13 Jahre Miichen

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  • 13 Jahre Miichen Beitrag #1
Mrrrau Miep

Mrrrau Miep

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Ein Special für mein liebstes, gutstes, schönstes Miichen mit ein bisschen Geschichte.

1998 waren wir gerade nach Belgien umgezogen. Wir hatten 2 Katzen: Felix, den Norweger, und Lottje, vom Tierschutz. Wir wollten eine Dritte, am liebsten ein rotes Katerchen mit weißen Pfötchen, wie der in der Kitekat-Werbung. Gleichzeitig war ich total in die Rasse Snowshoe verliebt. Als wir nirgends fanden, was wir suchten, sind wir in eine Tierhandlung (wir wussten es damals nicht besser, also bitte kein Drama). Da saßen 4 Kätzchen in einem Käfig: 2 Snowshoes, 1 Schwarzes und ein Orangenes. Aber ohne weiße Abzeichen. Eine Pflegerin warf ihnen lieblos ein paar Bällchen rein, wovon eines das Schwarze am Kopf traf.
Das kleine Orangene stand vorm Glas und quietschte uns an. Die Snowshoes waren total vergessen. Warum keine Lastra-Mii für umgerechnet DM 225? Es war 9 Wochen alt und ein Katerchen. Nehmen wir doch! Die Pflegerin holte es mehr oder weniger im Vorbeigehen aus dem Käfig und klatschte es grob meiner Mutter auf die Schulter. Hm, ist ja gar kein Kater! Auch gut.

Im Auto beschließen wir, das kleine quietschende Ding, das wir mangels Transportbox in ein Handtuch gewickelt hatten, Lucy zu nennen. Auf der Fahrt quietschte die kleine Lucy erbärmlich: "Mia! Mia! Mia!".
Ich wollte ihr gut zureden und nannte dabei immer wieder ihren Namen. Und auf einmal ergänzte sie das "Lucy..." mit einem weiteren lauten "MIA!".
Ab sofort hieß das Kleine also Lucymia.

Als wir heimkamen, sprang Lottje fauchend und schreiend (naja, für Lottje-Verhältnisse...) vom Stuhl und schmollte. Felix fand das neue extra-kleine Klo toll. Er legte sich in alles, was klein und eng war. Felix war aber meistens gut zu der Kleinen und Lottje, naja, die fand sich bald damit ab.
Aber die kleine Lucymia musste bei meiner Mutter schlafen, weil ich Angst hatte, mich im Schlaf auf sie zu legen.
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Laut Tierarzt war sie keine 9, sondern höchstens 5 Wochen alt, taub und hatte Durchfall. Nach vielen Beschwerden und Anzeigedrohungen und dem wiederholten Ablehnens des Angebotes, die Kleine für eine andere Katze umzutauschen, rückte der Laden endlich wenigstens mit einem Einkaufsgutschein heraus. Und Lucy? War doch nicht taub! Wog etwas weniger, als meine damalige Lieblingsratte, Yuppi.
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Die kleine Lucymia ruht sich vom Spielen aus. Was haben wir sie damals gesucht! Sie bekam den Spitznamen "Loseme".
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Miichen bei etwas weniger Würdevollem erwischt.
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Für den Durchfall. Die kleinen mundgerechten Stückchen wollte sie nicht. An dem Tisch stand ein Stuhl, auf dem sie immer Verdauungsschläfchen machte. Es musste der Stuhl sein. Auch, wenn jemand drauf saß.
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Miichen stellte sich schon schnell als ziemlich frech heraus. Felix trugs mit Fassung. Er hat Erfahrung mit Winzlingen, dank Lottje.
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Das kleine Miichen und das Papp-Lottje. Wenigstens wird sie davon nicht angefaucht.
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Die Kätzsche Eintracht: Felix (Asterix av Bolke), Lottje und Lucymia. Unser geliebter Felix wurde 1999 überfahren, nachdem wir extra für ihn in eine sicherere Gegend umgezogen waren. Lottje verschwand 2004 spurlos. Jetzt ist auch das Miichen gegangen.
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  • 13 Jahre Miichen Beitrag #2
sehr schöne Bilder!!!
 
  • 13 Jahre Miichen Beitrag #3
Am 19. April 2000 wurde unser Miichen selbst Mama. Sinn der Sache war, eines zu behalten und die anderen abzugeben, aber heimlich hatte ich von Anfang an geplant, meine Mutter zu überreden, alle zu behalten. Das taten wir dann auch.

