Danke euch allen.
Aber ob sie wirklich nicht gelitten hat? Vor einer Woche wurde sie ja operiert. Danach erholte sie sich erstmal wieder. Dann plötzlich, ging es ihr schlecht, und das einzige, das passiert war, war die Sache mit meinem Kugelfisch. Aber Experten meinten dann, Kugelfische in Gefangenschaft seien ungiftig, vorallem die Haut sowieso.
Wenn ich zurückdenke, waren die Zeichen schon vor dem Fisch und der OP da. Sie schlief lieber auf dem kalten Steinboden, als in meinem Bett, aber ich dachte, ihr ist die Hitze zu viel, oder der Ventilator stört sie. Sie war nicht die einzige, die nicht mehr zu mir ins Bett wollte.
Am Tag nach der Sache mit dem Fisch war ich bei der TÄ, die sie operiert und ein fabelhaftes Blutbild und Leber-, Nieren- und Lungenwerte festgestellt hatte. Die TÄ erklärt mir: Das ist Eifersucht/Stress wegen dem neuen Kätzchen. Ich soll das Kätzchen abschaffen. Von der Assistentin noch mal mit giftigem Nachdruck: Deine alte Mutti braucht einfach keine neuen Katzen (mag ja sein, aber deswegen lässt eine Katze sich nicht sterben). Nochmal Blutabnahme, wieder alles bestens.
Alles bestens, inzwischen pinkelt sie nur, wo ich sie hinsetze, kackt mir vom Arm runter, und ich muss sie zwangsernähren. Lass mir von der Freundin meines Vaters die Nummer von dem Tierarzt geben, dessen Assistentin sie mal war. Da ging ich dann gestern Abend hin. Damit mein Miichen nicht unterm Bett verschwindet, wo ich nicht hinkomme (Bett verschieben geht auch nicht), hab ich sie halt schweren Herzens über Nacht in die Küche. Am nächsten Morgen, gestern, rock es nack kranker Katze. Dieser grausige kranke-Katze-Geruch. Miichen hochgehoben, abgesetzt, um zu sehen, wie kräftig sie ist. Bleibt sitzen. Ich geh kurz aus der Küche, um mein Handy zu holen und den Tierarzt anzurufen, komm zurück, Miichen sitzt woanders. Kann ja doch laufen. Ruf trotzdem an. Unerreichbar. Ruf später noch mal an. Guthaben weg.
Dann gestern Abend um 7 endlich hingegangen. Der hatte keine Ausrüstung und schickte mich in die Klinik seines Kollegen. In der Zeit, wo ich mit Miichen und Orli-Pompom (die war mit, weil ich dachte, sie hat vielleicht was eingeschleppt, wogegen sie selbst resistent ist aber mein Miichen nicht) dort war, also beim ersten um 7 Uhr, nicht beim Kollegen, hat sich ihr Zustand drastisch verschlechtert. Als ich sie aus dem Trolley hob, kippte sie auf die Seite und lief im Kreis, ehe sie zusammenbrach. Herz hörte sich schlecht an, Niere stark vergrößert, irgendwas, weiß nicht mehr, mit der Lunge, das absolut nicht in Ordnung war und lautes rasselndes Atmen. Aber keine Flüssigkeit.
Wie war das, die ist bloß eifersüchtig? Der Tierarzt meinte erst, weil diese andere TÄ mit ihrer leichtfertigen Diagnose mitverantwortlich für die Verzögerung in der Behandlung ist, solle die das richten, aber das hab ich abgelehnt. Eine fatale Fehldiagnose reicht. Also bestellte er mir ein Taxi zu seinem Kollegen.
Der hat einen FIV-Test gemacht, negativ, Blut abgenommen, weiß nicht mehr, was er alles gemacht hatte, Tropf, Wärmedecke, ich war in Gedanken nur noch bei einer kleinen Urne und hab mir das alles nicht gemerkt. Miichen lag auf der Seite unter der Decke und ruderte mit den Beinchen. Sie musste aufs Klo und konnte nicht aufstehen. Mein armes Miichen. Röngtgen, alles unschlüssig. Aber dann kam er rein, ganz positiv, hätte schon mal eine Lungenentzündung festgestellt, super, kann man ja behandeln. Antibiotika gespritzt und weil ihr das Atmen schwer fiel, ins Sauerstoffzelt. Dann kommt er wieder da raus und sagt, sie habe sich verschlechtert und es kann sein, dass er jeden Moment reanimieren muss.
Ich hab Ari, meinem orthodoxen Freund, eine SMS geschickt, und gebeten, für mein Miichen zu beten. Er hat eine bessere Beziehung zu Gott. Entweder den gibt es nicht, oder er hasst mich nämlich. Hat er dann gemacht, aber scheinbar ist ihm dabei mein Name rausgerutscht, weil ein paar Minuten später kam der Tierarzt wieder raus und sagte nur "I'm sorry".
Ich hab mein Miichen zur Obduktion dagelassen, um zu wissen, was es war. Ich kann es mir denken, und dann ist Orlis Anschaffung im indirekten Sinne wirklich schuld, aber sie abzuschaffen wäre dann eh nicht mehr die Lösung gewesen. Mit ähnlichen Symptomen starb vor 2 Jahren mein Moshe an FIP. Aber ich will es einfach genau wissen, was mir mein Miichen weggenommen hat. Ihr Schnurren, ihr Sabbermäulchen in meinem Gesicht, ihr albernes Blöken und Krächzen, und ihre riesigen blinden Glubschaugen. Und ihr grantiges "Mrrgek!", wenn ich ihr Schwänzchen kitzelte. Das konnte sie nie leiden. Das Schwänzchen durfte keiner anrühren.
Aber ich bekomm nicht mal ihre Asche zurück. Das wird wohl hier nie gemacht. Sie verbrennen einfach alles, was grad da ist, zusammen. Tierfriedhöfe gibt es auch nicht, und wo ich sie begraben soll, weiß ich auch nicht. Also hab ich sie gestern Abend zum letzten Mal gesehen.
Die andere Tierärztin, die die meinte, Miichen wäre bloß eifersüchtig/gestresst, rief mich an und meinte "Es tut mir so leid" aber ich sagte nur "Sollte es auch". Für mehr muss die ihr Handyguthaben auch nicht vergeuden.
Jetzt gibt es von Miichen nur noch 2 ihrer Kinder, Sozo und Mini. 2 sind schon mit 9 und 10 Monaten an FIP gestorben, einer mit 9 Jahren aus unbekannten Ursachen, und jetzt ihre Mama.