Alte Katzendame (22) und Probleme..

Diskutiere Alte Katzendame (22) und Probleme.. im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo liebes Forum.. ich möchte euch mal meine Situation schildern, ich weiß nicht mehr weiter, Ich führe eine Fernbeziehung, mein Freund wohnt...
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #1
H

hazel

Beiträge
74
Reaktionspunkte
0
Hallo liebes Forum.. ich möchte euch mal meine Situation schildern, ich weiß nicht mehr weiter,

Ich führe eine Fernbeziehung, mein Freund wohnt knapp 200km von mir entfernt. Ich habe 2 Kater, denen gehts bestens :wink: Er hat eine Katze, die ihm mittlerweile immer mehr Probleme macht.
Was noch wichtig ist: Seine Wohnung befindet sich im Erdgeschoß eines größeren Hauses. Die Katze hat einen großen, abgesicherten Innenhof zur Verfügung. Das gesamte Haus gehört meinem Partner, seit ein paar Jahren baut er um, die neue Wohnung im ersten und zweiten Stock ist so gut wie fertig. Die Terassen der neuen Wohnung sind durch eine Treppe im Innenhof erreichbar.

Die Katze ist 22, war aber bis vor kurzem für ihr Alter noch sehr fit. Leider gibt es immer mehr Probleme mit ihr :sad:
Seit knapp 2 Jahren schreit sie. Ohne erkennbaren Grund, vorzugsweise mitten in der Nacht, extrem laut. Auch tagsüber kommt das vor. Auf Rufen, Ansprechen oder sonstige Geräusche reagiert sie gar nicht mehr. Wir glauben, dass die Kleine mittlerweile taub ist, der Tierarzt stimmt uns zu - er findet auch keine Ursache für eventuelle Schmerzen.
Die Schreierei ist im letzten Jahr viel schlimmer geworden. Schlafen ist unmöglich, jedenfalls länger als eine Dreiviertelstunde am Stück. Und wir finden einfach nichts, das hilft! Weder Kuscheln noch Streicheln noch Reden noch Füttern..
Mein Partner hat nach einem arbeitsbedingten Burn Out sowieso massive Schlafstörungen, aber gegen diese Schreie sind auch Ohrstöpsel und Schlaftabletten machtlos. Die Katze aus dem Schlafbereich auszusperren ist in der Wohnung nicht möglich, keine Türen.
Sie sieht auch nur mehr sehr schlecht, wenn überhaupt.

Vor etwas mehr als einem halben Jahr haben wir dann begonnen, an den Wochenenden (wenn ich bei ihm bin) in oben erwähnter neuer Wohnung zu schlafen. Das schlechte Gewissen war/ist sehr groß, aber wir haben es einfach nicht mehr anders ausgehalten und waren mit den Nerven am Ende.

Wenige Monate darauf (in der kältesten Winterzeit) hat die Kleine leider angefangen, ihr Geschäft in der Wohnung zu verrichten. In 22 Jahren war nicht mal ein Schneesturm ein Hindernis für sie, nach draußen zu gehen, nichtmal ein "Hoppala" ist je passiert.
Wir dachten uns "Okay, der armen wird einfach zu kalt sein" und stellten 2 Kistchen in der Wohnung auf. Leider ohne Erfolg - gepinkelt wurde einfach überall, hin und wieder ging auch zufällig was ins Kistchen. Besonders beliebt war der Zwischenraum zwischen Bett und Wand. Ein paar Mal haben wir die Mieze in flagranti erwischt - sie versuchte wohl, ins Kistchen zu machen, hing aber mit dem Popo so drüber, dass doch alles daneben ging.. Klar, mit 22 lernt mans vielleicht nicht mehr *seufz*
Also putzen, putzen, putzen.. und versuchen, der Kleinen nicht böse zu sein :sad:
Irgendwann hat es uns gereicht - mit Abdeckfolie und 3 großen Säcken CBÖP haben wir den gesamten Zwischenraum zum Kistchen umfunktioniert. Es hat eigentlich geholfen - einmal pro Woche findet man zwar noch eine Lacke oder ein Häufchen irgendwo anders, aber es ist nicht mehr so extrem wie davor.