Miichen mit, von links nach rechts, Misao, Baby Taichou (=Kapitän), Minikui, Katzu und Sozo. Ich hatte mir Misao ausgesucht, um sie zu behalten, falls meine Mutter nicht weichzukriegen wäre. Leider starb Misao mit 10 Monaten an FIP, 6 Wochen nachdem mein 2. Liebling, der kleine Taichou, nach einem langen Krankheitsverlauf daran starb. Um Taichou kümmerte das Miichen besonders liebevoll. Er war so klein und konnte bald nicht mehr spielen und verpasste seinen ersten und letzten Schnee. Die Tierärzte waren ratlos und so konnten wir ihn nicht eher erlösen.
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Miichens Brut aufm Sofa. War das herrlich, die kleinen Wirbelwinde...
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Miichen mit Katzu. Der war immer schon sehr kräftig. Leider starb er plötzlich 2009.
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Mit dem kleinen Taichou.
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Miichen glotzte schon immer etwas unintelligent.
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  • 13 Jahre Miichen Beitrag #4
Ein schöner Thread mit wundervollen Fotos! Gerne mehr davon :-D
 
  • 13 Jahre Miichen Beitrag #5
Finde ich auch. Ein würdiges Andenken an Deine Regenbogenkatzen.
 
  • 13 Jahre Miichen Beitrag #6
Ein wundervoller Bericht, am besten Du schreibst ein Buch, Dein Papa ist ja
darin scheinbar auch ein Experte.
Schade, dass nichts mehr zum lesen da ist, aber schön wars, wirklich schön
und die Bildis dazu, einfach toll.
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  • 13 Jahre Miichen Beitrag #7
Miichen liebte die Sonne.

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Überraschungsangriff von Sozo!
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"Mrräkeke!"*
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*Hilfe!

Miilein im Agility-Tunnel vom Hund.
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Grandios...
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Hihihi...
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Mit Sozo und Minikui, ihren Kindern. Die einzigen, die noch leben...
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Umzug Mechelen - Werchter. Wir alle gemeinsam hinten im Möbelwagen.
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...äh... Miichen, du guckst gar nicht hübsch...
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Miichen und ich vor ca. 7 Jahren. Da schlief sie jede Nacht. Mein Miichen.
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Mii-Katze mit Mii-Kätzchen, das sie auf Reisen vertrat. Ohne eine von beiden konnte ich nie schlafen. Ich brauchte immer meine Mii. Aber jetzt ist meine Mii nicht mehr mit Mii-Kätzchen verbunden und ich kann wieder nicht schlafen.
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  • 13 Jahre Miichen Beitrag #8
es tut mir ganz arg leid, dass Du Dein geliebtes Miichen verloren hast. Es ist schlimm, auch wenn man weiß, dass sie nicht mehr leiden muss und sie keine Schmerzen mehr hat. Der Verstand weiß das natürlich, aber das Herz vermißt das geliebte Wesen.

Ich liebe unsere MissC, Onya, Smartie, Orpheus, aber dennoch vermisse ich meinen Spocky noch immer sehr und ich werde ihn immer lieben.

Ich habe ihm gestern einen Tagebucheintrag gewidmet, so wie Du Deinem Miichen diesen Thread gewidmet hast.

Ich finde, das war eine sehr schöne Idee.

Ich glaube an die Verbundenheit der Seelen - unabhängig von Tod. Ich bin mir sicher, dass unsere Regenbogenkatzen wissen und fühlen, dass wir sie lieben.

Ich träume noch ab und zu von Spocky und dann ist es so real, als wäre er wieder bei mir. Vielleicht ist das auch tatsächlich so und er besucht mich im Schlaf.
 
  • 13 Jahre Miichen Beitrag #9
toller beitrag! er bereichert dieses forum sehr und zeigt dass tiere, vorallem Katzen uns sehr verbunden sind.
auch ich habe einen seelenfreund verloren und seine unanwesendheit in meiner lebenden welt erweckt einige sehnsüchte die ich immer von ihm bekam, doch ich weiss ganz genau er passt auf mich auf und wenn er sieht dass ich ihn dolle brauche schickt er mir in einer weise wo ich genau weiss diese botschaft kommt von ihm, ein lächeln in mein gesicht und ein warmes vollendendes gefühl in meinem herzen wo er immer war und es bis in alle ewigkeit sein wird.

Kopf hoch Mrrrau Miep, Miichen wird immer bei dir sein :)
 
  • 13 Jahre Miichen Beitrag #10
ein schöner Erinnerungsthread an Dein Miichen, ich fand sie ganz enzückend und die Bilder sind es auch
 
  • 13 Jahre Miichen Beitrag #11
Tut mir Leid für dein Miichen.

...
 
