Hallo!
Da ich ja eine von denen war, die Kritik geübt hat, möchte ich mich gerne dazu äußern. Dabei gehe ich allerdings nur auf die Dinge ein, die meine Kritik auch betroffen haben.
Keine/r von uns misst dem Tierschutz in Deutschland weniger Wert bei, als dem im Ausland. Wenn jemand lieber einen deutschen Tierschutzverein unterstützen möchte, passt das völlig.
Ich finde es gut, dass du das hier noch mal so deutlich rausstellst, denn genau diesen Eindruck hatte ich bei deinen Äußerungen im anderen Thread überhaupt nicht.
Ich stelle deine Äußerungen, auf die ich mich beziehe, hier noch mal rein.
wenn sich auch viele angesichts dieser verschworenen Clique von Deutschtümlern wenn sich auch viele angesichts dieser verschworenen Clique von Deutschtümlern
Der deutsche Tierschutz hat keinen Nachwuchs, die Klage hört man oft, und ich frage mich, ob es vielleicht daran liegen kann, dass diese Ansammlung von ewig Gestrigen so grenzenlos unattraktiv wirkt.
Und eben genau diese zwei Aussagen, empfand ich als extrem wertend und vorallem ab-wertend gegenüber all jenen, die eben nicht Auslandstierschutz betreiben.
Es wirkt diffamierend und herabschauend, wenn man Menschen als "Deutschtümler" und "ewig Gestrige" bezeichnet, nur weil sie ihren eigenen Schwerpunkt beim Spenden anders platzieren als man selbst.
Noch dazu, dass dadurch eben jener Pissing-Contest, jener unnütze Wettbewerb geschürt wird, den du doch selbst verurteilst. Die damit einhergehende Polemik, auch wenn sie der Wut, die ich nicht nachvollziehen kann, geschuldet war, treibt die eh schon grenzwertigen Aussagen dann auf eine Spitze, die eine sinnvolle Diskussion ausschließt.
Obwohl ich die Diskussion wirklich zulässig finde. Die Konfrontation mit Leid sollte doch wirklich auch zu einer Tatsachenauseinandersetzung über Ursache und Maßnahmen führen. Eben jene Frage meinerseits, die leider bis jetzt von dir unbeantwortet blieb, nach Ideologie des angewandten Auslandstierschutzes hinsichtlich Machbarkeit und Unterstützung im Anblick der verschiedenen ethischen Gedankengänge zum Stellenwert von Tieren innerhalb der EU - hier speziell eben Spanien.
Aber leider hast du eben nicht so gehandelt, wie du nun die Aussage triffst. Statt auf die Frage einzugehen und dadurch ohne Wettbewerb die Unterschiede zwischen Inlandstierschutz und Auslandstierschutz darzustellen und so ja auch die eigenen Ziele zu verdeutlichen, hast du lediglich herabschauend auf die schlimme Situation des fehlenden Nachwuchses im Inlandstierschutz hingewiesen.
Sehr traurig, wie ich finde. Gerade wenn man betont, dass eben keine Abwertung stattfinden soll von deiner Seite.
Nun möchte ich, auch wenn es nun wirklich abseits des Themas ist noch einmal auf den von dir gewählten Vergleich eingehen.
Ich finde einen Vergleich mit dem NS-System in 100% aller Fälle unpassend. Ich arbeite selbst nebenher noch in einer Gedenkstätte als Referentin und bin daher nahezu täglich mit den Erinnerungen der (Über-)lebenden und auch mit dem aktuellen rechtsradikalen Gedankengut der Bevölkerung konfrontiert. Dass ich dann so einen Vergleich lesen muss, ist für mich auch ein abwertender Ausdruck all jenen gegenüber, die sich im Schutz einer schwächeren Lebensform - Katzen - engagieren.
Oft ist man heute schnell dabei so einen Vergleich zu starten, auch wenn ich ihn bei dir nicht das erste mal lese, aber ich bitte Dich wirklich darum hier nicht das Augenmaß zu verlieren und solche Äußerungen erneut zu überdenken.
Das Engagement in einer inländischen Sache ist wohl kaum Grund genug als Mensch mit nationalsozialistischem Gedankengut bezeichnet zu werden.