Die Wohnung stinkt trotzdem furchtbar. Putzmittel, Vodka usw haben wir freilich ausprobiert, aber es hilft nichts mehr. Die Wohnung ist gefließt mit Fußbodenheizung. Da trocknet natürlich alles, und bis man da mal die Stelle gefunden hat.. Der Boden ist auch schon alt - an den Stellen an den Wänden gibts schon Ritzen und Lücken, das Katzenpipi rinnt dort rein, keine Ahnung, wie wir den Gestank wegkriegen sollen. Was sich abdecken lässt, wurde abgedeckt - aber wegen dem Bau der oberen Wohnung ist einfach kein Geld da, in der alten Wohnung alles zu sanieren. (Lohnt sich auch nicht, wir wollen ja umziehen.)
Meinem Freund fällt es immer schwerer, die Nächte in der unteren Wohnung zu verbringen. Meistens ist er Abends dort, arbeitet am Computer, kuschelt mit der Kleinen.. und geht dann zum Schlafen ins obere Stockwerk.


Wir sind mit den Nerven langsam am Ende. Ich kann die ganze Sache noch etwas distanzierter sehen als er, schließlich ist es nicht meine Katze, die ich seit 22 Jahren habe.. und trotzdem tut mir die Gesamtsituation weh.


Der Tierarzt sagt nur.. er kann nichts organisches feststellen, das behebbar wäre. Die Nieren arbeiten vermutlich nicht mehr so gut wie früher, die Kleine ist wohl taub und wahrscheinlich auch blind.. aber eine Ursache für Schmerzen findet er nicht. Er hat angeboten, sie einzuschläfern, wenn mein Freund das wünscht.

Mein Freund ist durch die Gesamtsituation sehr belastet. Er hat ein wahnsinnig schlechtes Gewissen gegenüber seiner Kleinen, auf der anderen Seite weiß er, dass er daran zugrunde geht, wenn er keinen Schlaf mehr bekommt usw.. Er ist auch (nicht wegen der Katze) in psychotherapeutischer Behandlung, nimmt Medikamente.. also einfach überhaupt nicht "fit" :cry:
Einschläfern hat er überlegt, es kommt für ihn aus emotionalen Gründen nicht infrage. Auch, wenn er sich täglich die Frage stellt, wieviel Lebensqualität die Kleine noch hat.

Ich.. ich weiß auch nicht, was ich machen soll. Mein Freund ist mir das wichtigste, zur Katze habe ich verständlicherweise weit weniger Bindung als er. Aber auch ich zweifle am Einschläfern.. Nur weiß ich nicht, wie es weitergehen soll. In einem Jahr soll ich zu ihm ziehen, um mein Studium dort abzuschließen. Ich gehe nicht ohne meine Kater - aber eine Vergesellschaftung meiner zwei Wilden mit der dann 23jährigen Katze?! (Mir eine eigene Wohnung in der Gegend zu nehmen, ist finanziell unmöglich.)



Ich habe versucht, mich kurz zu fassen, ich könnte ganze Bücher füllen mit meinen Sorgen und Gedanken. Falls es jemand bis zum Ende geschafft hat - ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir antworten mögt. Tipps, Anmerkungen, Erfahrungen.. oder auch einfach nur Gedanken dazu. Ich kann die ganze Situation schon nicht mehr objektiv sehen :sad:
liebe Grüße,
hazel
 
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #2
Hallo Hazel,
der Grund für die Schreierei der Katzendame könnte
in ihrer Taubheit und zunehmenden Sehverschlechterung liegen.
Ältere Tiere, deren Gehör sich verschlechtert, schreien häufig.

Ältere Katzen zeigen teilweise auch Merkmale von Demenz,
dass sie nicht auf das Katzenklo ging, kann also auch daran liegen.