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  • 13 Jahre Miichen Beitrag #12
...

Du hast dein Miichen geliebt, das ist für mich wichtig. ...

sehr rührend geschrieben....

lg
Verena
 
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  • 13 Jahre Miichen Beitrag #13
...

Liebe Mrrau, es tut mir sehr leid um dein Miiichen. Aber sie scheint ja ein wunderschönes Leben gehabt zu haben und die Sonne die sie so liebte, konnte sie ja anscheinend auch "ausreichend" genießen! :) Ich glaube die Kleine wird für immer in deinem Herzen weiterleben und das ist doch denkbar würdevoll.
PS: Wunderschöne Fotos hast du da!
 
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  • 13 Jahre Miichen Beitrag #14
Ich finde die Geschichte von deinem Miichen auch sehr schön mit tollen Bildern.Es ist echt schrecklich wenn unsere geliebten Fellnasen sterben. ... Dein Miichen hatte ein tolles Katzenleben mit dir du hast alles für sie getan und das ist schön.
 
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  • 13 Jahre Miichen Beitrag #15
Du hast dein Miichen geliebt, das ist für mich wichtig. ...

sehr rührend geschrieben....

lg
Verena
Vernunft sagt, du hast recht, aber trauern tut man mit Gefühlen, und die werden hier unnötig verletzt. Tierschutz in allen Ehren, mein Miichen ist tot, und da gibt es nichts mehr zu schützen außer ihrem Andenken. Und wenn sogar das angegriffen wird...
Ich hab Verständnis für den Tierschutzgedanken. Aber es gibt Zeit und Ort, wo es angebracht ist, oder auch eben nicht.
Wir haben seit 1996

Katzen, von denen wir nur einen einzigen Kater kastriert bekamen. Wir hatten EINEN Wurf. EINEN. Der nicht nur nicht zu früh, sondern gar nicht, von der Mutter getrennt wurde und ein sehr schönes Leben hatte. Die FIP-Ausbrüche waren sehr, sehr traurig, aber FIP kommt in der seriösesten Cattery vor.

Aber danke Winston und Lottchen und Cat, für euren Zuspruch!

Was die Sonne angeht, leider konnte Miichen davon seit dem Umzug nach Israel nicht wirklich genießen. Erst war kein Garten da, nur eine traurige Fensterbank, dann kam der böse Straßenkater, und dann wurde es zu heiß, und dann das Miichen zu krank. Dabei hatte ich extra ein Geschirrchen für sie gekauft, um mal draußen mit ihr rauszugehen, aber wir kamen nie dazu und ich dachte, Miichen und ich werden doch zusammen alt, hat alles noch Zeit.

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Miichen möchte ein neues Halsband.
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Moshe. Was hat sie den gehasst. Verständlicherweise. Ich hab ihn ja abgöttisch geliebt, aber was für eine Ka**bratze!
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Miichen wartet auf Godot.
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Miichen mit Sabberperlchen
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Miichen fast erwachsen! Ihre Brust nannten wir damals immer "die Hühnerbrust". Sie war auch irgendwie so... breitbeinig, vorne. So machohaft...
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Miichen mal wieder irgendwie unästhetisch.
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  • 13 Jahre Miichen Beitrag #16
Die Bilder von Deinem Miichen sind wunderschön (ich liebe rote Katzen :-D).

Sie war glücklich bei Dir und Du hast sie geliebt. Es ist ja erst ein paar Tage her, seit sie ins Regenbogenland gegangen ist, da ist es nur mehr als verständlich, dass Du trauerst und sie vermisst.

Ganz liebe Grüße
Margit
 
  • 13 Jahre Miichen Beitrag #17
Ach echt Schade um deinen Miichen :(

Du musst ihn wirklich sehr vermissen!!!

Als ich noch klein war, haben wir auch eine Katze verloren...
Hat sich mit einem anderen Kater angelegt...Kam Blutüberströmt nachhause und hat die Nacht beim Tierarzt nicht überlebt ...Ich war gerade 10 und meine Welt ist zusammengebrochen :(
Danach wollte ich nie wieder Tiere haben...weil ich Angst hatte sie zu verlieren.
Vor 2 Wochen sind dann meine beiden bei uns eingezogen...Und ehrlichgesagt hab ich riesen schiss...mich zu binden und dann loslassen zu müssen!
Das einigst wahre ist ja, den Fellnasen ein schönes Leben zu bieten...und dankbar sein, das sie immer für dich da waren! Mit Katzen braucht man z.b. bei Bauchschmerzen keine Wärmeflasche mehr :D

Dein Miichen scheint echt ein schönes leben gehabt zu haben...Das find ich schön! (Siehe Bilder:)
Wieviele Katzen hast du denn jetzt?
Und wenn das nicht zu privat ist, würde mich mal interessieren wie du mit katzen und gepäck nach Israel kommst :)???

