten.

Meine Erfahrung ist bei ca. 1/3 der Geburten geht etwas schief, leider oft Dinge die man durch besseres Wissen sowohl beim Halter als auch bei den Tierarzt hätte verhindern können
 
  • Schwangerschaft, Geburt & Aufzucht Beitrag #4
Eva, gut, dass Du einen Thread aufgemacht hast, ich dachte noch beim Schreiben, das gehört eigentlich woanders hin.

Russian, mit Zucht kenne ich mich gar nicht aus, mein erster Gedanke war jedoch, dass sich das doch gar nicht so sehr unterscheiden kann. Aber es wäre tatsächlich interessant, das statistisch zu erheben - das meine ich wirklich ernst. Wie oft kommen Komplikationen bei Katzen von Züchtern vor und wie oft bei "normalen" Katzen?

Vor der Geburt hat mir jeder erzählt, dass Komplikationen ganz selten sind und danach hörte ich immer mehr Geschichten von Komplikationen. Ich verstehe das natürlich, man sagte mir im nachhinein auch ganz ehrlich, dass man mir das nicht vor der Geburt erzählen wollte. Tatsache ist aber, dass ich keine Pflegestelle kenne, die nicht in der Mehrzahl Komplikations-Geburten erlebt hat.
Und meine These ist mittlerweile, dass die normalen Geburten eine Ausnahme sind. Das wird natürlich nicht erzählt, genauso wenig wie die fragliche Handhabung mit Notfall-Tieren in manch Tierheimen - das wäre im Übrigen ein anderes interessantes Thema: Ist überall Tierschutz drin, wo Tierschutz drauf steht? Meine Erfahrung: Nein!

Liebe Grüße
teatime
 
  • Schwangerschaft, Geburt & Aufzucht Beitrag #5
Ist überall Tierschutz drin, wo Tierschutz drauf steht? Meine Erfahrung: Nein!

Liebe Grüße
teatime
Diese Erfahrung muß ich leider auch mit dir teilen. :?

Eva, ich denke schon das bei Deinen trächtigen Streunerchen die Vorgeschichte auch einiges zu den Komplukationen beigetragen hat, den diesen armen Tieren wird alles entgangen sein, was man normalerweise beachtet/beachten sollte wenn man gezielt Nachwuchs plant.

Huhu Eva, wir sprechen hier ja nicht von Zuchtkatzen. Sondern von Streunern, Bauernhofkatzen oder ausgesetzten Katzen. Zuchtkatzen werden zum Werfen i.d.R. keine Pflegestelle brauchen - zum Glück. :wink:

Aber ich weiß z.B. von einigen Coonie-Züchtern, dass bei dieser Rasse Kaiserschnittgeburten durchaus nicht unüblich sind.
 
  • Schwangerschaft, Geburt & Aufzucht Beitrag #6
Ich kopier mal aus einem anderen Forum meine erste Katzengeburt.....

Ich möchte auch einmal berichten... ich bin eine PS, ich berichte von meiner ersten tragenden Mutterkatze.. das ganze ist jetzt ca 8 Wochen her...

Ich hatte mich bereiterklärt (bzw. ich wollte gerne mal) eine trächtige Katze aus dem Tierschutz aufzunehmen...
Jeanny ist noch sehr jung, 1 Jahr alt ca... kommt aus Mietnomaden Wohnung, also weiß man kein genaueres Alter... die Tä hatte ca. 2 Kitten ertastet udn es sollte noch so gut 2 Wochen dauern..

Ich hab sie Montags geholt... Mittwoch Abend haben wir noch die Wurfbox gebaut weil wir ja noch dachten ok haben Zeit etc...