Wir hatten vor vielen Jahren eine Katze, die 19 Jahre alt wurde
und nach einer Operation im Kopfbereich ihre Haufen immer auf
unser Sofa setzte. Wir haben, nachdem die Tierärztin keine Hilfe
wusste, ein anderes Sofa gekauft (Kunstleder abwischbar), ständig
sauber gemacht und uns mit dieser Situation abgefunden.

Für mich wäre es auch nie in Frage gekommen, die Katze wegen
dieser Probleme einschläfern zu lassen. Ich finde es auch gut von
deinem Freund, dass er trotz seiner eigenen Probleme die Katze,
die ihn so viele Jahre treu begleitet, nicht einschläfern lassen will.

Der Tierarzt dagegen verstößt gegen seine Berufsethik, denn sie
soll ja aus seiner Sicht nicht wegen einer Krankheit, sondern wegen
ihrer Verhaltensprobleme eingeschläfert werden.

Wenn euer Umzug erst in einem Jahr ansteht, würde ich mir jetzt
noch nicht zu viele Gedanken machen, ob die Zusammenführung
mit deinen Katern klappt. Wartet ab, immerhin ist sie 22 Jahre alt.
 
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #3
Hallo hazel,

tja, sehr schwierige Situation. Es wird wohl in der Tat so sein, dass die Kleine inzwischen sehr "gebrechlich" ist. Woran sich auch nichts mehr ändern wird. Einschläfern kommt für deinen Freund und käme auch für mich glaub ich nicht in Frage. Ob sie noch Lebensqualität hat? Mit Sicherheit spürt sie noch die Zuneigung, die ihr entgegengebracht wird. Das ist mehr als viele Katzen jemals haben.

Mit dem "Umzug" in die obere Wohnung für die Nacht gibt es ja offenbar eine Möglichkeit, zumindest Nachruhe zu bekommen. Sowohl am Wochenende als auch in der Woche dein Freund allein. Am Zustand der unteren Wohnung was zu verbessern - ausser immer versuchen, weiter gründlich sauber zu machen und gescheit abzudecken - dürfte derzeit wenig Sinn machen. Das was möglich ist, habt ihr ja gemacht. Solange die Kleine dort lebt, wäre jede Sanierung auch ziemlich sinnlos.

Ein schlechtes Gewissen braucht aber dein Freund sicher nicht zu haben, wenn er zum Schlafen in die obere Wohnung geht. Es ist schon viel mehr, als viele auf sich nehmen würden, was er/ihr tut. Er kümmert sich so gut es irgendwie möglich ist, aber in Bezug auf den Schlaf muss er dann an sich denken. Ohne schlechtes Gewissen.

Wenn ich dich recht verstehe, machst du dir in erster Linie auch Gedanken über den Zeitpunkt nach deinem Umzug. Du hast Sorge wegen einer Vergesellschaftung zwischen deinen beiden und der Katze deines Freundes. Ich glaube auch nicht, dass das gut wäre, da es für die alte Dame vermutlich einen entsetzlichen Stress bedeuten würde, den sie nicht mehr verkraften könnte.
Können die beiden Kater denn nicht einfach "oben" mit euch einziehen und die andere Katze bleibt dann wie bisher unten und man versucht trotzdem, sie dort wie bisher mit zu "integrieren"? Eine andere Lösung fällt mir in der Situation auch nicht ein. :|
Und wer weiß, vielleicht ist die Kleine ja auch in einem Jahr schon im Katzenhimmel. 22 Jahre ist ja nun schon ein sehr stolzes Alter.

Aus meiner Sicht ist es zunächst einmal sehr wichtig, dass du deinem Freund deutlich machst, dass er bestimmt kein schlechtes Gewissen haben darf. Er verhält sich so, wie es nur wenige tun würden in solch einer Situation.
Und aus deiner Sicht würde ich mir nicht jetzt schon zuviel den Kopf zerbrechen über deinen Umzug im nächsten Jahr. Vieles regelt sich im Leben oft von allein. Wenn der Zeitpunkt näher rückt und die Situation ist noch wie sie ist, solltest du mit deinen Katern in die obere Wohnung einzuziehen. Das ist doch für dich erstmal das wichtigste, dass du mit deinen beiden zusammenbleiben kannst.
Wenn die Kleine dann noch lebt, müßt/könnt ihr euch dann zu zweit weiter um sie kümmern. Damit wäre dann auch dein Freund etwas entlastet.