Das ist bestimmt auch ne interessante Geschichte :D


Gruß,Derya
 
  • 13 Jahre Miichen Beitrag #18
Als ich meinen ersten Kater, Felix, bekam, war der mein einziger Freund und ich war sicher, wenn ich den mal verlieren würde, könnte ich nie wieder lachen. Ich hatte fast ein Jahr lang (nach seinem Tod) Alpträume und sogar "Halluzinationen" (ich verwechselte, von weitem, weiße Plastiktüten und so mit ihm; er war ein weißer Norweger, und oft dachte ich, ihn zu hören). Aber das Leben ging weiter. Fast 1 Jahr später bekam das Miichen ihre Babies und obwohl es sehr traurig war, dass "Onkel Felix" das nicht erleben konnte, war es auch schön, dass unsere anderen Katzen lebten und glücklich waren.
Ich dachte nie daran, nach dem Tod eines Tieres für immer auf "ein Neues" zu verzichten, weil doch die Zeit, die man zusammen hatte, das ist, was zählt. Mein Miichen fehlt mir, gleichzeitig auch nicht, weil ich einfach immer noch nicht so richtig begriffen hab, dass sie plötzlich nach 13 Jahren, für immer weg ist. Kann nicht sein, warum also traurig sein? Als wäre sie hier irgendwo, gerade knapp außerhalb meines Blickfelds. Es wäre so schön gewesen, noch 13 Jahre mit ihr zu verbringen, aber die 13 Jahre, die wir HATTEN, waren die Trauer wert und werden es immer wieder sein und ich würde nie auf eine Katze, einen Freund, irgendeine Beziehung verzichten wollen, weil alles irgendwann endet und dann sehr wehtun wird. Alles endet, aber deswegen gar keine Freude daran haben? Ich hab so viel Freude an ihnen, und das ist doch gerade der Grund, weshalb der Verlust am Ende so weh tut. Weil sie so schön, so wichtig sind.

Zu deinen Fragen, ich hab jetzt 5 Katzen, davon 3, die wirklich "da" sind. Bal-Bal ist zornig, seit Chetzi Ende April kam und kommt nur noch zum Fressen und Trinken rein. Mini, Miichens Tochter, vermisst ihre Mama und ist meistens unsichtbar. Sie war schon immer sehr scheu, und ihre einzige Beziehung war ihre Mama, und jetzt hat sie die verloren.

Miichen wäre übrigens beinahe für ein halbes Jahr auf die Philippinen gegangen :grin: Mir wurde da von Filmstudios ein Praktikum angeboten, aber weil mein Miichen schon alt war, hatte ich darauf bestanden, das mitzunehmen und sie ließen sich sogar überreden :lol: Die andren wären zuhause in Pflege gewesen. Leider wurde nix draus, weil ich fluchtartig nach Israel auswandern musste.

Was mich zu der Frage bringt :) Die Geschichte ist lang und nicht sehr schön. Seit ich ein Baby war (in Israel geboren), war ich immer und überall Ausländer. Kaum hab ich mich irgendwo eingelebt und Freunde gefunden, zogen wir auch schon wieder um. Nun gut, ich bin halb Deutsche, 10 Jahre Deutschland, aber ich hab mich da nie wohlgefühlt (siehe unten). Dann 12 Jahre Belgien, wo ich mit dem Geld nicht klarkam (135 Euro Strom pro Monat... FEST!). Das, aber auch, weil ich in Belgien einen "Freund" hatte, der mir seelisch sehr schadete, waren Gründe, weshalb ich - obwohl ich schon länger sehnsüchtig nach der Heimat war - dann spontan und ohne Abschied über die Jüdische Agentur "Aliya" (Aufstieg nach Israel) gemacht hab.
Erstens ist das Leben hier viel billiger, zweitens hatte meine Mutter Angst um mich, wenn ich weiterhin auf demselben Kontinent wie mein "Freund" lebte. Um meine Aliya zu regeln, kam die extra aus dem Libanon. Der Kerl war der Hauptgrund. Dank dem hab ich nämlich unter anderem mein Studium, mein Kind und meine Hunde verloren und hatte Monate lang Herzbeschwerden. Und dann anderthalb Jahre lang Panikattacken bei jeder Begegnung (die nicht zu vermeiden waren). Wundervoll /sarkasmus
Also Freund, Geld, dann aber auch, weil auch in Belgien kein Heimatgefühl kam, auch nach 12 Jahren nicht. "Freunde" in "", und als Israeli in einem auffällig Juden- und israelfeindlichen Land wohnen, das war nicht angenehm. Dauernd von gewissen Leuten beschimpft, bedroht und sogar in öffentlichen Instituten schlecht bedient werden wegen einem Davidsstern oder Armee-Shirt. Durfte regelmäßig "Juden-****" von meinem Fenster wischen. Und die Belgier selbst ließen mich zwar in Frieden, aber sogar meine eigenen Freunde waren anti-Israel und fanden sogar verständlich, wenn Hasser mich anblödeten wegen einem Davidsstern oder so. Ab einem gewissen Punkt wurde auch das für mich ein Grund, zu gehen. Legale Juden- und Israeli-Verfolgung muss ich nicht ertragen, wenn Israel mich mit offenen Armen empfängt.