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Bebilderte Berichterstattung ist in diesem Land üblich, solange ich mich erinnern kann; es ist nicht lange her, da waren alle Nachrichten egal bei welchem Fernsehsender voll mit Bildern von ausgemergelten, verletzten und verhungerten oder totgefahrenen Pferden und Ponys, weil in Irland die Wirtschaftskrise dazu geführt hat, dass reihenweise Iren ihre Exstatussymbole ausgesetzt haben; und alle Orgas die in der dritten Welt arbeiten, bitten unter Verwendung von Fotos derer, um die sie sich kümmern, um Spenden. Soweit diese Fotos nicht gestellt sind, erachte ich dies nicht nur für legitim, sondern für wichtig, denn wenigstens diese Achtung sollte man den Betroffenen erweisen, nämlich dass man hinsieht... wie sonst kann man sich ein Bild machen (im wahrsten Sinne dieses Wortes)? Hier wurden 'normale' Fotos von den derzeitigen Verhältnissen vor Ort gezeigt, anderswo gab es auch noch andere Bilder zu sehen, ohne dass ein Aufschrei des Entsetzens durch die Reihen ging.
Ich weiß, dass es häufig üblich ist aufgrund von Mitleid eine Spendenbereitschaft zu erzeugen. Aber nur weil es "üblich" oder "gängig" ist, brauche ich es noch lange nicht als richtig empfinden. Bilder, die Informationen unterstreichen oder belegen, sind sinnvoll. In einer angemessenen Menge und mit Aussagekraft, die über reine Schockmomenten hinausgeht.
Bilder, die Informationen jedoch ersetzen und nur eingesetzt werden um Menschen zu manipulieren, und eben das ist eine künstlich erzeugte Spendenbereitschaft aufgrund von Mitleid, halte ich für gefährlich.
Der freie Wille des Menschen zu helfen oder es bleiben zu lassen, darf nach meinen Moralvorstellungen nicht beschnitten werden, in dem ich die billigsten Grundinstinkte des Menschen anspreche und ihn versuche zu unüberlegten Handlungen zu zwingen.
Sich dessen zu verwehren und meine Meinung dazu deutlich zu machen, ist auch mein Recht.
Und ich fand den Thread dazu durchaus geeignet, weil ich mich in diesem Thread mit eben einer solchen Bilderflut konfrontiert sah und das Bedürfnis hatte das System anzusprechen und zu kritisieren.
Allerdings ging es mir explizit nicht darum, das Leid und die benötigte Hilfe in Frage zu stellen, sondern lediglich den berühmten Satz "Der Zweck heiligt nicht die Mittel" in den Raum zu stellen um zu verdeutlichen, dass ich mich bei dieser Form von Manipulation eher abgestoßen statt dem spenden zugetan fühle und ich mir mehr Informationen und weniger Bilder erhofft hätte.
Um genau zu sein, habe ich vorallem deshalb keinen neuen Thread eröffnet, weil ich eben nicht provozieren wollte und keine Riesendiskussion vom Zaun brechen wollte, sondern einfach am Rand erwähnen wollte, dass es auch eine andere Sichtweise auf diese Bilder geben kann.
Wieso muss hier in beinahe jedem Thread zum Thema Auslandstierschutz gebetsmühlenartig darauf hingewiesen werden, dass es auch im Inland Probleme gibt?
Hmmm, also in den Threads, in denen ich gelesen habe, ging die Provokation bezüglich dieses Themas, wie auch hier, wo es ja nicht um Inlandstierschutz oder nicht, sondern um die Darstellungsform des Leides ging, eher von dir aus.
Offensichtlich denken ja einige wenige, sie müssten alle anderen unablässig daran erinnern, wem hier die Solidarität geschuldet ist, weil sie befürchten, die Herde könnte sonst nach unerwünschter Seite ausbrechen...
Nun, ich nehme an, dass du mich zu den "einigen wenigen" zählst.
Und Nein, ich schulde Niemandem etwas und Solidarität ist eh nichts, was man jemandem schulden kann.
Auch unterstelle ich hier Niemandem Teil einer Herde zu sein.
Aber trotzdem sehe ich im Recht der Meinungsäußerung auch das Recht eine Vorgehensweise in Frage zu stellen.
So, langer Post.
Ich hoffe, ich konnte mich verständlich machen.