LG

kaba
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #4
Dass eine dauerschreiende Katze - egal wie gern man sie hat- zur Belastungsprobe wird kann ich mir gut vorstellen! Nicht umsonst werden alte Menschen nur zu oft ins Pflegeheim gegeben wenn es gar nicht mehr anders geht (was absolut keine Wertung sondern eine sachliche Feststellung sein soll!). Das geht mit einer Katze nunmal nicht (und würdet ihr wohl auch nicht wollen).
Wieviel Lebensqualität sie noch hat ist aus der Ferne schwer zu beurteilen. Wie verhält sie sich denn tagsüber? Frißt sie noch, geht sie raus, schnurrt sie?

So hart das jetzt vielleicht klingen mag dürfte es bei einer 22-jährigen (ich staune, ehrlich gesagt) Katze wohl eine Frage der Zeit sein bis sie "Euch die Entscheidung abnimmt". Ob Du Dir da wirklich noch Gedanken machen musst was in einem Jahr ist weiß ich nicht (bezweifle es aber eher). Zumal ihr dann, wenn ich es richtig verstanden habe auch mehrere Wohnungen zur Verfügung habt?

Tipps habe ich leider keine. Kann nur hoffen, dass ihr irgendwie einen Weg findet der Kleinen einen schönen Lebensabend zu gönnen ohne selber dabei "vor die Hunde" zu gehen. Und ja: ich kann das schlechte Gewissen verstehen sie nachts alleine zu lassen. Allerdings auch, dass man irgendwann einfach mal schlafen MUSS.
 
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #5
Moin,

zu vielen Sachen wurde ja schon etwas geschrieben.

Aber eines regt mich auf, was ist das für ein Tierarzt????? Einschläfern weil *Alt*? Oha.

Die Aussage von ihm *die Nieren würden wohl nicht mehr richtig funktionieren* ist ja toll, hat er die Glaskugel benutzt?

Es ist eine alte Dame und viele alte Katzen haben im Alter Probleme. Bitte lasst dringend ein geriatrisches Blutbild mit allen Organwerten machen.
Wildes Pinkeln kann nämlich auch auf Organprobleme hindeuten, wie sonst soll eine Katze uns sonst Probleme mitteilen?

Sie könnte tatsächlich Nierenprobleme haben und das gehört untersucht.

Und diesen Tierarzt würde ich nicht mehr besuchen.
 
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #6
Ich danke euch von Herzen für die Antworten!

@mennemaus:
Auf irgendwelche Möbel hat sie noch nie gemacht, da haben wir eh Glück. Meistens liegt sie sowieso auf einer ihrer (geschätzten hundert verschiedenen *g*) Kuscheldecken, wenn da was daneben ginge, ab in die Waschmaschine..
Das mit dem "Abwarten" ist halt so ne Sache. Die Kleine kenne ich erst seit etwas über einem Jahr, im Winter war sie sehr.. hm.. naja, müde, alt, träge.. dass man wirklich denken könnte, das wars bald. Und jedes Jahr im Frühling blüht die Mieze aufs Neue auf. Im Winter hätte ich ihr keine 3 Monate mehr gegeben - und jetzt im Frühling kann ich gar nicht glauben, dass sie schon SO alt ist. Laut meinem Freund geht das schon seit Jahren so. Ich kann (und möchte!) gar nicht damit "planen", dass die Katze sterben wird..

