Jeder, der mal studiert hat, weiß, dass man so ziemlich jede These und auch die dazugehörige Gegenthese "beweisen" kann, dass Fakten fehlinterpretiert werden können und auch werden, dass Wissenschaft nicht immer so ideologieneutral ist wie sie sein sollte und auch wirtschaftliche Interessen eine Rolle dabei spielen, welche Theorien und Richtungen gerade Konjunktur haben.
Und man sieht ja schon allein in den beiden Textpassagen, die du zitiert hast, dass Widersprüchlichkeiten auftauchen.
Dass rothaarige Katzen Hexen sind, entspricht nicht den Erfahrungswerten der Halter, also wo ist der Beleg für solche Thesen (von der Relevanz mal ganz abgesehen)?
Nun, ja, ich habe im Studium gelernt, Dinge zwar zu bewerten, ihre Existenz aber nicht zu negieren, nur weil man selber davon nicht überzeugt ist und schon gar nicht, anderen deren Ergebnisse abzusprechen, auch wenn ich sie anders interpretieren würde, solange ich nicht Gegenteiliges sicher weiß :wink:. Aber ich gebe zu, dass man sich da mitunter verrennt und daher mag es sicher sein, dass nicht stimmt, was Herr Gansloßer schreibt, trotzdem würde ich mir persönlich nicht anmaßen, ihn zu unterstellen, er berufe sich auf Studien, die nicht existieren und konstruiert seien, nur weil ich irgendetwas studiert habe, aber du magst da tiefer im Thema stecken und mehr Ahnung von haben, das weiß ich nicht.
Und natürlich liegt in jeder 'Studienauswertung' die Möglichkeit einer Fehlinterpretation - keine Frage. Da ich sie nicht selber durchgeführt und beaufsichtigt habe, werde ich mich hüten, sie als 'komplett richtig' oder 'komplett falsch' einzustufen, jedoch halte ich Manches zumindest für 'sehr wahrscheinlich', decken sich Ergebnisse doch mitunter mit eigenen Beobachtungen und Erfahrungen - oder woher kommt die 'Mär' (?), Törtchen seinen eigen und zickig und die Aussage viele TÄ, rote Kater seine aggressiver :wink:? (Andererseits sagen einige TÄ auch heute noch, Katzen müssten einmal werfen, bevor sie kastriert werden :roll: - es ist immer ein schmaler Grat.)
Dass da ein Widerspruch entstanden ist, könnte auch auf meine Kappe gehen, denn ich habe den Text stark verkürzt, es werden in dem Bereich der "[...]" einige Faktoren genannt, die ich allerdings nicht für wichtig erachtet habe, daher mag es da zu einer unglücklichen Zusammenstellung gekommen sein.
Ich sagte ja, dass ich noch nach meine Aufzeichnungen bezüglich der Messung der Hormonspiegel und der Beobachtung der roten/schwarzen Tiere suche, leider habe ich die verlegt. Ich fand es sehr interessant, dass es diesbezüglich wohl noch mal Unterschiede im ländlichen und im städtischen Bereich zu geben scheint. Wenn ich mich recht erinnere, aber bitte nagelt mich nicht drauf fest, war es so, dass in weniger dicht besiedelten Gebieten sich die roten Kater durchsetzen (aggressiver, stärker, leichter reizbar), in den städtischen die schwarzen (sozialer, verträglicher, kompromissbereiter).
Ich bin keinesfalls völlig überzeugt von der These, dass die Farbe im Zusammenhang mit dem Hormonspiegel und das wiederum in Kombination mit dem Verhalten steht, auch wenn das vielleicht so geklungen habe sollte, halte sie aber durchaus für denkbar :wink:.
Bitte weiterdiskutieren, das Thema ist echt spannend!