Ab Donnerstag ging es los....
Ich kam morgens in unser Quarantänezimmer... der Boden war teils blutverschmiert... die Katze hatte stärkere Blutungen.. ich hab mehrere Tas angerufen, die mir alle geraten haben abzuwarten etc... ich bekam nur zu hören das Geburtsprobleme bei normalen Hauskatzen ja fast nie wären.. ok, ich war beunruhigt aber noch nicht in Panik.. Abends um 21 Uhr hab ich nochmal einen anderen Tierarzt angerufen, keine Wehentätigkeit, weiterhin Blutungen..
Er hat gesagt, sofort bringen.. ich also los (wohlgmerkt, den Tag über hab ich nur neben dieser Katze verbracht).. um 23 Uhr rief der Tierarzt zurück, Blutungen kämen aus der Gebährmutter.. aus Kostengründen erst einmal nicht röntgen...
am nächsten Tag war eine Totgeburt da..... minimaler Fötus, früh abgestorben... Blutungen hörten auf... Samstag hab ich die Katze wieder abgeholt.
Montag, ich komme morgens rein, Jeanny hat nicht gefressen... sie rennt zielstrebig auf die Wurfbox zu,ich ok geht wohl los..
12 Uhr, Fruchtblase geplatzt, Wehentätigkeit, bis 13 Uhr aber kein Kitten da... es blutet wieder und im Blut sind kleine Stückchen, absterbende Plazenta wie ich inzwischen weiß.... zum Tierarzt..
2 Totgeburten, ausgeprägte Kitten, ca 50 Tag, hab sie mir angeschaut... gruselig...
Ein Gebährmutterhorn war leer laut Tierarzt... eins noch voll... also insgesamt 6 Kitten..
Dienstag fällt die Entscheidung zum Kaiserschnitt... der dann Mittwoch abend passiert... 3 weitere tote Kitten... dolle... auch nicht ausgeprägt, aber die hab ich nicht gesehen..

Fazit: 6 tote Kitten und einen Tierarzt der uns echt mit den Kosten geholfen hat....

Donnerstag hab ich Jeanny abgeohlt und bekam abends drei Waisenkinder gebracht.. 5-6 Tage alt..
Jeanny hat sie alle drei angenommen... hab sie ihr Freitags untergelegt und bis Sonntag musste ich noch zufüttern, danach lief das Trinken ohne Probleme...

Seitdem sind 5 Wochen vergangen... wir hatten bei Jeanny ne Gesäugentzündung, ein humpelndes Kitten, eine Blasenentzündung, eine Mutter die ihre Kitten nicht mehr putzte, 5-6 Augen waren eitrig verklebt (im laufe von 4 Wochen ca)

Schönen Schrank auch.... jetzt ist Jeannys Gesäugeentzündung zu ende behandelt, Humpelstilzchen geht es besser und für die Augen gibt es Ab....

Endfazit:
Ich würde wieder ja sagen zu einer trächtigen Pflegemietz, aber es ist kein leichtes Brot und es kann soviel schief gehen... freiwillig Kitten? Nein danke... Ich hatte einen Tierarzt der mir viel abgenommen hat, alleine wäre sie dabei gestorben...

Fotos und einen genauen Bericht gibts auch auf der HP .. bei aktuelle Notfälle hab ich über Jeanny und ihre Adoptivkinder berichtet....
 
  • Schwangerschaft, Geburt & Aufzucht Beitrag #7
Ich stupse den Thread hoch, weil ich mich sehr über den Satz "Die Natur wird es schon richten" ärgere.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Schwangerschaft, Geburt & Aufzucht Beitrag #9
Ich hätte zum Thema Natur macht schon mal ne Frage: Ist es tatsächlich so, dass Katzen immer früher geschlechtsreif werden, und somit Kitten bekommen, oder scheint es nur so? Weil wenn es so ist, ist ja wohl auch die Natur "schuld", (oder der Mensch als Teil der Natur?). Und dann wäre es ja eher so, dass die Natur alles auch schlimmer machen kann (und teilweise tut).
Also ist eine Überlegung zu dem Thema, ich kenne dazu nur leider die Hintergründe nicht, deswegen frag ich.
 
