Hallo zusammen!
Ich bin ganz neu hier und seit 4 Monaten Katzenhalterin. Titus und Jule kamen beide aus dem Tierheim zu uns (mein Mann hat allerdings schon Katzenerfahrung, ganz blutige Anfänger sind wir also nicht). Titus hat eine Behinderung, er wurde angefahren ins Tierheim gebracht, das linke Hinterbein ist am Gelenk steif zusammengewachsen und hinten rechts wurde der Fermurkopf entfernt, so haben wir ihn bekommen. Er humpelt eigentlich immer ein bisschen und ist nicht so schnell, kommt aber sonst gut klar. Im Tierheim sagte man uns, dass er Freigänger sei und uns wahrscheinlich schon nach wenigen Wochen auf den Geist gehen würde, das blieb aber aus. Nach drei Monaten, als es draußen wärmer und der Kater aktiver wurde, haben wir ihn dann trotzdem raus gelassen. Da wir in einer ruhigen Gegend wohnen, erschien uns das auch vernünftig. Mit der Katzenklappe hat das sofort gut funktioniert, er kam auch stündlich wieder, wie um zu gucken, ob wir noch da sind. ;-) Nach 3 bis 4 Stunden hatte er meist genug und blieb dann drin. Allerdings ging das Theater draußen direkt los. Hier laufen ca. 5 verschiedene Katzen/Kater (was auch immer) durch unseren Garten und Titus ist nicht nur behindert, sondern auch eine Seele von Kater (Julchen geht ihm oft ganz schön auf die Nerven und es bedarf einiges, bis er sie mal in die Schranken weist) und am 3. Freigangtag kam er ohne Halsband und mit einer in der Nase steckenden Kralle zurück, einmal wirkte er ganz hektisch und verstört, ohne dass etwas zu sehen gewesen wäre und das Ganze gipfelte darin, dass er vor 14 Tagen (das war seine 3. Freigangwoche) humpelnd, verstört und total veängstigt zurück kam, sich im Garderobenschrank zusammenrollte, sich nicht anfassen ließ (er knurrte und fauchte sofort, was er sonst nie tut) und sich bis zum nächsten Tag versteckte. Ich bin dann mit ihm zum Tierarzt gefahren, der feststellte, dass Titus übelst gebissen wurde. Massiv am Gelenk des rechten Vorderbeins, außerdem an Rücken und Bauch. Jetzt ist er schon seit 14 Tagen drinnen und bekommt noch bis morgen früh ein Antibiotikum. In den ersten Tagen wollte er gar nicht raus, zuckte eher zusammen, wenn die entsprechende Tür auf ging, dann fing er an zu quengeln. Wir haben dann kurzerhand den Balkon (den wir wegen des großen Gartens eh nicht nutzen) katzensicher gemacht (der Garten lässt sich leider nicht sichern, ist nach allen Seiten offen). Jule, die eh rundum zufrieden ist und keinen Freigang fordert, ist begeistert, Titus findet es zumindest gut und liegt viel draußen oder guckt vom Kratzbaum aus in die Gegend, aber ich merke, dass ihm das nicht wirklich reicht, obwohl er auch das ganze Haus (bis auf das Kinderzimmer) nutzen darf. Zuerst hat er auch zwischendurch immer mal an der Tür gejammert, seit gestern hat er das Jammern eingestellt. Ich kann aber schwer einschätzen, ob er resigniert hat oder ob er jetzt zufrieden ist? Ich habe totale Angst, ihn wieder raus zu lassen, weil ich denke, dass er gegen die anderen Katzen draußen keine Chance hat. Hier drin hat er Julchen (die beiden spielen fangen und verstecken, kämpfen, lecken sich aber auch mal das Köpfchen), ich versuche zumindest, jeden Tag mit ihm zu spielen, allerdings ist er da nicht wirklich ausdauernd und seine Schmusestunden fordert und bekommt er. Zwischendurch rennt er allerdings hier rum, wie Falschgeld und nutzt jede Gelegenheit, mir zwischen den Beinen durch in den Keller zu witschen, wo die Katzenklappe (zur Zeit geschlossen) ist, um sich davor zu setzen und mich vorwurfsvoll anzuschauen.....
Besteht Hoffnung, dass er sich an den jetzigen Zustand gewöhnt und vielleicht doch mit Haus und Balkon zufrieden ist? Oder sollte ich ihn trotz aller Bedenken wieder raus lassen? Habt Ihr da Erfahrungen?
Schon mal DANKE und viele Grüße von der schwer besorgten
Isa