@kaba:
Das mit der Lebensqualität.. wie soll ich sagen.. Früher war es so, dass die Kleine immer bei ihm bzw uns im Bett geschlafen hat. Zweimal pro Nacht geweckt werden war ja noch aushaltbar. Jetzt wird eben nur noch gekuschelt vorm Schlafengehen. Sie bekommt deshalb einfach nicht mehr so viel Ansprache wie früher. Mein Freund hat mal 4 Katzen gehabt, eine starb sehr früh wegen Krankheit, die beiden anderen haben auch ein stolzes Alter erreicht, bevor sie friedlich eingeschlafen sind. Als nur noch die Kleine übrig war, hat er sich keine neue Mieze mehr geholt - bevor er mich kennengelernt hat, war für ihn eigentlich klar, dass er keine Katzen mehr möchte. Daher hat die Kleine auch keinen Spielgefährten mehr bekommen - niemand hätte erwartet, dass sie noch so alt wird..

Ja, viele Gedanken mache ich mir auch wegen meinem bevorstehenden Einzug. Die einzige für uns denkbare Möglichkeit wäre auch, dass ich mit meinen zwei in die obere Wohnung ziehe und sie einfach nicht rauslasse. Sie sind Wohnungkatzen mit Balkon, kennen also die "Freiheit" eines gesicherten Gartens noch gar nicht, darauf müssten sie dann eben warten. Vielleicht auch ganz gut so, dann hätte ich viel Zeit, den Garten katertauglich zu machen - Bäume stutzen lassen usw, die Kleine klettert ja nicht mehr.
Ich fürchte, eine bessere Lösung gibts wirklich nicht :-(

Kümmern werde ich mich bestimmt auch um die Kleine. Klar habe ich nicht so viel Bindung zu ihr wie zu meinen beiden, aber süß ist sie schon. Ans Putzen hab ich mich schon gewöhnt.. *lächel*

@Patentante:
Die Katze in dem hohen Alter abzugeben, wäre die absolute Notlösung. Zur Ex meines Freundes haben wir sehr guten Kontakt, sie kennt die Katze schon seit Ewigkeiten, hat auch 10 Jahre mit ihr zusammengewohnt.. und im Falle des Falles würde sie die Kleine auch aufnehmen. Nur - eine taube, wohl auch blinde Katze aus der gewohnten Umgebung reißen? Ich glaube, das würde es für die Katze nur noch schwieriger machen.. Ganz abgesehen davon, dass es emotional unmöglich wäre, solange es noch irgendwie anders geht.

Ja, wir haben 2 Wohnungen zur Verfügung. Einmal die alte im EG, in der die Kleine aktuell lebt, und eine im 1. und 2. OG, die fast fertig ist und in die ich dann mit meinem Freund ziehen werde. Verbunden sind die beiden durchs Treppenhaus (eh logisch) und durch einen Innenhof mit Wendeltreppe, die auf die Terasse der oberen Wohnung führt. Die Treppe ist für die Katze kein Problem, sie liegt oben oft in der Sonne.

Tagsüber ist sie verhältnismäßig fit. Sie schläft viel, liegt gern in der Sonne.. aber hüpft auch auf den Schoß und schnurrt wie wild, gibt Köpfchen, ich krieg sogar manchmal Nasenstupser :p Sie geht raus, tapst dem Arbeiter hinterher, der grade den Garten auf Vordermann bringt.. und fressen klappt auch super. Sie hängt einem sogar noch am Bein, wenn man Fleisch schneidet.
Es wirkt überhaupt nicht so, als wäre sie nur noch lethargisch. Müde eben, alt. Aber längst nicht so, als hätte sie keine Lust aufs Leben mehr.


@Tex:
Ich kenne den Tierarzt leider nicht selbst. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein "Oh, die Katze ist anstrengend? Naja, soll ich sie einschläfern?"-Gespräch war. Den hätte mein Freund hochkant rausgeschmissen, so gut kenne ich ihn. Aber ich war nicht dabei, ich weiß nicht genau, wann und wie dieses Gespräch lief. Ebensowenig die Sache mit den Nieren - ich weiß nicht, was/wie untersucht wurde.
Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, die Katze in eine Transportbox oder gar damit ins Auto zu bekommen. Der Tierarzt macht seit Jahren Hausbesuche. Und grade in dem Alter weiß ich nicht, ob die Kleine diesen Stress verkraften würde :sad: Wir sehen uns nach Möglichkeiten um, noch haben wir nichts gefunden. Ich kenne mich in der Gegend überhaupt nicht aus, was es an Tierarzt gibt.. und die 200km zum Tierarzt meines Vertrauens sind leider nicht machbar.
 