  • Schwangerschaft, Geburt & Aufzucht Beitrag #10
Ja, die weiblichen Katzen werden immer früher geschlechtsreif. Das hat aber nicht mit Natur zu tun - denn Katzen ohne menschliche Zivilisation sind nicht so früh soweit - sondern auch wieder mit uns Menschen. Denn die meisten der Katzen - egal ob verwilderte oder verwöhnte Hauskatzen - haben ein besseres Nahrungsangebot als noch vor etwa 20 Jahren. Weil wir, auch im Lebensmittelbereich, immer mehr Wegwerfgesellschaft geworden sind. Durch die weggeworfenen Lebensmittel haben auch die verwilderten Katzen immer einen gedeckten Tisch. Egal ob in Mülltonne oder Komposthaufen, sie holen sich ihre Nahrung dann schon. Inwieweit diese Ernährung gesund ist, darüber brauchen wir nicht reden.

Und unsere Hauskatzen haben eh immer genug Futter.

Also kann die Geschlechtsreife auch eher einsetzen, denn Hunger ist nicht zu befürchten.

Früher hieß es, nimm kein Herbstkatzerl, die werden nicht. Ganz einfach deshalb, weil die Katzenmütter im Herbst nicht genug Nahrung fanden, starben viele der Herbstkätzchen. Unter der heutigen Obhut von uns Menschen, werden diese Kätzchen genauso groß und gesund wie ihre Frühlingsgeschwister.
 
  • Schwangerschaft, Geburt & Aufzucht Beitrag #11
Naja, aber dann ist es doch auch wieder Natur, ich meine weil eben die Geschlechtsreife ans Futter gekoppelt ist. Könnte ja auch anders laufen, z.B. dass Futter und Schwangerschaft nicht so stark zusammenhängen. Ich meinte nur, dass eben auch hier "Natur" beteiligt ist, und dadurch nicht immer alles besser wird.
Soll nicht heißen, dass der Mensch für das Futterüberangebot nichts kann, tut er wohl.
Sondern dass eben die Natur auch nicht Maß aller Dinge ist.
 
  • Schwangerschaft, Geburt & Aufzucht Beitrag #12
hallo,

unsere Kinder kommen doch auch immer früher in die Pubertät. Da liegt es auch am Nahrungsangebot.

Ab 45 kg Gewicht setzt bei den Mädels die Pubertät ein.

Da heute das Nahrungsangebot zu gut ist, haben sie immer früher dieses Gewicht.

Ein zusätzliches Problem ist, dass wir in unserem Wasser sehr viele Östrogene haben. Diese können von den Wasserwerken nicht rausgefiltert werden. Das beeinflusst alle Lebewesen.

Grüße Sabine
 
  • Schwangerschaft, Geburt & Aufzucht Beitrag #13
Ich meinte nur, dass eben auch hier "Natur" beteiligt ist, und dadurch nicht immer alles besser wird.

Natur ist bei unseren Katzen zweitrangig, seit sie hierher importiert wurden - also irgendwann kurz vor dem Mittelalter. Denn "natürlich" würde es die Katzen, so wie wir sie kennen, hier in unseren Breitengraden garnicht geben.

Die Fortpflanzungsbereitschaft ist bei allen Tieren mit dem Nahrungsangebot gekoppelt. Da aber Katzen (und alle anderen Haustiere) mehr und mehr vom Menschen ernährt werden, sagt die Natur: klasse, können wir noch mehr zur Arterhaltung tun.
 
  • Schwangerschaft, Geburt & Aufzucht Beitrag #14
ganz konkretes bespiel: schleiereulen-viele mäuse= 2 gelege mit bis zu sechs eiern, wenig mäuse= 1 gelege mit 3-4 eiern, kommt in einem wenig-mäuse-jahr noch ein strenger winter, wirds verdammt eng. kommt ein gutes jahr, werdens umso mehr küken.
hätte ich nicht mein notfellchen hier samt 5 kitten, ich hätte keine gewollt, es ist so viel verantwortung und stress, vom putzen, dreck und schäden ganz zu schweigen. niedlich sind sie ja-keine frage aber das vermehren gesunder tiere sollte man einfach sachkundigen züchtern überlassen.
 
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