Die offenen Arme sind auch ein Grund. In Israel ist die soziale Solidarität stärker, man wird nicht diskriminiert, komisch angeguckt, gehänselt oder sonstwas, wenn man dick, etwas verrückt oder sonstwie auffällig ist. Woanders kriegt man von der Gesellschaft sofort nen Stempel. "Sei du selbst, aber nur, wenn du dich verhältst und aussiehst, wie wir". Hier nicht. Mir ist wichtig, mich nie und nirgends verstellen zu müssen. Hier laufen Dicke mit Minikleidchen rum und keiner guckt blöd, und wenn man vor Wut ein Fenster einschlägt, ist auch das nicht weiter erwähnenswert (Europa: Man flieht vor dem "Spinner". Israel: "Hast du dir wehgetan, Liebes?? Oh nein, kommt mal alle her und helft dem armen Schatzi!") :lol:
Hier lebt man irgendwie gemütlich und lässig von Tag zu Tag, ist hilfsbereit, aber mischt sich nicht unnötig ein ("Die da parkt schon wieder falsch"), und es reicht, wenn Dinge funktionieren, sie müssen dabei nicht vorschriftsmäßig sein :lol: Hier ist das Leben einfach in zu viel Gefahr, als dass man seine Energie in das Aufregen oder Lästern über andere investieren würde. Und die Leute reden auch unter Fremden, als wären sie Familie. Jeder ist irgendwie dein Bruder, dutzt einander, ist warm und hilfsbereit, wie eine große fette Familie eben (und mit entsprechend lauten aber aufrichtigen Zänkereien). Leute machen auf Mauern und Bänken Siesta, und damit meine ich keine Obdachlosen.
Ich find das Straßenbild einfach toll, gemütliche Leute, ein vereintes aber nicht herden-artiges Volk, frei, Gucci hier, Maschinengewehr da, unbekleidete Fettfalte dort, in der Sonne abhängen wie Löwen zwischen Jagden und Revierkämpfen, einfach spürbar froh für sich und alle anderen, zu leben. Man stellt sein Sofa oder Stühlchen auf den Gehsteig oder vor seinen Laden, um gemütlich draußen abzuhängen. Mehr dazu:

Also Katzen und Hund geimpft, Transportboxen besorgt, Axolotl-Eier in Thermoskannen gefüllt :lol: und tschüss für immer (bis auf Urlaube). Keine Verträge gekündigt, keine Konten geschlossen, einfach alles stehen und liegen gelassen. Neuer Nachname, keine Behörde in Belgien weiß, wo ich bin. Und ich kann endlich vors Haus, ohne von Judenhassern oder Frauenfeinden belästigt zu werden. War in Belgien auch ein massives Problem, wodurch jeder Ausflug zur Tortur wurde. Weil fast täglich widerliche Typen meinten, mich anbaggern zu dürfen. Frau - Ehering = Freiwild. Hier fühl ich mich 100% sicher. Hier passiert mir das fast nie.

Hab ich erwähnt, dass 2 Kilo frisches Rindfleisch hier umgerechnet ca. 6 Euro kosten, und 1 Kilo Hühnerklein 30 Cent? :grin:
 
  • 13 Jahre Miichen Beitrag #19
Du hast ganz schön viel mitgemacht und erlebt in Deinem jungen Leben.

Ich freu mich für Dich, dass Du nun in "Sicherheit" bist (sofern man das von einem Krisengebiet sagen kann - ich meinte das in Bezug auf diese eine Person) und Du Dich dort wohl fühlst, wo Du lebst.
 
  • 13 Jahre Miichen Beitrag #20
Du solltest ein Buch schreiben! :D Ich würds kaufen ;)
 
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