Hallo Rolf!
Mein Kater hat dasselbe Problem. Ich war bei mehreren Tierärzten. Er bekam schon Unmengen Antibiotika in seinem Leben, einige Cortisonspritzen, ich musste ihm das Dosenfutter mit Wasser oder Brühe anreichern, dazu harntreibende Tropfen. Es wurde dadurch so schlimm, dass er quasi "auslief" wo er ging, stand und herumlag. Also habe ich das weggelassen. Dann bekam ich den Tip, Uropet zu verabreichen. Anfangs zeigte es Wirkung, dann ging es wieder los: Badewanne, Wäschekorb (auch auf die Wäsche), Waschbecken, Kartons...
Nach dem Umzug war ein neuer Tierarzt fällig. Ultraschall, Röntgen, nochmal Antibiotika & Cortison. Keine Blasensteine, kein Harngries, überhaupt keine organische Ursache feststellbar, auch nichts an den Zähnen (was auch sowas auslösen kann), lediglich Übergewicht nach Kastration. Ich habe das Futter umgestellt, RoyalCanin Urinary, allerdings Trockenfutter. Alle meine Katzen zeigen ein gutes Trinkverhalten, zudem wird der quälende Harndrang vermindert, das Wasserlassen brennt fürchterlich.
Zusätzlich verabreiche ich ein Schmerzmittel, das ich übers Futter träufle. Die ständige Unruhe durch das ständige "Müssen" (und die Schmerzen dabei) sind nämlich nicht so heilungsfördernd, wie immer angenommen wird.
Mein Kater ist ein Sensibelchen. Er war schon immer sehr schreckhaft, versucht seine Unsicherheit durch "Pseudo-Dominanz" dem anderen Kater gegenüber zu verstecken, ist sehr anhänglich und aufdringlich. Ich habe beobachtet, dass er sehr gestresst auf Veränderungen und neue Leute in seinem Umfeld reagiert (als Wohngemeinschaftskatze ist er nicht geeignet), ruhebedürftig ist.
Wenn ich zurückdenke, was vorgefallen war, als er das zum ersten Mal hatte, bis jetzt, als es nach Silvester wieder übelst losging, wird mir klar, wie sich der Infekt chronifiziert hat.
Mein Tierarzt hat ihm Fluoxetin, ein Antidepressivum verordnet. Es schlug an, aber ich hatte Probleme mit der Verabreichung. Ich muss dazusagen, es ist ein Human-Präparat mit Minzgeschmack, das er nicht nimmt, ich hab alles probiert. Erst als ich es mit Wasser auflöste und das Schmerzmittel dazumischte, was nicht mal einen ml ergab, zog ichs mit der Spritze auf und flößte es ihm ein. Das ging zum Schluss nicht kampflos über die Bühne, ich musste aufgeben. Aber es half!
Ich werde jetzt die Technik ausprobieren, die in meinem neuen Handbuch über Katzenkrankheiten beschrieben wird. Dann wird mein Katerchen wohl hoffentlich bald ausgeglichen und frei von somatoformen Störungen sein. Bis dahin halte ich den Infekt mit Pichi-Pichi-Kügelchen aus der Apotheke in Schach.
Das war jetzt ziemlich viel, aber vielleicht hilfts weiter!
Liebe Grüße und viel Erfolg, Faster_Pussycat