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #7
Hallo Hazel,

das was du da geschildert hast, kenne ich auch zu gut. Mein Opi Tiger wurde 22 Jahre. Das letzte Lebensjahr war er offensichtlich dement. Er schrie, weil er taub war, blind war er auch noch. Und die letzten 12 Monate war er auch "undicht". Es war keine schöne Zeit für mich, denn auch hier hieß es nach der Arbeit den Putzlappen schwingen, Laken austauschen usw.
Zu unserem Pech lag in dem Zimmer, wo er sich aufhielt (er mochte es nicht mehr verlassen) Teppichboden. Das ganze Haus stank wie ein einziges, großes KaKlo.
Ich war in der Zeit auch oft mit den Nerven fertig. Ich habe ihm auch immer den Futternapf hinterher getragen, weil er oft vergessen hat, dass er fressen wollte.
Einschläfern wäre uns nicht in den Sinn gekommen. Es gehört halt zum Alter dazu, auch bei vielen Menschen.

Aber - als Opi Tiger den letzten Weg angetreten hatte, war ich gleichzeitig traurig - er war ein toller Kater - und erleichtert.
Wir haben dann das ganze Zimmer ausgeräumt, die Polstermöbel entsorgt, den Teppich rausgerissen und ich habe den Holzboden, der sich darunter befand und der auch sehr gelitten hat, so ca. 25 mal mit purem Wodka gewischt. Als alles gut getrocknet war und unsere Katzen offensichtlich nichts mehr rochen, legten wir PVC in das Zimmer, das heute unser Katzenzimmer ist.
 
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #8
Huhu Hazel,

mich macht die Aussage wegen der Nieren auch etwas stutzig. Frage deinen Freund doch noch mal, was der Tierarzt genau gesagt hat. Wenn das wirklich nur diese vage Aussage war und der Arzt nicht mal Blut abgenommen hat, dann würde ich mich nach einem anderen umsehen.
Einen in der Nähe anrufen, die Situation schildern und ihn bitten vorbei zu kommen.

Viele Grüße
 
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #9
Nein, in DEM Alter würde ich der Katze solche Untersuchungen ersparen. Das ist meine Meinung, und die meines Tierarzt. Da werden nur noch Symtome gelindert, aber keine Ursachenforschung mehr betrieben.
 
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #10
Hallöchen

Meine liebe alte Katzenomi Schnüsschen hat auch geschrien als sie noch lebte. Sie war auch taub oder nahezu taub und sah schlecht.
Ich habe nachts ein Nachtlicht für sie brennen lassen, damit sie mich finden konnte. Das hat etwas geholfen. Dann war sie nur noch bei mir... bevor ich sie im Alter von 17 Jahren "gehen lassen" musste.

Ich weiß, dass dies nicht viel ist was ich schrieb, aber vielleicht hilft es ja mit einem Licht....

LG
Ruth
 
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #11
Wollte euch mal auf den aktuellsten Stand bringen.. :smile: Hab auch viel mit meinem Freund gesprochen.

Mittlerweile haben wir uns mit dem "schlechten Gewissen" bezüglich des Schlafens in der anderen Wohnung arrangieren können. Ich glaube, es ist einfach besser, wenn die Katze uns entspannt und liebevoll erlebt, wenn wir bei ihr sind - als völlig entnervt und frustriert, weil sie uns den Schlaf raubt. Natürlich gehen wir nicht böse mit ihr um.. aber ich habe immer den Eindruck, dass gerade Katzen sehr wohl merken, in welcher Stimmung die ihr nahestehenden Menschen sind. Und unbewusst kommt da bei mir sicher Ablehnung durch, frustriert um 3 Uhr morgens - selbst wenn ich das nicht will.
Vor und nach dem Schlafen (natürlich auch zwischendurch) sind wir bei ihr, nach dem Füttern wird sie auf den Schoß gelegt, gestreichelt.. und mein Freund und ich bequatschen dabei Dinge, die wir sonst morgens/abends im Bett besprechen würden, gucken Fotoalben durch etc.. Die Kleine schnurrt, schläft irgendwann ein.. und alle Beteiligten sind entspannt.

