Liebe Katzenfreunde
Gerade kommen meine Mutter und ich vom Tierarzt zurück. Chindra musste heute Morgen eingeschläfert werden.
Es ging ihr schon länger nicht mehr gut. Sie war auch schon sehr alt (genau wissen wir das nicht, da sie aus dem Tierheim kam). Wir schätzten sie zwischen 17 und 20 Jahren. Auf jeden Fall wurde sie in letzter Zeit immer seltsamer. Sie ging immer in den Keller, um zu schlafen, was sie früher nie gemacht hatte. Sie frass auch fast nichts mehr, trank aber sehr viel. Vor zwei Tagen gingen meine Mutter und ich dann mit ihr zum Tierarzt, um herauszufinden, was sie hat. Die TÄ sagte, dass Chindra einen Tumor an der Leber hat, sie damit aber weiterleben könne, solange sie keine Schmerzen habe. Sie gab ihr noch eine Aufbauspritze und Futter, welches wieder ein bisschen Fett aufbaut. Als wir zu Hause waren, frass Chindra von dem Futter und ich war sehr zuversichtlich.
Heute Morgen, als ich aufgestanden bin, ging ich wie jeden Morgen auf den Sitzplatz, um eine Zigarette zu rauchen. Chindra lag da in ihrem Körbchen. Plötzlich fing sie an zu erbrechen. Es dauerte bestimmt eine Minute lang. Sie erstickte dabei fast. Als sie damit fertig war, hatte ich das Gefühl, dass sie kurz in Ohnmacht gefallen war. Ich sah, dass unter dem Erbrochenen auch Blut war. Danach schleppte sie sich aus dem Körbchen. Ihre Beine trugen sie aber nicht mehr weit. Nach ein paar Metern legte sie sich hin und kriegte kaum Luft mehr. Ich dachte, sie müsse vor meinen Augen sterben und brach in Tränen aus. Ich brachte ihr dann Wasser, das sie dankbar trank. Dann rief ich meine Mutter an, sie solle sofort nach Hause kommen. Sie kam nach Hause und wir gingen mit der schwachen Chindra zum Tierarzt. Er sagte, dass es am besten sei, wenn wir dem Leiden ein Ende bereiten würden. Wir durften uns noch von Chindra verabschieden. Dann ging ich aus dem Zimmer.
Liebe Chindra,
Ich kannte dich zwölfeinhalb Jahre meines Lebens. Du bist mir in dieser Zeit sehr ans Herz gewachsen. Ich habe nie an diesen Moment gedacht. Ich konnte es mir nicht vorstellen, dass du plötzlich nicht mehr da sein wirst. Du hast zu unserer Familie gehört und wir liebten dich alle so sehr. Ich hoffe, dass du es da, wo du jetzt bist, gut hast und keine Schmerzen mehr erleiden musst. Du warst eine sehr starke Katze und hattest immer einen grossen Lebenswillen. Ich werde dich so sehr vermissen. Du wirst immer in meinem Herzen bleiben.
In Liebe, deine Aline