Hallo liebes Forum.. ich möchte euch mal meine Situation schildern, ich weiß nicht mehr weiter,
Ich führe eine Fernbeziehung, mein Freund wohnt knapp 200km von mir entfernt. Ich habe 2 Kater, denen gehts bestens :wink: Er hat eine Katze, die ihm mittlerweile immer mehr Probleme macht.
Was noch wichtig ist: Seine Wohnung befindet sich im Erdgeschoß eines größeren Hauses. Die Katze hat einen großen, abgesicherten Innenhof zur Verfügung. Das gesamte Haus gehört meinem Partner, seit ein paar Jahren baut er um, die neue Wohnung im ersten und zweiten Stock ist so gut wie fertig. Die Terassen der neuen Wohnung sind durch eine Treppe im Innenhof erreichbar.
Die Katze ist 22, war aber bis vor kurzem für ihr Alter noch sehr fit. Leider gibt es immer mehr Probleme mit ihr :sad:
Seit knapp 2 Jahren schreit sie. Ohne erkennbaren Grund, vorzugsweise mitten in der Nacht, extrem laut. Auch tagsüber kommt das vor. Auf Rufen, Ansprechen oder sonstige Geräusche reagiert sie gar nicht mehr. Wir glauben, dass die Kleine mittlerweile taub ist, der Tierarzt stimmt uns zu - er findet auch keine Ursache für eventuelle Schmerzen.
Die Schreierei ist im letzten Jahr viel schlimmer geworden. Schlafen ist unmöglich, jedenfalls länger als eine Dreiviertelstunde am Stück. Und wir finden einfach nichts, das hilft! Weder Kuscheln noch Streicheln noch Reden noch Füttern..
Mein Partner hat nach einem arbeitsbedingten Burn Out sowieso massive Schlafstörungen, aber gegen diese Schreie sind auch Ohrstöpsel und Schlaftabletten machtlos. Die Katze aus dem Schlafbereich auszusperren ist in der Wohnung nicht möglich, keine Türen.
Sie sieht auch nur mehr sehr schlecht, wenn überhaupt.
Vor etwas mehr als einem halben Jahr haben wir dann begonnen, an den Wochenenden (wenn ich bei ihm bin) in oben erwähnter neuer Wohnung zu schlafen. Das schlechte Gewissen war/ist sehr groß, aber wir haben es einfach nicht mehr anders ausgehalten und waren mit den Nerven am Ende.
Wenige Monate darauf (in der kältesten Winterzeit) hat die Kleine leider angefangen, ihr Geschäft in der Wohnung zu verrichten. In 22 Jahren war nicht mal ein Schneesturm ein Hindernis für sie, nach draußen zu gehen, nichtmal ein "Hoppala" ist je passiert.
Wir dachten uns "Okay, der armen wird einfach zu kalt sein" und stellten 2 Kistchen in der Wohnung auf. Leider ohne Erfolg - gepinkelt wurde einfach überall, hin und wieder ging auch zufällig was ins Kistchen. Besonders beliebt war der Zwischenraum zwischen Bett und Wand. Ein paar Mal haben wir die Mieze in flagranti erwischt - sie versuchte wohl, ins Kistchen zu machen, hing aber mit dem Popo so drüber, dass doch alles daneben ging.. Klar, mit 22 lernt mans vielleicht nicht mehr *seufz*
Also putzen, putzen, putzen.. und versuchen, der Kleinen nicht böse zu sein :sad:
Irgendwann hat es uns gereicht - mit Abdeckfolie und 3 großen Säcken CBÖP haben wir den gesamten Zwischenraum zum Kistchen umfunktioniert. Es hat eigentlich geholfen - einmal pro Woche findet man zwar noch eine Lacke oder ein Häufchen irgendwo anders, aber es ist nicht mehr so extrem wie davor.
Die Wohnung stinkt trotzdem furchtbar. Putzmittel, Vodka usw haben wir freilich ausprobiert, aber es hilft nichts mehr. Die Wohnung ist gefließt mit Fußbodenheizung. Da trocknet natürlich alles, und bis man da mal die Stelle gefunden hat.. Der Boden ist auch schon alt - an den Stellen an den Wänden gibts schon Ritzen und Lücken, das Katzenpipi rinnt dort rein, keine Ahnung, wie wir den Gestank wegkriegen sollen. Was sich abdecken lässt, wurde abgedeckt - aber wegen dem Bau der oberen Wohnung ist einfach kein Geld da, in der alten Wohnung alles zu sanieren. (Lohnt sich auch nicht, wir wollen ja umziehen.)
Meinem Freund fällt es immer schwerer, die Nächte in der unteren Wohnung zu verbringen. Meistens ist er Abends dort, arbeitet am Computer, kuschelt mit der Kleinen.. und geht dann zum Schlafen ins obere Stockwerk.
Wir sind mit den Nerven langsam am Ende. Ich kann die ganze Sache noch etwas distanzierter sehen als er, schließlich ist es nicht meine Katze, die ich seit 22 Jahren habe.. und trotzdem tut mir die Gesamtsituation weh.
Der Tierarzt sagt nur.. er kann nichts organisches feststellen, das behebbar wäre. Die Nieren arbeiten vermutlich nicht mehr so gut wie früher, die Kleine ist wohl taub und wahrscheinlich auch blind.. aber eine Ursache für Schmerzen findet er nicht. Er hat angeboten, sie einzuschläfern, wenn mein Freund das wünscht.
Mein Freund ist durch die Gesamtsituation sehr belastet. Er hat ein wahnsinnig schlechtes Gewissen gegenüber seiner Kleinen, auf der anderen Seite weiß er, dass er daran zugrunde geht, wenn er keinen Schlaf mehr bekommt usw.. Er ist auch (nicht wegen der Katze) in psychotherapeutischer Behandlung, nimmt Medikamente.. also einfach überhaupt nicht "fit"

Einschläfern hat er überlegt, es kommt für ihn aus emotionalen Gründen nicht infrage. Auch, wenn er sich täglich die Frage stellt, wieviel Lebensqualität die Kleine noch hat.
Ich.. ich weiß auch nicht, was ich machen soll. Mein Freund ist mir das wichtigste, zur Katze habe ich verständlicherweise weit weniger Bindung als er. Aber auch ich zweifle am Einschläfern.. Nur weiß ich nicht, wie es weitergehen soll. In einem Jahr soll ich zu ihm ziehen, um mein Studium dort abzuschließen. Ich gehe nicht ohne meine Kater - aber eine Vergesellschaftung meiner zwei Wilden mit der dann 23jährigen Katze?! (Mir eine eigene Wohnung in der Gegend zu nehmen, ist finanziell unmöglich.)
Ich habe versucht, mich kurz zu fassen, ich könnte ganze Bücher füllen mit meinen Sorgen und Gedanken. Falls es jemand bis zum Ende geschafft hat - ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir antworten mögt. Tipps, Anmerkungen, Erfahrungen.. oder auch einfach nur Gedanken dazu. Ich kann die ganze Situation schon nicht mehr objektiv sehen :sad:
liebe Grüße,
hazel