Mit dem Pinkeln und Koten in der Wohnung ist es viel besser geworden, seit die Temperaturen draußen wieder halbwegs angenehm sind. Hoppalas passieren noch, aber oft geht sie auch wieder raus, um ihr Geschäft zu erledigen. Die beliebtesten Hoppala-Stellen sind schon mit Plastikunterlage und Katzenstreu oder einfach Küchenrolle bedeckt, das erleichtert das Reinigen ziemlich. Sieht zwar nicht toll aus, aber wir bewohnen eigentlich fast nur mehr die neue Wohnung. Wenn die Kleine nicht mehr bei uns ist, wird die alte Wohnung komplett saniert - das ist aus anderen Gründe notwendig geworden, also ist es nicht mehr "so schlimm", wenn sie noch weiter von Pipi ruiniert wird. Jetzt können wir auch schon den ganzen Tag die Fenster und Türen geöffnet lassen, also ist der Geruch kaum noch störend.

Wir haben uns auch gegen irgendwelche Tierärztlichen Maßnahmen entschieden. Krallen stutzen und Knoten aus dem Fell schneiden lässt sie sich von uns gefallen, Fremde lässt sie gar nicht gern an sich ran. Ich glaube einfach nicht, dass es noch viel "Sinn" macht, die Kleine zu Untersuchungen zu schleppen. Den Stress wollen wir ihr ersparen. Wenn mal Schmerzbekämpfung udgl notwendig werden sollte, tun wir natürlich alles für sie, was verhältnismäßig noch richtig erscheint.

Jetzt ist das Arbeitszimmer in der oberen Wohnung fast fertiggestellt. Wir werden versuchen, es Ladygerecht einzurichten - Folie am Fußboden, Kistchen, Körbchen.. und die Kleine auch mal ein paar Stunden rauf tragen und während des Arbeitens am Schoß kraulen. Selbst "schafft" bzw geht sie den Weg ins zweite OG nicht mehr, aber die Nähe zu uns genießt sie.. Und ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass sie noch allzuviel von ihrer Umgebung mitbekommt, also WO sie gerade ist - da zählt eher das BEI WEM.


Auch versuchen wir, uns so gut wie möglich darauf vorzubereiten, sie gehen lassen zu müssen. Ein Platz unter ihrem ehemaligen Lieblingsbaum im Garten ist schon reserviert :-(


Vielleicht hat jemand von euch noch Ideen, wie man der Kleinen die letzte Zeit noch angenehmer gestalten kann..
 
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #12
Hallo Hazel,

ihr tut doch schon, was ihr könnt.
Wenn sie Probleme beim Fressen macht, dann probiert aus, was sie gerne mag. Auch wenn es billiges Discounterfutter ist. In dem Alter kann man mit Futter nichts mehr "kaputt machen".

Ansonsten kann ich euch nur noch eine schöne gemeinsame Zeit wünschen.
 
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #13
Danke für die Antwort :)

Probleme beim Fressen macht sie (zum Glück!) gar nicht. Animonda, almo nature etc sind uninteressant - Madame frisst nur Sheba :wink: Wir geben ihr auch immer was, wenn sie möchte..
Wenn meine Kater das wüssten, die würde mir den Kopf abreißen ob dieser "Ungerechtigkeit" *lach*
 
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #14
Ich glaube, deine Kater würden es akzeptieren :wink:
Funzt sogar bei meiner Katzengruppe, dass eine was anderes bekommt als die anderen, wenn eins krank ist. Sie wissen das einfach.
 
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #15
Und jetzt ging es doch viel zu schnell :cry:

Ihr Zustand hatte sich verschlechtert, gestern kamen Probleme beim Atmen dazu.. und heute mittag musste er sie gehen lassen. Ich konnte nicht mal dabei sein.. aber mein Partner und seine Exfreundin (die ehemalige "Katzenmama") waren bis zur letzten Sekunde bei ihr.


Kleine.. komm gut drüben an. R, J und G heißen dich sicher lieb willkommen.
Es tut mir so leid, dass ich mich nicht nochmal verabschieden konnte, ich hoffe, du verzeihst mir das.
Kleine, wir werden dich sicher nie vergessen. Ich bring dir Blumen mit am Wochenende.
Machs gut, Süße.

:cry:
 
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #16
oh :( das tut mir leid :(

ich wünsche dir viel Kraft....
 
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #17
Vielleicht solte mal erwähnen das auch Katzen und Hunde eine Art Alsheimer bekommen können, sie vergessen dann alles um sich herum.
22 Jahre ist auch ein gesegnetes Alter und ihr habt alles Menschenmögliche für sie getan.
Ihr geht es gut mach Dir keine Gedanken das du nicht bei ihr sein könntest, sie wußte das du in Gedanken bei ihr bist.
 
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #18
Das tut mir so leid. Aber sie war22 Jahre glücklich bei euch und sie ist für immer in euren Herzen.

Lebe wohl liebe Katzenoma, jetzt geht es dir wieder gut.
Grüß bitte meine vier Lieblinge von mir.

Traurige Grüße Kathi.
 
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #19
Es tut mir so leid :-(

Ihr habt der Kleinen ihren Lebensabend so schön wie möglich gemacht. Dafür ist sie Euch sehr dankbar.

Sie war bis zuletzt mit ihrem Papa und ihrer "ersten" Mama zusammen, das ist ganz toll. Dich hat sie im Herzen, Du warst ja immer sonst bei ihr. Mach Dir keine Vorwürfe deswegen, sie tut es auch nicht, ganz sicher.

Viele liebe und traurige Grüße an Euch alle
 
  • Alte Katzendame (22) und Probleme.. Beitrag #20
Ihr hab diesem kleinen alte Kätzchen soviel Verständnis und Liebe gegeben und jetzt hat es in Frieden und begleitet von "seinen" Menschen diese Welt verlassen. Auch wenn du nicht da warst - du hast ihr die letzte Zeit ihres Lebens mit deinem Verständnis und deiner Zuneigung lebenswert gemacht, obwohl sie körperlich schon sehr nachgelassen hatte. Das hat sie bis zum letzten Atemzug gespürt.

Jetzt ist sie ohne Schmerzen und wieder jung und gesund im Katzenhimmel und schaut auf euch herab. Ganz bestimmt!
 
Thema:

Alte Katzendame (22) und Probleme..

Alte Katzendame (22) und Probleme.. - Ähnliche Themen

Schlaflose Nächte: Hey. Ich heiße Lara und habe seit knapp 4 Monaten zwei alte Brüder bei mir. Beide kennen nur Wohnungshaltung. Mein Problem ist, dass ich seitdem...
Katzen, oder doch nicht?: Ihr Lieben, ich habe viele Jahre Erfahrung mit Katzen, das ist jetzt aber schon eine Weile her. Nun bin ich am überlegen, ob hier wieder welche...
Erfahrung mit PetWellness Katzenpheromonen: Hallo, ich bin noch ziemlich neu hier. Ich wollte wissen, ob jemand Erfahrungen hat mit dem Pheromonstecker von PetWellness? Der soll angeblich...
Weitere Katze oder Tierpsychologe: Hallo, wir sind: 2 Personen, 2 Katzen, 80qm Wohnung Katzen: Geschwister (Katze und Kater) mit 5 Monaten aus dem Tierheim (ursprünglich aus dem...
Neuer Kater pinkelt dauerhaft ins bett: Hallo 🙂 ich wende mich an euch in echter Verzweiflung. Vorneweg: vor ca 1 1/2 Monaten habe ich einen zweiten Kater bei mir aufgenommen. Beides...
Oben Unten